Taxi-Branche in Bedrängnis: Nächstes Braunschweiger Unternehmen insolvent

Das Traditionsunternehmen warnte im Sommer 2025 vor unfairer Konkurrenz. So geht es jetzt weiter.

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Symbolbild.
Symbolbild. | Foto: via dts Nachrichtenagentur

Braunschweig. Es ist erst knapp einen Monat her, dass die Braunschweiger Taxi-Alternative der MC Mini-Car GmbH Insolvenz beantragte. Jetzt hat es auch einen der Platzhirsche erwischt: Das Traditionsunternehmen, für das Kunden fünfmal die Fünf wählen müssen, hat vor wenigen Tagen ebenfalls die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt.



Es handelt sich um die Braunschweiger Taxenzentrale GmbH & Co. KG, die nach dem Rücktritt ihres Geschäftsführers nicht mehr geschäftsfähig war. Für das Unternehmen mit Sitz in der Saarbrückener Straße in Lehndorf wurde Tobias Hartwig vom Amtsgericht Braunschweig als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt. Auf Anfrage von regionalHeute.de teilt ein Pressesprecher der Anwaltssozietät Schulze & Braun, für die Hartwig tätig ist, mit: Der Insolvenzverwalter verschaffe sich derzeit einen vollständigen Überblick über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens und prüfe die Sanierungsoptionen.

Geschäftsbetrieb läuft weiter


Demnach laufe der Geschäftsbetrieb der Taxenzentrale derweil weiter. Hartwig stehe im Austausch mit den sechs Mitarbeitern und habe diese über die aktuelle Situation informiert. Aktuell gehe Hartwig von einer Eröffnung des Insolvenzverfahrens zum 1. April aus. Die Zahlung der ausstehenden Löhne erfolge dann zeitnah über das Insolvenzgeld, sobald die dafür erforderlichen rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Die nächsten Schritte des vorläufigen Insolvenzverwalters umfassen die Stabilisierung des Geschäftsbetriebs und die Prüfung, ob eine Fortführung in Kooperation mit einem Partner möglich ist.

Konkurrenz durch Uber: Taxen warnten schon im Juni 2025


Erst im Juni des Vorjahres hatten sich Vertreter der Taxenzentrale und der Taxi-Ruf GmbH mit einem Offenen Brief an die Braunschweiger Stadtverwaltung gewandt. Dabei ging es um die neu gestartete Konkurrenz: Uber. Zentraler Kritikpunkt darin: Taxen würden stärker reguliert und seien daher im Wettbewerb benachteiligt. Dies gefährde "die Lebensfähigkeit des traditionellen, gesetzlich regulierten Taxigewerbes in Braunschweig", warnten die Taxi-Betriebe damals.

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