Enkeltrick - Täter schlagen wieder zu

von Robert Braumann


Ältere Menschen sollen um ihr Hab und Gut gebracht werden, Foto: Archiv
Ältere Menschen sollen um ihr Hab und Gut gebracht werden, Foto: Archiv | Foto: Anke Donner

Braunschweig. Trickbetrüger haben es immer häufiger auf das Hab und Gut von älteren Menschen abgesehen, das zeigt ein Blick in die Kriminalstatistik der Stadt von 2015.  210 Versuchsfälle gab es im letzen Jahr. Nun schlagen die Enkeltrick-Betrüger wieder vermehrt zu.


Bei den Taten geben sich die Betrüger als Verwandte (meist Enkel) aus, schleichen sich in das Vertrauen der Opfer ein und versuchen mit der Schilderung einer angeblichen finanziellen Notlage an die Barschaft der zumeist älteren Menschen zu gelangen. Die Senioren sollen dann zu ihrer Bank gehen, meist hohe Summen abheben und einem Freund des vermeintlichen Enkels aushändigten. Aktuell wurde dabei sogar ein Versuch mit Erfolg durchgeführt, so der Polizeisprecher. "Hier wird auf die Naivität und die Hilfsbereitschaft der älteren Mitbürger gesetzt. Von den 210 gemeldeten Fällen, sind 155 dem Enkeltrick zuzuordnen, in sieben Fällen hatten die Täter Erfolg und konnten Bargeld in Höhe von rund 230.000 Euro entwenden", berichtet Klages.

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Es geht um viel Geld. Foto: Marc Angerstein



Die Täter würden sehr professionell vorgehen und durch gezieltes Fragen Informationen von den mutmaßlichen Opfer "herauskitzeln". Die Polizei könne nicht sagen, ob es tatsächlich mehr Fälle gegeben habe oder die Menschen durch Präventionsarbeit sensibilisiert worden wären und nun mehr Taten angezeigt werden würden. Die Aufklärung solcher Taten sei fast nicht möglich. "Die Täter operieren meist aus dem osteuropäischen Ausland, vor Ort gibt es dann lediglich einen Geldboten, der die Summe in Empfang nimmt. Hier handelte es sich aber nur um "Fußsoldaten", die keinerlei Kenntnisse über die wirklichen Hintermänner haben", so Klages. Für die Betrogenen wäre nicht nur der wirtschaftliche Schaden eine Bürde: "Die meisten Senioren sind nach so einer Tat tief in ihrem Sozialverständnis erschüttert und kapseln sich völlig ab. Sie trauen sich zum Einkaufen kaum noch auf die Straße und bleiben nur noch in den eigenen vier Wänden, das stellen wir immer wieder fest", so Klages.

"Niemand Fremdes in die Wohnung lassen"


Der Polizeisprecher sagt: "Als Faustregel gilt, die Gegensprechanlage nutzen, niemand Fremdes in die Wohnung lassen, die eigenen Enkel anrufen und nachfragen und sich bei der Polizei melden". Man sei auch im regen Austausch mit den Banken, damit Angestellte nachfragen würden, wenn ältere Menschen plötzlich hohe Summen von ihrem Konto abheben wollten. "In diesem Bereich können wir die besten Erfolge mit breiter Präventionsarbeit leisten, dass soll auch in Zukunft weiter verfolgt werden".


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