Sie sind hier: Region >

CDU Wolfenbüttel distanziert sich - Fraktionsvorsitzender soll Partei verlassen



Wolfenbüttel

CDU distanziert sich - Fraktionsvorsitzender Pink soll Partei verlassen

Die Partei reagiert auf die Vorkommnisse gegen den CDU-eigenen Bürgermeisterkandidaten Dr. Adrian Haack und legt dem Vorsitzenden der Stadtratsfraktion den sofortigen Rücktritt nahe. Der lehnt dies jedoch ab.

von Werner Heise


Der CDU-Fraktionsvorsitzende Winfried Pink (links) und der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Andreas Meißler stehen in keinem guten Verhältnis zueinander. (Archivaufnahmen)
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Winfried Pink (links) und der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Andreas Meißler stehen in keinem guten Verhältnis zueinander. (Archivaufnahmen) Foto: Anke Donner

Artikel teilen per:

Wolfenbüttel. Die CDU distanziert sich von ihrem Fraktionsvorsitzenden im Rat der Stadt Wolfenbüttel, Winfried Pink, und legt ihm eindringlich nahe, den Vorsitz mit sofortiger Wirkung niederzulegen sowie aus der Partei auszutreten. Das geht aus einer Pressemitteilung vom heutigen Montag hervor, die sowohl vom Stadtverbandsvorsitzenden als auch vom stellvertretenden Vorsitzenden der Jungen Union und der Vorsitzenden der Senioren Union unterzeichnet ist.



Die Partei reagiert damit auf die anhaltenden Vorkommnisse gegen den CDU-eigenen Bürgermeisterkandidaten Dr. Adrian Haack. Winfried Pink hatte zuletzt öffentlich den parteilosen Gegenkandidaten Ivica Lukanic unterstützt und angekündigt, das auch fortsetzen zu wollen (regionalHeute.de berichtete).

"Der CDU-Fraktionsvorsitzende Winfried Pink sabotiert die Arbeit der Union vorsätzlich und fortwährend. Die Mitglieder der Union haben sich einstimmig (!) für Dr. Adrian Haack als Bürgermeisterkandidaten ausgesprochen. Trotz einer derartig überwältigenden Mehrheit will Winfried Pink dieses nicht akzeptieren, obwohl er selbst der Abstimmung bewusst ferngeblieben ist und keinen eigenen Kandidatenvorschlag zur bzw. für die Versammlung unterbreitet hat. Damit ist er innerhalb der Union isoliert und kann die Partei nicht mehr repräsentieren", heißt es seitens des Stadtverbandes.


Und weiter: "In einer Pressemitteilung hatte der CDU-Fraktionsvorsitzende bezüglich des beruflich sehr erfolgreichen und promovierten Familienvaters Adrian Haack davon gesprochen, dass 'Jugend forscht' in der Kommunalpolitik nichts verloren habe. Derartige Äußerungen sind mit den Werten der Union nicht vereinbar. Wir sind die Union der Generationen! Wer Menschen wegen ihres Alters, ihres Geschlechts, ihrer Herkunft oder sexuellen Orientierung diffamiert, ist kein Christdemokrat. Junge Menschen und Akademiker sind bei uns herzlich willkommen!" Für die Außendarstellung in dieser Angelegenheit entschuldige man sich bei den Bürgerinnen und Bürgern - diese hätten momentan "wahrlich andere Sorgen."

Lesen Sie auch: Kommentar zum CDU-Grabenkampf: Hört auf, bevor sich noch jemand weh tut


Kehrtwende der Unterstützung


Winfried Pink selbst erfährt laut eigener Auskunft erst durch die Anfrage unserer Redaktion von der Rück- und Austrittsforderung, die er sogleich ablehnt. "Ich meine nicht der CDU geschadet zu haben", sagt er. Ganz im Gegenteil, viele hätten ihm in den letzten 14 Tagen sogar Zuspruch erteilt. Zudem wurde er mit zahlreichen Stimmen in den Rat gewählt und wolle bis zum letzten Tag der Wahlperiode an seinem Mandat festhalten. 25 Jahre habe er nun für die CDU sehr gute Arbeit im Rat der Stadt Wolfenbüttel geleistet, ein Lob dafür sei bislang ausgeblieben.

Gegen den Bürgermeisterkandidaten Adrian Haack habe er kein böses Wort gesagt, sich lediglich für den aus seiner Sicht geeigneteren Kandidaten Ivica Lukanic ausgesprochen. Hierfür habe er bis vor Kurzem auch noch den größten Teil seiner Fraktion hinter sich gewusst und zeigt sich nun von der öffentlich gewordenen Kehrtwende einiger Fraktionsmitglieder enttäuscht. Dass er am Wahlabend nicht anwesend war, um seinen Unmut über das Nominierungsverfahren kundzutun, sei möglicherweise ein Fehler gewesen.


zur Startseite