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Das Ende der Quengelkassen?

von Robert Braumann


Foto: Robert Braumann

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07.02.2015


Braunschweig. Spätestens wenn man eigenen Nachwuchs hat, dann verflucht man wohl den Quengelbereich kurz vor der Kasse. Da hat man es halbwegs unbeschadet mit den Kindern durch den Supermarkt geschafft, doch am Ende warten Süßigkeiten in Reich- und Sichtweit der Kleinen. Das Quengeln geht los und manch ein Elternteil wird schwach.

Verbraucherschützer fordern schon länger, dass Süßwaren von den Kassen verbannt werden und jetzt hat sich auch die Regierungs-Koalition aus SPD und CDU dem Problem angenommen. Man wolle zusammen mit der Wirtschaft einen Weg finden und den Quengelbereich abschaffen. Auch im Hinblick auf die oft ungesunde Ernährung bei Kindern. Die Vorsitzende des Ernährungsausschusses, Gitta Connemann (CDU) sagte in einer Pressemitteilung: "Ohne Frage: Süßigkeiten gehören dazu – aber nicht als Lockmittel, denn Kinder greifen zu, ohne nachzudenken. An der Supermarktkasse ist in dieser Hinsicht der Ärger oft  vorprogrammiert. Deshalb soll es in jedem Lebensmittelmarkt auch Familienkassen geben, an denen keine Süßwaren zum Mitnehmen einladen. Wir setzen dabei nicht auf Verbote, sondern auf die Vernunft."

Unterschiede bei den Anbietern


Wie sehen das die Unternehmen in Braunschweig? REWE Nord wollte leider keinen Kommentar zu den Vorhaben abgeben, dafür wird Marco Weiße (Görge Discount GmbH) schon ziemlich konkret. Auf Anfrage von BraunschweigHeute.de sagte er: "Auch uns beschäftigt dieses Thema schon eine längere Zeit. Wir streben in den bestehenden Märkten eine Kasse ohne Süßwaren an. Dieses Thema werden wir in die Verantwortung unserer Stellvertretenden Marktleiter geben, die sich im Laufe des ersten Halbjahres 2015 damit beschäftigen werden. Bei den Neuobjekten, die wir in Planung haben, wird generell anders konzipiert." Bei der Kaufland-Gruppe gibt es seit Jahren in jeder Filiale eine extra gekennzeichnete süßwarenfreie Kasse. Auch bei Real lassen sich bereits Kassen ohne Süssigkeiten finden. Dort sind dann meist Tabak, Telefonkarten oder Batterien in der Auslage. Auch die Discounter verzichten in einzelnen Märkten auf die Quengelkassen. Ein einheitliches Konzept gibt es aber noch nicht. Möglich das sich das in Zukunft grundlegend ändert.


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