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Demos: Peiner setzen Zeichen gegen Rassismus



Peine

Demos: Peiner setzen Zeichen gegen Rassismus

von Bernd Dukiewitz


Viele Peiner setzten ein Zeichen gegen Hass und für ein friedliches Miteinander. Fotos/Videos: Bernd Dukiewitz
Viele Peiner setzten ein Zeichen gegen Hass und für ein friedliches Miteinander. Fotos/Videos: Bernd Dukiewitz Foto: bernd Dukiewitz

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Peine. Am heutigen Samstag kam es in der Peiner Innenstadt zu gleich zwei Demonstrationen. Die AfD Jugend aus Braunschweig protestierte angeblich gegen Gewalt, die zweite Demonstration richtete sich gegen die AfD-Demo. Beide verliefen weitestgehend friedlich.



Die 'AfD-Junge Alternative' (Bezirksgruppe Braunschweig) hielt gegen 16 Uhr eine Mahnwache unter dem Thema "Keine fremden Konflikte in unserer Stadt" in der Peiner Fußgängerzone (Bahnhofstraße) ab, an der sich rund 55 Personen beteiligten. Im Anschluss daran zogen die Teilnehmer in einem Aufzug durch Teile der Peiner Innenstadt.

Sie nutzten dabei die Luisenstraße, Wallstraße, Gröpern und die Bahnhofstraße und wurden dabei von vielen Peinern, die Spalier standen, argwöhnisch beobachtet. Anlass der Demo waren die Krawalle in der Peiner Südstadt (regionalHeute.de berichtete). Andreas Tute, Organisator der Veranstaltung, sagte: "Wir sind heute nicht hier, um gegen Ausländer zu demonstrieren, sondern gegen Gewalt. Daher wäre es schön gewesen, wenn die anderen Demonstranten am Bahnhof auch hier wären." Gleichzeitig betonte Tute in seiner Rede allerdings auch, "dass der Islam nicht zu Deutschland gehört und das größte Integrationsproblem ist." Gerade die Südstadt sei "ein Pulverfass und eine Parallelgesellschaft in der sich salafistische Strukturen erkennen lassen". Allerdings zeigte sich Tute auch offen für Gespräche mit den islamischen Gemeinden Peines: "Wenn wir eine Einladung bekommen, dann nehmen wir diese gerne an."


Während der Kundgebung der AfD hielten sich zirka 150 Gegendemonstranten in der Nähe auf und schrien Parolen gegen die AfD. Von vereinzelten Personen wurden Eier in Richtung der Veranstaltungsteilnehmer geworfen. Die Polizei drängte die Werfer soweit zurück, dass der Verlauf der Kundgebung nicht weiter gestört wurde. Zu einem persönlichem Aufeinandertreffen der beiden Gruppen kam es jedoch nicht. Während des Aufzuges kam es zu keinen weiteren Störungen, so dass dieser ungehindert stattfinden konnte.

Bündnis für Toleranz setzt Zeichen für Integration


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Mehmed Akyalcin Foto: bernd Dukiewitz




Bereits zuvor demonstrierte das 'Bündnis für Toleranz' auf dem Bahnhofsvorplatz gegen die AfD-Kundgebung. Rund 450 Peiner unterschiedlichster Konfessionen und Vereinszugehörigkeiten sprachen sich deutlich gegen Diskriminierung, Gewalt und Fremdenhass aus.

"Natürlich sind die Krawalle in der Südstadt nicht zu tolerieren", sagte Mehmed Akyalcin von der Takva Moschee. "Aber es kann nicht sein, dass wegen ein paar Chaoten eine ganze Religion diffamiert wird. Wenn Schalke heute gegen Dortmund spielt, sind sicherlich auch wieder 500 Chaoten unter den 50.000 Zuschauern. Aber deswegen verbietet man ja nicht das Spiel."

Auch die IG Metall, die Verdi, die evangelische Kirche, InterKultura, die Pfadpfinder und Bündnis 90/die Grünen beteiligten sich an den friedlichen Protesten. Unisono waren alle Redner einer Meinung: Rassismus und Intoleranz sind nicht akzeptabel, genauso wenig wie die Gewalt in der Südstadt.

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Mehdi und Ahmet Foto:



Auch unter den Demonstranten zeigte sich die offene Willkommenskultur. So sagten Ahmed und Mehdi, die bei strahlendem Sonnenschein an den Bahnhof kamen: "Jeder von der AfD ist gerne eingeladen, zu uns zu kommen und mit uns einen Tee zu trinken. Dann werden sie feststellen, dass wir ganz freundlich sind und nicht alle solche Chaoten sind, wie die paar Leute in der Südstadt."

Auch wenn beide Demonstrationen wenig gemeinsame Schnittpunkte fanden, so gab es doch zumindest einen: auf beiden Demos wurde die gute Arbeit der Polizei ausdrücklich gelobt.

Rede von Sebastian Wertmüller, Verdi Geschäftsführer



Rede von Mehmed Akyalcin, Takva Moschee






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