Braunschweig

"Die Atombomben in Deutschland sollen 'modernisiert' werden"


Foto: Veranstalter
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11.07.2016


Braunschweig. Im August laden die Braunschweiger Friedensbewegungen zu verschiedenen Aktionen ein. Im Folgenden ein Überblick:

Freitag 5. August - 20 Uhr
Gedenken an Hiroshima – Lichterprozession mit 100 Kerzen
Hiroshima-Ufer, (nördlich des Staatsheaters, an der Oker), Braunschweig

Dienstag, 9. August - 19 Uhr NAGASAKITAG
»Wie bringen wir die atomare Abrüstung voran?«
Podiumsdiskussion mit Carola Reimann (MdB SPD), Inge Höger (MdB Die Linke), N.N. (DIE GRÜNEN), N.N. (CDU). Diskussionsleitung: Henning Noske (Braunschweiger Zeitung) . Ort wird noch bekannt gegeben.

Donnerstag, 18. August, 19 bis 21 Uhr VHS Alte Waage:
Stephan Hebel (Frankfurter Rundschau): Wohin entwickelt sich Deutschland?

Abzug der Atomwaffen aus Deutschland


Atomwaffen in Deutschland? Deutsche Piloten trainieren den Abwurf solcher Waffen mit Tornadokampfflugzeugen. Und jetzt sollen diese Atomwaffen bis 2022 sogar noch durch treffgenauere ersetzt werden? Truppenverlegungen, Militärmanöver möglichst nah an der Grenze des »Gegners«, ein neues Raketenabwehrsystem, »Modernisierung« von Atomwaffen sind nur einige Vorgänge, bei denen es vielen Menschen immer unbehaglicher wird. Die Älteren reiben sich die Augen: Geht jetzt wieder alles von vorne los? Die Jüngeren haben keinen Vergleich. Denn die Zeit, in der sich die deutsche Gesellschaft intensiv mit der Wiederbewaffnung, mit Atomwaffen und besonders mit der »Nachrüstung« von 1983 befasst hatte, liegt über drei Jahrzehnte zurück. Hunderttausende gingen damals auf die Straße, in Bonn zum Beispiel oder in einer symbolischen Menschenkette quer durch (West-) Deutschland. Als sich dann einige Jahre später der Ostblock friedlich auflöste, erschien das Vielen wie ein Geschenk des Himmels. Denn damit entfiel der Ost-West-Konflikt, nun schien die gegenseitige Bedrohung genauso überwunden wie das kostspielige und gefährliche Wettrüsten und der Kampf um Einflussgebiete. Die Zeichen standen auf Zusammenarbeit. Abrüstung und Friedensdividende schienen nun angesagt.

Doch seither ist viel passiert, vor allem seit der Jahrtausendwende, und in den letzten drei Jahren verdichten sich die Ereignisse. Wir müssen dem Unbehagen auf den Grund gehen. Es gibt eine bedrohliche Entwicklung, mancher spricht schon von großer Kriegsgefahr. Und es gibt sie tatsächlich noch: 20 Atomwaffen in Deutschland, in Büchel bei Cochem in Rheinland-Pfalz. Und die können vor dem Hintergrund der genannten Entwicklung eine neue, gefährliche Bedeutung gewinnen. Vor sechs Jahren, 2010, hat sich zwar der Bundestag mit allen Fraktionen für den Abzug dieser Atomwaffen stark gemacht. Laut aktueller FORSA-Meinungsumfrage treten 93 Prozent der Deutschen für das völkerrechtliche Verbot aller Atomwaffen ein. Aber sie sind immer noch da und sollen sogar durch noch gefährlichere ersetzt werden.


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