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Die Rückkehr des langen Donnerstags in Braunschweig: Viel Kritik im Netz



Die Rückkehr des langen Donnerstags: Viel Kritik im Netz

Die Idee, einmal im Monat donnerstags die Geschäfte bis 21 Uhr öffnen zu lassen, stößt in den sozialen Medien überwiegend auf Ablehnung.

von Alexander Dontscheff


Lässt sich die Innenstadt durch einen langen Donnerstag wieder füllen? Symbolbild
Lässt sich die Innenstadt durch einen langen Donnerstag wieder füllen? Symbolbild Foto: regionalHeute.de

Braunschweig. Der lange Donnerstag ist zurück. Zumindest in Braunschweig. Einmal im Monat will der Arbeitsausschuss Innenstadt mit Unterstützung der Braunschweig Stadtmarketing GmbH und den Schloss-Arkaden einen Aktionstag durchführen, an dem die teilnehmenden Geschäfte bis 21 Uhr geöffnet haben (regionalHeute.de berichtete). Zudem soll es ein Begleitprogramm geben. Die Aktion, die an diesem Donnerstag erstmals durchgeführt wird, stößt in den sozialen Medien weitgehend auf Kritik.



Von 1989 bis 1996 gab es bereits bundesweit den langen Donnerstag. Damals konnte der Einzelhandel generell nur bis 18:30 Uhr öffnen. Am langen Donnerstag war es dann bis 20.30 Uhr möglich. Mit der generellen Liberalisierung des Ladenschlussgesetzes wurde der "SchlaDo" ("Scheiß langer Donnerstag"), wie er von den betroffenen Angestellten genannt wurde, dann wieder abgeschafft.

"Absolut überflüssig"


Dass man nun in Braunschweig dieses Instrument wiederentdeckt hat, um den Einzelhandel in der Innenstadt zu fördern, stößt in den sozialen Medien überwiegend auf Kritik. "Absolut überflüssig, wer bis 20 Uhr nicht einkaufen war, wird es auch danach nicht tun", meint eine Leserin auf Facebook. Ein weiterer Leser findet, man habe sich für den Start die falsche Jahreszeit ausgesucht. Regen, Sturm und Dunkelheit würden dafür sorgen, dass die Stunde eher überflüssig sei. Die meisten Kommentatoren kritisierten aber die weitere Belastung der Angestellten. Man solle den Verkäuferinnen und Verkäufern ihren Feierabend gönnen. Hier sei es ähnlich wie bei den verkaufsoffenen Sonntagen. Es würden nicht mehr Kunden, es verlagere sich nur. Und das zulasten der Angestellten.



Doch es gibt auch einige Stimmen, die die Aktion positiv sehen. Durch die Corona-Pandemie hätten einige Geschäfte ihre Öffnungszeiten verkürzt. Daher sei die Aktion berechtigt. Außerdem gebe es viele Menschen, die aufgrund ihrer Arbeitszeit dafür dankbar seien. Und ein weiterer Leser gibt zu bedenken: "Amazon hat 24 Stunden auf und wenn alle da kaufen, haben auch die Verkäufer keinen Arbeitsplatz mehr".

"Eine Stunde länger leer"


Doch möglicherweise kommt die Aktion auch zu spät. Viele, gerade jüngere Menschen hätten sich bereits vom stationären Einzelhandel abgewandt. So werde wohl auch die Neuauflage des langen Donnerstags nichts helfen. "Damals, als die Innenstadt noch voll war und man dort tatsächlich einkaufen ging, hat man den langen Donnerstag genutzt. Heute sind die Geschäfte wohl eher eine Stunde länger leer...", so ein weiterer Leser auf Facebook.


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