Braunschweig

Diskussion: Sicheres Wohnen in Braunschweig


Sicheres Wohnen in Braunschweig. Foto: privat
Sicheres Wohnen in Braunschweig. Foto: privat Foto: privat

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09.02.2017

Braunschweig. Sicher Wohnen in Braunschweig – Was können wir gegen Einbruchskriminalität tun unter dieser Überschrift lud die Bundestagsabgeordnete Dr. Carola Reimann ins Seniorenzentrum in den Rosenäckern zu einer Podiumsdiskussion.


Als Referenten war neben Christoph Bratmann auch der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei Niedersachsen Dietmar Schilff eingeladen. Leider musste Peter Voiß von der Polizeiinspektion Braunschweig krankheitsbedingt kurzfristig absagen.

Sicheres Wohnen in Braunschweig ist ein wichtiges Thema. Das wurde spätestens dann deutlich, als sich der große Gemeinschaftsraum im Seniorenzentrum bis auf den letzten Platz mit interessierten Besuchern gefüllt hatte. Warum das so ist, wurde von Carola Reimann bereits direkt nach der Begrüßung faktisch mit Zahlen belegt. Denn während bundesweit die Kriminalitätsraten insgesamt sinken und die Wahrscheinlichkeit Opfer einer Straftat zu werden insgesamt weiter rückläufig sind, steigen die Einbruchsdelikte kontinuierlich an – in Niedersachsen im Jahr 2015 handelte es sich hierbei um insgesamt 16.575 Fälle von Einbruch. Demgegenüber steht eine Aufklärungsquote in Niedersachsen von 22 Prozent- in Braunschweig sind es sogar nur 15 Prozent.


Woran liegt das? Ein schnell auszumachender Grund sei sicherlich die teils dünne Personaldecke in den einzelnen Polizeidienststellen. In den letzten zehn Jahren wären in den Ländern insgesamt zirca 16.000 Stellen gestrichen worden. Weniger Polizei bedeute dann eben auch weniger Präsenz und eine geschütztere Umgebung für Einbrecher. Aus diesem Grund stellte Christoph Bratmann auch den gemeinsamen Antrag der SPD und Bündnis 90/Die Grünen Fraktionen im Bereich der Einbruchskriminalität vor. Hier wird zum einen auf Maßnahmen wie die Einstellung von 1.000 zusätzlichen Polizeianwärtern für das Land Niedersachsen verwiesen und zum anderen gibt es einen sechs – Punkte Plan, der unter anderem eine bessere Vernetzung über Ländergrenzen hinaus, die Unterstützung fachkundiger Stellen und eine finanzielle Förderung für bauliche Sicherheitsmaßnahmen in Privathaushalten vorsieht. Mit diesem Antrag sieht der Landtagsabgeordnete Christoph Bratmann eine „solide Grundlage um Einbruchskriminalität effektiv zu bekämpfen.“

Neben diesen politischen Maßnahmen, die auf den Weg gebracht werden, gab Dietmar Schilff praktische Tipps die Einbrecher abschrecken oder aufhalten können. Ein Mittel sei dabei eine aufmerksame Nachbarschaft. So wäre letztlich jeder Bürger angehalten ein wachsames Auge auf ungewöhnliche Aktivitäten zu haben, um im Ernstfall die Polizei rufen zu können. Denn selbst wenn nach einem Einbruch mögliche finanzielle Schäden durch Versicherungen ersetzt werden können, blieben in den meisten Fällen auch psychische Schäden zurück. „Nahezu 50 Prozent aller Einbruchsopfer fühlen sich nach der Straftat in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher“, berichtet die Bundestagsabgeordnete Dr. Carola Reimann. Am Ende der Veranstaltung blieb Zeit für alle Anwesenden einige Fragen an die Experten zu stellen. Dabei wurden mögliche Generationenunterschiede beim Sicherheitsbedürfnis ebenso diskutiert wie die Effizienz der eingebrachten politischen Maßnahmen und sogar die Vorratsdatenspeicherung.


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