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Drogen-Report Teil 1: Sind wir noch sicher?



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Drogen-Report Teil 1: Sind wir noch sicher?

von Alexander Panknin


Am Windmühlenberg in Braunschweig: In den Büschen direkt neben der Straße treffen sich Abhängige, um harte Drogen zu konsumieren. Hier wird auch gedealt. Fotos/Video: Alexander Panknin Foto: Alexander Panknin

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Region. Ein heikles Thema: Drogen. Die Gesellschaft möchte sie nicht und ihre Begleiterscheinung schon gar nicht. Abhängige, Junkies, Dealergruppen in der Innenstadt. Die Politik will mit mehr Kontrollen reagieren. Doch wie genau steht es in unserer Region um die Drogenkriminalität? regionalHeute.de hat nachgeforscht.



Nicht erst seit der großen Flüchtlingskrise 2015hört man in den Medien oder in den sozialen Netzwerken von auffälligen Gruppen, die sichauf unseren Straßen aufhalten.Sie sorgten für ein ungutes subjektives Sicherheitsgefühl.

Für viele ist klar: Hier wird mit Drogen gehandelt. Nach den Berichten handelt es sich hier zumeist um ausländische Kriminelle. Gegner der Willkommens-Politik schauen seitdem ganz genau hin und auch in der Presse nehmen Meldungenüber Straftaten nicht-deutscher Menschen scheinbar überhand.

Die Politik schreitet ein


Auch im niedersächsischen Innenministerium hat man dieseBedrohung kürzlich neu identifiziert: Die Clan-Kriminalität. Allein in der Region Braunschweig liefen derzeit sechs Verfahren gegen verbrecherische Banden. Beinahe alle aus dem Bereich der Drogendelikte (regionalHeute.de berichtete).

 Unser Insider ist sich sicher: So unauffälig können Drogendeals am hellichten Tag ablaufen.
Unser Insider ist sich sicher: So unauffälig können Drogendeals am hellichten Tag ablaufen. Foto:




Der Aufschrei nach mehr Sicherheit hat auch die Politik schon längst erreicht. Dies zeigt nicht nur das kontinuierliche Schaffen von Parteien wie der AfD, auch konservativere Flügel etablierter Parteien wollen auf dieses Bedürfnis der Menschen in ihren Kommunen eingehen. So auch die Junge Union Braunschweig (JU): In einer aktuellen Pressemitteilung fordert die JU mehr Kontrollen in der Innenstadt. Besonders das Thema Drogenhandel sei ein großes Problem. Hierfür möchte sie den Zentralen Ordnungsdienst der Stadt verpflichten (regionalHeute.de berichtete).

Die Sicherheitsfrage


Der politische Rechtsruck kommt nicht plötzlich. Offensichtlich fördert die Veränderung der Gesellschaft auch neue Problemfelder zu Tage. Eine Entwicklung, die die Lager allerdings spaltet: So sorgte der Flüchtlings-Diskurs zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Horst Seehofer zuletzt für eine angespannte Stimmung innerhalb der Union. In Wolfenbüttel war es deswegen Bürgermeister Thomas Pink zu viel. Er trat aus der CDU aus (regionalHeute.de berichtete). Parteikollege Frank Oesterhelweg, Vizepräsident des Niedersächsischen Landtages, hingegen macht sich ebenfalls weiter für mehr Sicherheit stark (regionalHeute.de berichtete).

Die NPD Jugend Braunschweig hielt in Salzgitter sogar eine sogenannte Schutzzone für sinnvoll: Bürgerwehr ähnliche Trupps, die Veranstaltungen „begleiten“ (regionalHeute.de berichtete).

Doch wie sieht die Situation in unserer Region tatsächlich aus?Sind wir nicht mehr sicher?

Wie gefährlich ist die Drogenkriminalität?


Setzt man sich mit den einzelnen Akteuren in diesem Spiel auseinander, könnte man vermuten,dass man sich eher mit der Angst der Menschen befasst, als tatsächlich aktiv den Menschen zu helfen, die in diesen Sumpf geraten. Drogen sind zwar gefährlich, aber keine neue Erscheinung:

Sowohl Polizei als auch Drogenberatungen gehen von einem eher kontinuierlichen Verlauf des Drogenkonsums aus in den vergangenen Jahren. Dabei verlagert sich die Art der Drogen trendabhängig oder unterscheidet sich je nach Szene. Der Konsum von Drogen ist eine gesellschaftliche Begleiterscheinung. Das sei nicht schön, aber normal. Ein zunehmender Trend sei regionsweit nicht zu erkennen.

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Drogenumschlagplätze - Ja es gibt sie


Im Kampf gegen die Drogen steht am Anfang die Frage, wo sich die Orte befinden an denen Drogenhandel betrieben wird? Die Antwort ist: Man muss differenzieren. Marihuana, Koks – das sind Stoffe, die zum Teil schnell auf offener Straße gehandelt werden - dies auch in öffentlichen Bereichen, meist im unmittelbaren Umfeld zur Partymeile oder dem Rotlichtmilieu. Härtere Drogen gibt es nur verdeckt oder an Orten, an die sich die Konsumenten zurückziehen können.

 Diese beiden Männer kamen mit einem Auftrag. In weniger als einer Minute verließen sie den bekannten Drogenplatz wieder.
Diese beiden Männer kamen mit einem Auftrag. In weniger als einer Minute verließen sie den bekannten Drogenplatz wieder. Foto:



Ein großer Teil des illegalen Handels findet allerdings hinter verschlossener Tür statt. Händler lassen bekannte Kunden zu sich nach Hause kommen. Hinzu kommt: Auch vor der Drogenszene macht die Digitalisierungnicht Halt. Ein eher neuer Bereich ist der Online-Handel. Auf speziellen Seiten im Darknet werden Drogen angeboten, wie auf Amazon Unterhaltungselektronik.


Wie sicher sind wir?


Für die Polizei steht fest: Nein, es besteht durch den Handel keine Gefährdung der Bevölkerung. Bei den Dealern handelte es sich um Menschen, die sich ihrer kriminellen Handlungen durchaus bewusst seien. Sie versuchen unentdeckt zu bleiben. Passenten bräuchten hier aber nichts zu befürchten, es bestehe kein erhöhtes Risiko. Doch eins ist klar: Wer etwas Beunruhigendes beobachtet, der soll die 110 wählen. Denn Drogenkriminalität ist Polizeisache.

Brauchen wir mehr Kontrollen?


Dies beantwortet vielleicht auch schon die Frage nach mehr Kontrollen. Die Polizei ermittelt meist verdeckt. Überprüfungen fänden laut Polizei kontinuierlich statt. Eine Unterstützung des Ordnungsdienstes sei nicht angezeigt. Damit vertritt die Polizei eine ganz andere Position als die fordernde Politik. Es brauche viel Erfahrung und Vorbereitung Dealer dingfest zu machen. Das könne ein Ordnungsdienst nicht leisten.

Mehr erfahren Sie demnächst in Teil 2 unseres Drogen-Reports.

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