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Pahlmann und Heil über eine Null-Promille-Grenze

von Nino Milizia


Im Jahr 2015 kamen insgesamt 256 Personen durch Alkohol am Steuer ums Leben. Symbolfoto: Pixabay
Im Jahr 2015 kamen insgesamt 256 Personen durch Alkohol am Steuer ums Leben. Symbolfoto: Pixabay Foto: Pixabay

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26.05.2017

Peine. Im Rahmen der "Aktionswoche Alkohol" hatte der Chef des Deutschen Verkehrssicherheitsrats, Christian Kellner, ein absolutes Alkoholverbot am Steuer gefordert. regionalHeute.de fragte daher bei den Peiner Bundestagsabgeordneten Hubertus Heil (SPD) und Ingrid Pahlmann (CDU) nach, ob dieser Vorschlag in der Politik auf Gegenliebe stößt.


Kellner begründet das Alkoholverbot mit dem Umstand, dass im Jahr 2015 insgesamt 256 Personen durch Alkohol am Steuer ums Leben kamen. Auffällig bei der Studie ist, dass von den insgesamt 13.361 Unfallbeteiligten unter Alkoholeinfluss viele einen weitaus höheren Promillewert aufwiesen: Drei Viertel der Personen hatten einen Promillewert von 1,1 und mehr. Ab diesem Wert gilt man offiziell als absolut fahruntüchtig. Mit 0,5 Promille begeht man als Fahrer eine Ordnungswidrigkeit, selbst wenn augenscheinlich keine Ausfallerscheinungen auftreten.

Angesprochen auf Kellners Forderung stellte Hubertus Heil (SPD Gifhorn/ Peine) fest, dass sich die frühere Entscheidung der Politik, die Promille-Grenze von 0,8 auf 0,5 zu senken, als richtig herausgestellt und bewährt hätte. Ob eine weitere Absenkung sinnvoll wäre, ist für ihn nicht einschätzbar. Dennoch sollte weiter über die Gefahren von Alkohol am Steuer informiert werden.

Wichtiger Diskussionsbeitrag des Verkehrssicherheitsbeitrages


Ingrid Pahlmann vertrat eine klare Position: "Ohne Frage sprechen wir bei 'Alkohol im Straßenverkehr' von einem sehr wichtigen Thema, das breit diskutiert werden muss. Zunächst einmal steht jeder Autofahrer in der Verantwortung für sich und für die anderen Verkehrsteilnehmer. Bereits heute müsste jedem klar sein: wer Alkohol trinkt, darf danach nicht ins Auto steigen. Das sollte in meinen Augen eine Selbstverständlichkeit und gesellschaftlicher Konsens sein." Die Anzahl der alkoholbedingten Unfälle zeige, dass dies aber nicht von allen so gesehen werde. Man brauche noch mehr Aufklärung und stärkere Kontrollen, die dabei helfen, die bereits bestehenden Regeln umzusetzen. Eine Kombination aus Aufklärung, Abschreckung und gesellschaftlicher Selbstkontrolle sei in ihren Augen wirksamer als ein Verbot, das schlussendlich aus den verschiedensten Gründen nicht durchgesetzt werden könne.

"Der Vorstoß des Deutschen Verkehrssicherheitsrates ist ein wichtiger Diskussionsbeitrag. Grundsätzlich möchte ich aber zunächst deutlich an die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger appellieren, bevor wir sie mit Verboten überziehen,“ so Ingrid Pahlmann abschließend.


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