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Gasexplosion in Börßum ***aktualisiert***

von Thorsten Raedlein


Foto: Anke Donner)

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09.08.2014


Börßum. Gegen 21.30 Uhr kam es in Börßum in einem Einfamilienhaus in der Straße "Im kurzen Rottland" zu einer schweren Gasexplosion. Eine Person wurde dabei schwer verletzt. Die Explosion war so heftig, dass die Eingangstür des Hauses auf die Straße geschleudert wurde. Ein Großaufgebot an Rettungskräften war vor Ort im Einsatz – zahlreiche Feuerwehren, die Schnelleinsatzgruppe des Deutschen Roten Kreuzes sowie Polizei und Notfallseelsorger.


Die Haustür hat es durch die Druckwelle aus der Verankerung gerissen. Foto: Anke Donner)



Ersten Ermittlungen der Polizei zu Folge ging die Explosion von einem mit Propangas betriebenen Heizgerät im Keller des Hauses aus, welches durch die Hausbewohner zur Trocknung nach einem Wasserschaden eingesetzt wurde. Aus ungeklärter Ursache setzte es vermutlich Propangas frei. Nach Wahrnehmung von Gasgeruch sei durch die Hausbewohner Nachschau gehalten wurden, wobei dabei eine explosionsartige Umsetzung des Gas-Luft-Gemisches herbeigeführt wurden sei.


Durch die Wucht zerbarsten die Fenster. Foto: Anke Donner)



Die Bewohner des Hauses, ein Ehepaar mit zwei Kindern, befanden sich zum Zeitpunk der Explosion im Haus. Eine 45-jährige männliche Person wurde dabei schwer verletzt und zog sich Brandverletzungen zweiten Grades an Kopf und Oberkörper zu. "Die verletzte Person wurde mit dem Rettungswagen in die Medizinische Hochschule Hannover transportiert", berichtet Norbert Pietro, Lagedienstführer der Rettungsleitstelle Braunschweig gegenüber WolfenbüttelHeute.de. Die Frau und die Kinder kamen mit leichten Verletzungen, beziehungsweise einem Schock davon.

Ersthelfer rettete Mann aus Trümmern


Ein Ersthelfer vor Ort erzählt, er habe einen Knall gehört und sich dann sofort mit seinem Auto auf die Suche nach der Ursache gemacht. An der Unglücksstelle angekommen, habe er den verletzten Mann aus den Trümmern gerettet und in den Nachbargarten gebracht. Dort habe er die Verbrennungen mit Wasser gekühlt. Die anderen Familienmitglieder wurden von den anwesenden Rettungskräften versorgt, dann aber wieder entlassen. Insgesamt waren drei Rettungswagen vor Ort, ein Notarzt-Einsatzfahrzeug, sowie die Schnelleinsatzgruppe des Deutschen Roten Kreuzes. "Weitere RotKreuz-Einsatzkräfte sind in Bereitstellung", erklärte Dirk Jürges vom DRK Wolfenbüttel, der zusammen mit dem Kreisbereitschaftsleiter Heiner Schumacher vor Ort war.

Ursachensuche beginnt


Das Haus, ein Neubau, wurde durch die Expansionswelle stark beschädigt zerstört. "Keller, Erdgeschoss und Obergeschoss sind teilweise zerstört. Die Druckwelle hat Fensterscheiben zerborsten und die Eingangstür herausgerissen. Nachdem die Einsatzkräfte abgerückt sind, wird das Haus der Polizei übergeben. Die spezialisierte Tatort-Ermittlung aus Salzgitter wird den Fall übernehmen", so Jörg Koglin.

Der Gasversorger war vor Ort und führte eine Gas-Messung durch. Im Keller des Hauses wurde noch eine geringe Gaskonzentration festgestellt. "Um zu vermeiden, dass sich erneut eine Gasblase bildet, haben wir Lüftungsmaschinen aufgestellt. Weiterhin wird überlegt, die Stromversorgung im Haus abzustellen", so Koglin weiter.

Haus wurde beschlagnahmt


Das Haus wurde an die Polizei übergeben und beschlagnahmt. Die Spezialisierte Tatort-Ermittlung nimmt nun ihren Dienst auf. Desweiteren werde ein Statiker hinzugezogen, der die Statik des zerstörten Hauses überprüft. Bis zur Klärung bleibt das Gebäude gesperrt und darf nicht betreten werden.

Der Fall wird abschließend der Staatsanwaltschaft übergeben, die über das weitere Verfahren entscheidet und gegebenenfalls weitere Ermittlungen anstrebt. Dies ist der normale Werdegang, da die Ursache des Unglücks nicht geklärt ist.

Mehr als 60 Kräfte im Einsatz



Ein Großaufgebot an Rettungskräften war vor Ort. Foto: Anke Donner



Der nächtliche Einsatz rief mehr als 60 Kräfte auf den Plan. Rund 50 Feuerwehrkräfte aus Börßum, Ohrum, Dorstadt, Groß Flöthe, Cramme und Dorstadt, darunter 16 Atemschutz-Träger waren vor Ort. Außerdem war der Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes mit drei Rettungwagen und einem Notarzteinsatzfahrzeug sowie die ehrenamtlichen Helfer der RotKreuz-Bereitschaft Wolfenbüttel vor Ort und in Bereitschaft.

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