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Ein Sozialticket für den Kreis soll neu diskutiert werden



Wolfenbüttel

Ein Sozialticket für den Kreis soll neu diskutiert werden

von Jan Borner


Könnte Wolfenbüttel ein Sozialticket für den ÖPNV erhalten? Symbolfoto: Max Förster
Könnte Wolfenbüttel ein Sozialticket für den ÖPNV erhalten? Symbolfoto: Max Förster Foto: Max Förster

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Wolfenbüttel. Im März hatte CDU-Kreistagsmitglied Frank Oesterhelweg im Kreistag die Frage nach einem flächendeckenden Sozialticket für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auf den Tisch gebracht. Vor wenigen Jahren wurde ein Sozialticket bereits diskutiert, aber aus finanziellen Gründen nicht umgesetzt. Landrätin Christiana Steinbrügge erklärte nun aber, dass sie das Thema in der nächsten Sitzung des „ÖPNV-Lenkungskreises“ wieder aufgreifen wolle um es erneut zu erörtern.

"Unsere Gesellschaft versucht mit einer Vielzahl von Angeboten und Vergünstigungen, auch Menschen mit sehr geringen Einkünften die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Allerdings kommen viele dieser Menschen nicht in den Genuss solcher Möglichkeiten, weil sie beispielsweise Einrichtungen und Veranstaltungsorte nicht erreichen können", erklärte Frank Oesterhelweg in der jüngsten Kreistagssitzung im März. "In vielen Fällen ist die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu teuer, selbst bei wichtigen Fahrten zum Arzt, zur Apotheke, zu Verwaltungen beispielsweise in der Kreisstadt oder zum Einkaufen kommen oft erhebliche Summen zusammen", so der Kreistagsabgeordnete.

Subventionen nötig


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Der Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes, Frank Oesterhelweg. Foto: Privat



Wie Frank Oesterhelweg erklärt, sei die Einführung eines flächendeckenden Mobil- oder Sozialtickets in Städten wie Braunschweig oder Wolfsburg dadurch erleichtert worden, dass diese Städte eigene Verkehrsunternehmen haben. In Wolfenbüttel ist dies allerdings nicht der Fall. Die Verwaltung des Zweckverbandes Großraum Braunschweig (ZGB) habe außerdem darauf hingewiesen, dass solche Maßnahmen mit sechsstelligen Beträgen subventioniert werden müssten, so der CDU-Politiker. Frank Oesterhelweg fragte deshalb bei der Kreisverwaltung an, ob diese die Möglichkeit sehe, den Bedarf und die Umsetzungsmöglichkeiten, sowie die Folgen einer Einführung entsprechend vergünstigter Tickets zu ermitteln.

Sozialticket soll erneut diskutiert werden


Die Kreisverwaltung antwortete nun auf die Anfrage von Frank Oesterhelweg, dass sie den Zweckverband Großraum Braunschweig als Aufgabenträger für das Thema "Sozialticket" im ÖPNV sehe. "Es wäre zielführend, über eine generelle Einführung eines Sozialtickets durch den ZGB im gesamten Verbandsgebiet nachzudenken und nicht einen 'Sozialticket-Flickenteppich' zu installieren", so die Verwaltung. Bereits im Jahr 2013 sei die Einführung eines Sozialtickets diskutiert worden, berichtet die Kreisverwaltung. Ergebnis dieser Diskussion sei gewesen, dass ein Sozialticket zwar wünschenswert, zu diesem Zeitpunkt aber nicht finanzierbar sei. Die Landrätin wolle nun das Thema aber in der nächsten Sitzung des beim Landkreis angesiedelten ÖPNV-Lenkungskreises wieder zur Sprache bringen, um es erneut zu erörtern.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version des Artikels hieß es, dass der ÖPNV-Lenkungskreis beim ZGB angesiedelt sei. Es handelt sich hierbei allerdings um ein Gremium des Landkreises. Dies wurde entsprechend korrigiert.


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