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"Einfach nur verbittert" - Scheidungskrieg bei der FDP Salzgitter



Salzgitter

"Einfach nur verbittert" - Scheidungskrieg bei der FDP Salzgitter

Durch den Austritt des ehemaligen Kreisverbandsvorsitzenden Ralf Ludwig verlor die FDP in Salzgitter bereits ihren Fraktionsstatus. Jetzt tritt Ludwig aus der FDP insgesamt aus.

von Marvin König


Ralf Ludwig tritt nun komplett aus der FDP aus. Grund sei das Verhalten des Kreisvorstandes.
Ralf Ludwig tritt nun komplett aus der FDP aus. Grund sei das Verhalten des Kreisvorstandes. Foto: Rudolf Karliczek

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Salzgitter. Nach seinem Austritt aus der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Salzgitter (regionalHeute.de berichtete) hat der ehemalige Kreisvorsitzende Ralf Ludwig bei der Bundesgeschäftsstelle seine Mitgliedschaft in der FDP insgesamt gekündigt. Als Grund nennt der ehemalige FDP-Kreisverbandsvorsitzende das Verhalten des geschäftsführenden Kreisvorstandes. In seinem Austrittsgesuch, das er regionalHeute.de zusendete, geht Ludwig mit dem Kreisvorstand hart ins Gericht. In einer Stellungnahme schreibt der Kreisvorstand, dass Ludwig einfach nur "verbittert" sei.



"Ich bin zur politischen Gestaltung in die FDP eingetreten. Wenn einem diese Möglichkeit der Gestaltung genommen wird, ist eine Mitgliedschaft sinnlos", schreibt Ludwig an die FDP-Bundesgeschäftsstelle. Weiter heißt es: "Offensichtlich möchte der Kreisvorstand nur Huldigungen wie in Nordkorea oder China hören, jedoch stehe ich dafür nicht zur Verfügung."

AfD-Mann auf FDP-Liste?


Neben Problemen mit der Kommunikation von Terminen mit dem Kreisvorstand fehle Ludwig in der Salzgitteraner FDP-Fraktion auch die politische Diskussion. Er führt an: "Eine Diskussion bei Facebook ist unerwünscht. Teilnehmer, die sich negativ äußern, werden gesperrt. Diskussionen innerhalb der Kreispartei finden nicht statt, obwohl dies trotz Corona möglich wäre. Anfragen werden vom Kreisvorsitzenden nicht beantwortet, der Schatzmeister und die stellvertretende Vorsitzende sind angeblich nicht dafür zuständig. Der Kreisvorstand gibt beratenden Kreisvorstandsmitgliedern ohne Parteitagsbeschluss ein Stimmrecht. Zudem sind ehemalige AfD-Mitglieder auf den FDP-Listen zur Kommunalwahl zu finden." Durch den Austritt Ludwigs verlor die FDP im Stadtrat bereits ihren Fraktionsstatus. Sein Mandat wollte der Ex-Kreisvorsitzende entgegen der Forderungen aus der FDP jedoch nicht zurückgeben.


regionalHeute.de bat den Kreisverband der FDP Salzgitter hierzu um Stellungnahme. Sascha Schneider, Kreisvorsitzender der FDP Salzgitter führt an, dass der Listenkandidat Frido Gaus kurzzeitig Mitglied der AfD Salzgitter war. Gaus sei jedoch vorher bereits lange in der FDP tätig gewesen und 2021 wieder der FDP beigetreten. Schneider hebt hervor: "Im Übrigen unter dem Vorsitzenden Ralf Ludwig, der sich ausdrücklich für eine Wiederaufnahme des Herrn Gaus eingesetzt hat."

Sascha Schneider, Kreisvorsitzender der FDP Salzgitter
Sascha Schneider, Kreisvorsitzender der FDP Salzgitter Foto: Rudolf Karliczek



"Herr Ludwig ist einfach verbittert und trägt seinen Unmut über seine Bedeutungslosigkeit nun öffentlich aus."

- Sascha Schneider, Kreisvorsitzender FDP Salzgitter



Der Kreisvorsitzende geht gegen die weiteren Vorwürfe von Ludwig in die Offensive: "Er hat die FDP-Fraktion, ohne Rücksicht auf deren Mitarbeiter, verlassen. Herr Ludwig ist einfach verbittert und trägt seinen Unmut über seine Bedeutungslosigkeit nun öffentlich aus. Durch den Austritt sei für den Vorstand der FDP-Salzgitter die Causa Ludwig abgeschlossen, "und wir werden uns an öffentlichen Diskussionen nicht beteiligen, auch zum Schutz von Herrn Ludwig", so Schneider abschließend.


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