Elektrischer Aufbruch: Das ist beim Harz-Heide-Netz geplant

Züge im Harz-Heide-Netz sollen künftig elektrisch fahren. Der Regionalverband Großraum Braunschweig informiert nun über die geplanten Maßnahmen.

Symbolbild.
Symbolbild. | Foto: Marvin König

Region. Aktuell bereitet der Regionalverband Großraum Braunschweig die Umstellung des sogenannten Harz-Heide-Netzes auf klimaneutralen Antrieb vor. Das Regionalbahn-Netz reicht vom Südharz bis nach Uelzen und hat damit mehr als 200 Kilometer Streckenlänge. Fahrzeuge, Strecken- und Ladeinfrastruktur müssen von Diesel- auf batterieelektrischen Betrieb umgerüstet werden. Die Technik nach neuestem Stand mache den Bahnverkehr zukunftsfähig, effizient und klimafreundlich, so der Regionalverband in einer Pressemitteilung.



Mit dem Ausbau des Harz-Heide-Netzes können zukünftig auf allen Strecken der Region elektrisch oder batterieelektrisch betriebene Züge fahren, so wie es sich das Land Niedersachsen und der Regionalverband mit ihren SPNV-Konzepten zum Ziel gesetzt haben. Eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung im Vorfeld habe ergeben, dass der batterieelektrische Betrieb die beste Antriebsform für dieses Bahn-Netz ist.

Keine neuen Dieselzüge


„Wir müssen die Antriebswende umsetzen. Der elektrische Betrieb ist nicht nur klimafreundlich, sondern er ist auch Voraussetzung für einen reibungslosen Zugverkehr und steigert den Komfort für die Fahrgäste. Die elektrischen Züge sind beschleunigungsstärker und deutlich leiser als die bisher genutzten Dieselzüge“, erklärt Verbandsvorsitzender Detlef Tanke. „Der Umbau des Harz-Heide-Netzes ist eine unerlässliche Investition in die Mobilität der Region und Niedersachsens, für Gesellschaft und Wirtschaft.“

Verbandsdirektor Ralf Sygusch unterstreicht, dass man die Chance jetzt ergreifen müsse: „Bei der Vielzahl an Bahninfrastrukturprojekten in Deutschland in den nächsten Jahrzehnten können wir nicht zögern und auf bessere Bedingungen warten. Planungsbüros, DB InfraGo AG und Baufirmen sind voll ausgelastet. Wir müssen die Elektrifizierungslücke in unserer Region jetzt schließen, um den Bahnverkehr in dem Netz zu sichern.“ Mit Dieselzügen könne man in den nächsten Jahrzehnten nicht weiterfahren, weil keine neuen Dieselzüge gebaut würden.

Das muss gemacht werden


Zwischen Vienenburg, Bad Harzburg und Goslar müssen Oberleitungen zum Aufladen der batterieelektrischen Züge unter Fahrdraht gebaut werden, ebenso zwischen Braunschweig und Gifhorn. Auf den nicht elektrifizierten Strecken dazwischen werden die Züge unter Nutzung der Batterie fahren. Teilweise müssen Stationen umgebaut werden. Der Regionalverband beschafft 30 batterieelektrische Züge für das Netz, die zum Betriebsstart 2030 bereitstehen sollen.

So hoch sind die Kosten


In die Antriebswende in diesem Bahn-Netz werden Bund, Land und Regionalverband nach aktuellem Stand insgesamt rund 750 Millionen Euro investieren. Den Großteil der Kosten trägt der Bund. Der Regionalverband als regionaler Aufgabenträger für den öffentlichen Nahverkehr stößt die Planung an und trägt Planungskosten. Er investiert jetzt rund 32 Millionen Euro in die Planung der zu elektrifizierenden Teilstrecken. Das hat die Verbandsversammlung am gestrigen Donnerstag, 19. März, beschlossen.