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"Erst die Bratwurst, jetzt das Händchenhalten" - Leser solidarisieren sich mit Kimmich



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"Erst die Bratwurst, jetzt das Händchenhalten" - Leser solidarisieren sich mit Kimmich

Prof. Dr. Brinkmann und die "Presse" ernteten im gleichen Zuge viel Kritik.

von Martin Laumeyer


Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Rudolf Karliczek

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Region. Wie vor kurzem bekannt wurde, hegt Fußballnationalspieler Joshua Kimmich Bedenken bezüglich einer Impfung gegen das Coronavirus, wodurch es zu einer deutschlandweiten Diskussion um seine Rolle als Sportler und Vorbild kam. Die Virologin Prof. Dr. Melanie Brinkmann bot im Gespräch mit regionalHeute.de daher an, Kimmich bei einem Gespräch die Bedenken nehmen und ihm bei der Impfung die Hand halten zu wollen. Unsere Leser reagierten darauf deutlich.



"Lasst ihn in Ruhe!", ist eine Aufforderung, die viele unserer Leser teilen oder zumindest ähnlich sehen. "Er ist auch nur ein Mensch! Er hat Ängste und Zweifel und das ist auch gut so!", schreibt eine Leserin. Dass der Trubel um die Causa Kimmich auf Unverständnis stößt, zeigt auch der Kommentar des folgenden Lesers, der auf die "Experten-Hörigkeit" verweist: "Auch der Chef der STIKO sagt, dass die Debatte um Kimmich `grenzenloser Unfug´ sei. Nun wird uns ja immer wieder gepredigt auf die Experten zu hören. Viele, die das predigen, machen das jedoch teilweise selbst nicht, da sie sich zum Beispiel dennoch an Herrn Kimmich abarbeiten. Mit welchem Recht wundert und echauffiert man sich da also eigentlich noch, dass manche Menschen Vorbehalte haben, unsicher und misstrauisch sind? Und mit welchem Recht werfen manche anderen vor, nicht auf Experten zu hören, während sie selbst das regelmäßig auch nicht machen?".

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Dass Kimmich als Profifußballer im medialen Kreuzfeuer von Experten und der Presse steht, sehen andere Leser auch kritisch: "Hat er etwa kein Recht, über sich und seinen Körper ganz allein zu entscheiden, nur weil er ein Promi ist?", fragt sich eine Leserin. Andere Leser verweisen auf andere Themen von nationaler Tragweite, bei der das Interesse nicht so groß gewesen sei, wie im Falle Kimmichs: "So viel Interesse fehlte beim Metzelder, aber das wurde gut ignoriert" und "Nagelsmann als Geimpfter positiv getestet - eine Randnotiz. Kimmich gesund und ungeimpft - eine Schlagzeile", halten Leser fest.

Die Virologin Prof. Dr. Melanie Brinkmann ist eine der gefragtesten Expertinnen in der Corona-Pandemie und gehört zum Beraterstab der Bundesregierung. Bei den Lesern erntete sie jedoch Kritik.
Die Virologin Prof. Dr. Melanie Brinkmann ist eine der gefragtesten Expertinnen in der Corona-Pandemie und gehört zum Beraterstab der Bundesregierung. Bei den Lesern erntete sie jedoch Kritik. Foto: Axel Otto


"Der Kimmich wäre besser beraten, wenn er dieses Angebot ausschlägt"


"Ich glaube nicht, dass er eine Virologie braucht, die bei ihm Händchen hält!", echauffiert sich eine Leserin über Prof. Dr. Brinkmann. Eine weitere ist ebenfalls erbost und fragt sich: "Wie überheblich kann man eigentlich sein? Als ob er Angst vor der Spritze hätte!". "Der Kimmich wäre besser beraten, wenn er dieses Angebot ausschlägt", so ein weiterer Nutzer.


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"Kimmich kann allein entscheiden"


"Die Locken mit allen Mitteln, erst sind es Bratwürstchen, jetzt Händchenhalten mit Frau Brinkhaus! Wen das ihn nicht noch skeptischer macht als er vorher schon war, dann weiß ich es auch nicht mehr!", ärgert sich ein Nutzer.

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Aber auch Kimmich kommt bei manch einem Leser nicht gut weg: "Lächerlich. Ins Stadion geimpft oder genesen, aber er darf nur mit einem Test rein. Entweder es werden alle gleich behandelt oder man lässt es sein, aber dann muss man auf anderen Ebenen keine Toleranz vorheucheln", schreibt ein sichtlich verärgerter Leser. Welche Ebenen er hier meint, bleibt sein Geheimnis, doch ein anderer Leser weist ihn darauf hin, dass "das hat mit dem Arbeitsgesetz zu tun" habe. "Die Zuschauer gehen dort zu ihrem Freizeitvergnügen hin. Er geht seiner Arbeit nach", so der Leser. "Macht der eine Show daraus, wegen einem Spritzchen", so ein weiterer Leser.

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Die Rolle der "Presse" im Allgemeinen wird ebenfalls kritisiert, doch es sei am Ende Kimmichs eigene Entscheidung, sodass eine Leserin abschließend festhält: "Die Debatte führt die Presse. Kimmich kann allein entscheiden".


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