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Feuerwehr probt Gefahrgutunfall in Leiferde


Leicht befremdlich wirken die Schutzanzüge ja schon, doch mit ihnen sind die Kameraden der Feuerwehr bestmöglich geschützt. Fotos: Samtgemeindefeuerwehr Meinersen/ Bussmann, Schaffhauser
Leicht befremdlich wirken die Schutzanzüge ja schon, doch mit ihnen sind die Kameraden der Feuerwehr bestmöglich geschützt. Fotos: Samtgemeindefeuerwehr Meinersen/ Bussmann, Schaffhauser Foto: Samtgemeindefeuerwehr Meinersen/ Bussmann

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05.04.2018

Leiferde. Täglich fahren auch durch die Samtgemeinde Meinersen unzählige Lastkraftwagen mit Gefahrgutstoffen. Was ist zu tun, wenn einer dieser Lastkraftwagen verunglückt? Genau dieses Szenario war die Grundlage für eine groß angelegte Übung am Abend des 4. Aprils. Kurz nach 18 Uhr gab es Alarm für die Feuerwehren Leiferde, Hillerse und Dalldorf.


Dazu wurden die Feuerwehren der Stadt Gifhorn alarmiert, die den Gefahrengutzug Süd des Landkreises Gifhorn bilden. Einsatzziel für die 70 Einsatzkräfte war das Gelände einer Spedition in der Straße Zum Wohlenberg in Leiferde. „Wir haben hier die Möglichkeit, möglichst realistisch zu üben“, so Sebastian Lehmann von der Leiferder Feuerwehr. Gemeinsam mit Alexander Olech (Feuerwehr Gifhorn) hatte er die Übung erarbeitet.

Das Szenario


Bei Rangierarbeiten mit einem Traktor sollte an einem Sattelauflieger ein Rohr beschädigt worden sein, der giftige Stoff Wasserstoffperoxid austreten. Zwei Personen waren in dem Gefahrenbereich. Um ein möglichst realistisches Szenario darzustellen hatte Lehmann eigens eine Rohrkonstruktion an einen Auflieger gebaut, aus dem Wasser – als Ersatz für den angenommenen Gefahrenstoff – aus einem defekten Rohr am Auflieger auslief. „Ich habe nach unserem Eintreffen mit einem Gruppenführer eine erste Erkundung vorgenommen“, so Tim Budschan. Bis zum Eintreffen des Ortsbrandmeisters Felix Brennecke leitete er den Einsatz. „Bei solchen Einsätzen handeln wir nach der sogenannte GAMS- Regel.“ Dabei galt es zunächst die Gefahr (G) zu erkennen, eine Absicherung (A) der Einsatzstelle einzuleiten, Menschenrettung (M) unter Eigenschutz vorzunehmen und dann Spezialkräfte (S) nachzufordern.

Die Maßnahmen


„Aufgrund der Meldung an die Leitstelle ist der Gefahrengutzug parallel mit uns alarmiert worden“, so Budschan weiter. Dennoch mussten die ersten Maßnahmen eingeleitet werden, der Gefahrenzug traf rund 40 Minuten nach der Alarmierung in Leiferde ein. So wurden die verunglückten Personen unter schwerem Atemschutz aus den Gefahrenbereich gerettet und dem Rettungsdienst – gestellt von der SEG des DRK Gifhorn - übergeben. Damit eine mögliche Kontamination nicht verschleppt wird, wurde ein vorläufiger Dekontaminationsplatz (Not- Dekontamination) erstellt, eine Trennung zwischen kontaminierten und nicht kontaminierten Bereich herbeigeführt. Über die am Lkw angebrachten orangenen Tafeln wurde in Zusammenarbeit mit der Leitstelle in Gifhorn der ausgetretene Stoff identifiziert. Des Weiteren wurde der Brandschutz sichergestellt.

„Damit die Fachkräfte genügend Platz hatten, wurde bereits vor deren Eintreffen eine Ordnung des Raumes vorgenommen, die eingesetzten Kräfte so verteilt, dass für den Fachzug genug Platz da war“, so Einsatzleiter und Ortsbrandmeister Felix Brennecke. Der 27 Personen starke Gefahrengutzug wurde vom Zugführer Michael Sohr geleitet. Nach seinem Eintreffen wurde ein Dekontaminationsplatz errichtet, ein aus drei Mann bestehender Trupp ging in Chemikalienschutzanzügen zur weiteren Erkundung der Einsatzstelle vor. Sie konnten die Leckage an dem Auflieger schließen und das ausgelaufene Gefahrengut mit speziellen Granulat – in der Übung durch Sägespäne simuliert – binden. Nach rund zwei Stunden war die Übung beendet. Über den Dekontimationsplatz wurden die Schutzanzüge zunächst mechanisch mit Wasser und Bürsten gereinigt, anschließend ging es noch in eine mobile Dusche. Erst dann wurden die Anzüge abgelegt.

Zufrieden mit Einsatz


Zugführer Michael Sohr lobte das Verhalten der Feuerwehren aus der Samtgemeinde Meinersen. „Sie haben sehr umsichtig gehandelt und die GAMS- Regeln ausgeführt.“ Darüber hinaus haben sie mit der Bereitstellung des Not- Dekontaminationsplatz und des Brandschutzes schon erste Aufgaben des Fachzuges vorbereitet. Der gesamte Übungsverlauf wurde von Führungskräften aus der Samtgemeinde Meinersen, der Gifhorner Feuerwehr sowie drei Mitgliedern der Berufsfeuerwehr Wolfsburg intensiv beobachtet. Bei der abschließenden Besprechung im Leiferder Gerätehaus wurden dann die verschiedenen Punkte der Übung noch mal durchgesprochen, um so für die Zukunft weitere Verbesserungen im Ablauf herbeizuführen. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Feuerwehren der Samtgemeinde Meinersen – in Zusammenarbeit mit dem Fachzug der Kreisfeuerwehr aus Gifhorn – gut auf ein solches Schreckensszenario vorbereitet sind.

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Dieser Artikel basiert auf einem Bericht von Carsten Schaffhauser derFeuerwehrpressestelle Samtgemeinde Meinersen.


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