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Försterling: "Verunsicherung bei Schülern, Lehrern und Eltern beenden"

Man müsse die Schulen endlich pandemiefest machen, sagt der schulpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im niedersächsischen Landtag.

Björn Försterling
Björn Försterling Foto: FDP

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11.11.2020

Region. Im Rahmen der Aktuellen Stunde der FDP-Fraktion "Schulen pandemiefest machen - Verunsicherung von Schülern, Lehrern und Eltern beenden" debattierte der Niedersächsische Landtag heute über die Schulpolitik in Corona-Zeiten. Der schulpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag Niedersachsen, Björn Försterling, hat in der heutigen Plenardebatte scharfe Kritik an der aktuellen Schulpolitik geäußert. Försterling sagt, dass eine große Verunsicherung an den Schulen herrsche. Den Grund dafür sehe darin, dass es seitens des Kultusministers keine klaren Konzepte für den Umgang mit der Pandemie gibt.



"Schüler, Eltern und Lehrer sind massiv verunsichert. Einerseits, weil die Infektionszahlen in den Schulen stark zunehmen, andererseits aber auch, weil es seitens des Kultusministers keine klaren Konzepte für den Umgang mit der Pandemie gibt." Es sei verwunderlich und nicht nachvollziehbar, dass die Maßnahmen aktuell zurückgefahren werden, obwohl das Infektionsgeschehen deutlich zunehme. "Noch vor ein paar Wochen wurden alle Schüler und Lehrer einer Klasse oder sogar einer ganzen Kohorte getestet und in Quarantäne geschickt, wenn es einen bestätigten Fall in ihren Reihen gab. Heute ist die Situation viel dramatischer und man würde noch restriktivere Maßnahmen erwarten. Es ist aber das Gegenteil der Fall: Lehrer, die positiv getestete Schüler unterrichtet haben, müssen ohne Test auch in anderen Klassen und Kohorten munter weiter unterrichten. Weil die Gesundheitsämter heillos überlastet sind, werden kaum noch Quarantänen angeordnet. Stattdessen werden die betroffenen Schüler lediglich ins Distanzlernen geschickt. Das ist unverantwortlich der Gesundheit von Schülern, Eltern und Lehrern gegenüber. Es bringe zudem die Eltern in die schwierige Situation, dass sie ein Kind zuhause betreuen müssen und in vielen Fällen deshalb nicht arbeiten können, ohne jedoch Anspruch auf das Corona-Geld zu haben", so Försterling. Die hilfreiche Idee der Region Hannover, die Überlastung der Gesundheitsämter dadurch abzumildern, den Schulen die Entscheidung über das richtige Unterrichtsmodell zu übertragen, habe der Minister zurückgepfiffen.

Die Rede von Kultusminister Grant Hendrik Tonne können Sie hier nachlesen

Dass er sich außerdem beharrlich weigere, die Schulen mit Luftfiltern auszustatten, ist für Försterling ebenfalls nicht nachvollziehbar: "Sie argumentieren immer, dass Luftfilter keinen 100-prozentigen Schutz bieten. Ja, das stimmt, aber das tut ihr 'Konzept', alle zwanzig Minuten die Fenster zu öffnen, auch nicht. Luftfilter wirken nachgewiesenermaßen und sie sind eindeutig nicht schädlich. Um die Schüler und die Lehrkräfte zu schützen, sollten wir alle verfügbaren Mittel einsetzen. Es ist doch besser, mehrere Maßnahmen umzusetzen, die jeweils zu 90 Prozent Sicherheit bieten, als nur einige wenige." Große Defizite sieht der FDP-Bildungspolitiker außerdem bei der Schülerbeförderung. "Man fragt sich, warum Zoos, Museen und Bibliotheken geschlossen sind, aber die Kinder vor und nach der Schule dicht gedrängt in öffentlichen Verkehrsmitteln fahren müssen. Seit Wochen sagt die Landesregierung, es gebe beim Schülertransport keine zusätzlichen Ressourcen. Aber erst gestern hat der Wirtschaftsminister diese bei den Busunternehmen überhaupt mal abgefragt. Es ist zwar reichlich spät, aber immerhin scheint Minister Althusmann das Problem erkannt zu haben, das Minister Tonne seit Monaten liegen gelassen hat", endet Försterling.

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