Gifhorn. Nach den ersten 100 Tagen im Amt zieht Landrat Philipp Raulfs in einer Pressemitteilung eine erste Zwischenbilanz. Diese sei geprägt von intensivem Austausch, strukturellen Weichenstellungen und klaren inhaltlichen Schwerpunkten.
In den ersten Wochen habe er ein hoch engagiertes Team kennengelernt. „Verwaltung wird häufig nur dann wahrgenommen, wenn etwas nicht funktioniert. Mir ist wichtig, dass die guten Leistungen unserer Kolleginnen und Kollegen stärker in den Vordergrund rücken, denn ich bin froh, ein so engagiertes und kompetentes Team an meiner Seite zu wissen“, betont Raulfs. Er verstehe sich als ansprechbaren Verwaltungschef. Formate wie ein geplanter „Lunch mit dem Landrat“ ab März sowie die Teilnahme an Veranstaltungen des Personalrats sollen den Austausch fördern. „Ich möchte Begegnungen schaffen und im Gespräch bleiben – denn gute Verwaltung lebt vom Dialog.“
Transparenz und neue Kommunikationsformate
Ein weiterer Schwerpunkt sei die Kommunikation. „Mein Anspruch ist es, jeden Tag zu zeigen, warum Verwaltungshandeln für unsere Gesellschaft und unsere Demokratie unverzichtbar ist – das gilt für die Kolleginnen und Kollegen ebenso wie für mich als Landrat“, sagt Raulfs. Die Kreisverwaltung wolle transparenter machen, was sie tue und warum Entscheidungen getroffen würden. Dafür seien Formate in
den sozialen Medien in Umsetzung. Darüber hinaus plane der Landrat ein persönliches Austauschformat unter dem Arbeitstitel „Raulfs hört zu“. „Ich möchte auch jenseits digitaler Kanäle für die Bürgerinnen und Bürger ansprechbar sein“, betont Raulfs.
Wirtschaft als Grundlage für Lebensqualität
Die Stärkung der regionalen Wirtschaft sei weiterhin ein zentrales Thema. „Eine gute wirtschaftliche Situation wirkt sich auf viele Bereiche unseres Lebens aus: Kultur, Vereine, Ehrenamt, Kinderbetreuung, Bildung oder Einzelhandel. Deshalb bleibt die Wirtschaft ein Schwerpunkt meiner Arbeit.“ In den ersten 100 Tagen hatte Landrat Raulfs zahlreiche Antrittsbesuche und führte Gespräche, unter anderem mit Dr. Andreas Bierich, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, und mit Manfred Lippick, Kreishandwerksmeister. Einigkeit bestehe insbesondere bei den Themen Berufsorientierung und der Bekämpfung von Schwarzarbeit. „Wir prüfen, ob das sogenannte Gifhorner Modell, das einst Landrätin Marion Lau prägte, wiederbelebt werden kann.“
Positiv bewertet Raulfs zudem, dass die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Landkreis Gifhorn Innovation & Service GmbH die Berufsorientierungsmesse organisiert. „Ein enger Draht zur Wirtschaftsförderung ist für mich zentral.“ Wichtige nächste Schritte seien das „Haus der Wirtschaft“, die Abstimmung mit den Kommunen und Fragen rund um den Gesellschaftervertrag. Auch die überregionale Zusammenarbeit spiele eine wichtige Rolle: Als Mitglied im Aufsichtsrat der Allianz für die Region begleite Raulfs Themen wie Unternehmensnachfolgen, die auch für den Landkreis relevant seien.
Bildung und Dialog mit jungen Menschen
Im Bildungsbereich setze Raulfs ebenfalls klare Akzente. Er hat die Schirmherrschaft für das Berufssiegel übernommen und war beim Spatenstich am Sibylla-Merian-Gymnasium vor Ort. Im Rahmen seines Amtsantrittes besuche er derzeit die landkreiseigenen Schulen und sei bereits am Gymnasium Hankensbüttel und an der IGS Gifhorn gewesen. „Ich erlebe sehr aufgeschlossene und neugierige junge
Menschen. Der direkte Austausch ist von unschätzbarem Wert für unsere Demokratie“, betont er. Auch ein neues Format, in dessen Rahmen kürzlich der 8. Jahrgang des Otto-Hahn-Gymnasiums zu einem Austausch mit dem Landrat im Schloss Gifhorn war, möchte Raulfs fortführen. Zugleich sieht er strategischen Diskussionsbedarf: „Die Diskussion über die zukünftige Schullandschaft in unserem
Landkreis müssen wir führen, um uns unabhängig von Nachbarkommunen zu machen.“
Zivil- und Katastrophenschutz zukunftsfest aufstellen
Ein besonderes Anliegen sei dem Landrat als Feuerwehrmann der Zivil- und Katastrophenschutz. „Wir müssen zukunftsfeste Strukturen schaffen.“ Themen wie die Leitstelle und eine Machbarkeitsstudie für die Feuerwehrtechnische Zentrale seien bereits angestoßen. Besuche beim THW hätten bereits stattgefunden, weitere Termine bei der Hunde- und der Fliegerstaffel seien geplant. Auch intern seien Anreize gesetzt worden: Mitarbeiter, die im Katastrophenschutzstab mitwirken, könnten dieses Engagement künftig im Rahmen ihrer leistungsorientierten Bezahlung berücksichtigen lassen. „Ich ermutige ausdrücklich dazu – auch wenn ich hoffe, dass wir entsprechende Lagen möglichst nicht erleben.“
Demokratie, Digitalisierung und moderne Gremienarbeit
Erfreulich sei der eingegangene Zuwendungsbescheid für das Projekt „Demokratie leben!“ für das Jahr 2026. „Das ist ein starkes Signal für ein Projekt, das in weiten Teilen unserer Gesellschaft verankert ist.“ Darüber hinaus sollen künftig hybride Sitzungen ermöglicht werden, die Technikausstattung – etwa im Rittersaal – soll modernisiert und das Projekt DigiLaK 2030 (digitaler Landkreis) um eine KI-Strategie ergänzt und beschleunigt werden.
„Die ersten Wochen waren geprägt vom Ankommen, Strukturieren und Vernetzen. Jetzt geht es darum, noch stärker ins Gestalten zu kommen“, resümiert Raulfs. „Ich freue mich auf die kommenden Monate – gemeinsam mit der Kreisverwaltung, den Kommunen, der Wirtschaft und den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landkreises.“

