Knesebeck. Ein Großbrand im Ortskern von Knesebeck hat in der Nacht zum gestrigen Montag rund 120 Einsatzkräfte gefordert. Bei der aufwendigen Brandbekämpfung kamen neben zwei Drehleitern auch die Drohneneinheit sowie leistungsfähige Spezialtechnik zur Löschwasserversorgung zum Einsatz. Vier Feuerwehrangehörige wurden bei den Löscharbeiten leicht verletzt, wie Bjarne Wegmeyer, Pressesprecher der Kreisfeuerwehr Gifhorn, in einer Pressemitteilung berichtet.
Gegen 23 Uhr wurden die ersten Einsatzkräfte zu einem gemeldeten Fahrzeugbrand in einer Garage im Bereich der Marktstraße alarmiert. Bereits kurze Zeit später zeigte sich jedoch ein deutlich größeres Schadensbild: Das Feuer hatte auf angrenzende Gebäudeteile übergegriffen und breitete sich innerhalb des zusammenhängenden Gebäudekomplexes weiter aus. Einsatzleiter Holger Krebs, Ortsbrandmeister der Feuerwehr Knesebeck, ließ daraufhin weitere Kräfte nachalarmieren.
Teil des Daches stürzte ein
Eine besondere Herausforderung stellte die Größe und bauliche Struktur des betroffenen Gebäudekomplexes dar. Die Flammen hatten sich bereits in die Dachbereiche ausgebreitet und waren für die Einsatzkräfte teilweise nur schwer erreichbar. Im weiteren Verlauf stürzten Teile der Dachkonstruktion ein. Die Maßnahmen konzentrierten sich daher zunehmend auf einen umfassenden Löschangriff von außen und darauf, eine weitere Brandausbreitung zu verhindern.
8.000 Liter Löschwasser pro Minute
Der massive Löschangriff über zwei Drehleitern erforderte über einen längeren Zeitraum große Mengen Löschwasser. Um diesen Bedarf zuverlässig decken und gleichzeitig das örtliche Trinkwassernetz entlasten zu können, richtete die Feuerwehr eine zusätzliche Wasserentnahme aus dem nahegelegenen Mühlenteich ein. Dabei kam eine besonders leistungsfähige Pumpe zum Einsatz. Mit ihr konnten zeitweise knapp 8.000 Liter Löschwasser pro Minute gefördert und für die Brandbekämpfung bereitgestellt werden.
Unterstützung durch Drohneneinheit
Wertvolle Unterstützung erhielt die Einsatzleitung zudem durch die Drohneneinheit der Kreisfeuerwehr Gifhorn. Die aus der Luft gewonnenen Übersichts- und Detailaufnahmen ermöglichten eine fortlaufende Beurteilung des Brandgeschehens. Schwer einsehbare Bereiche und verbliebene Brandherde konnten so lokalisiert und die Löschmaßnahmen gezielt gesteuert werden. Der Einsatz der Drohne trug damit nicht nur zu einer effektiveren Brandbekämpfung bei, sondern half auch dabei, die Dauer der aufwendigen Löscharbeiten zu reduzieren.
Auch Forsttechnik im Einsatz
Im weiteren Einsatzverlauf unterstützte zudem ein örtliches Lohnunternehmen die Feuerwehr. Mit Spezialgerät, das eigentlich für Arbeiten im Forstbereich eingesetzt wird, konnten eingestürzte Gebäudeteile kontrolliert bewegt beziehungsweise beseitigt werden. Dadurch erhielten die Einsatzkräfte Zugang zu zuvor nur schwer erreichbaren Brand- und Glutnestern.
Bewohner evakuiert
Bewohner unmittelbar angrenzender Häuser mussten aufgrund des Brandgeschehens vorsorglich ihre Wohnungen verlassen. Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes unterstützten die Evakuierungsmaßnahmen und übernahmen anschließend die Betreuung der Betroffenen in einer nahegelegenen Sporthalle. Gleichzeitig sorgten sie für die Versorgung der über Stunden eingesetzten Feuerwehrkräfte. Auch Anwohner zeigten ihre Unterstützung und brachten Verpflegung für die Einsatzkräfte zur Einsatzstelle.
Während der Löscharbeiten erlitten vier Feuerwehrangehörige leichte Verletzungen. Sie wurden vor Ort medizinisch untersucht und mussten nicht weitergehend behandelt werden. Personen kamen innerhalb des betroffenen Gebäudekomplexes nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu Schaden.
Löscharbeiten bis zum Mittag
Nach dem Niederschlagen der offenen Flammen schlossen sich umfangreiche Nachlöscharbeiten an, welche bis etwa 13 Uhr andauerten. Insbesondere die teilweise eingestürzten Gebäudestrukturen erschwerten zunächst den Zugang zu verbliebenen Glutnestern. Einsatzleiter Holger Krebs zog trotz des erheblichen Schadensbildes ein positives Fazit zur Zusammenarbeit während des Großeinsatzes. „Das Zusammenspiel aller beteiligten Kräfte hat hervorragend funktioniert“, betonte Krebs. Insbesondere die Zusammenarbeit der Feuerwehren untereinander sowie die Unterstützung durch das Deutsche Rote Kreuz, die Polizei, das örtliche Lohnunternehmen und die Bevölkerung hätten wesentlich zum erfolgreichen Einsatzverlauf beigetragen.
Brandursache noch unklar
Insgesamt waren rund 120 Einsatzkräfte von acht Feuerwehren sowie Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes und der Polizei in den Einsatz eingebunden. Der Einsatz endete mit der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft im Feuerwehrhaus gegen 14:30 Uhr. Angaben zur Brandursache und zur entstandenen Schadenshöhe können seitens der Feuerwehr nicht gemacht werden. Die Ermittlungen hierzu liegen bei der Polizei.




