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Gifhorn: Neue Bohrungen - Kritik an Plänen von Vermilion



Neue Bohrungen - Kritik an Plänen von Vermilion

Die Grünen sind gegen die Ausweitung der Ölförderung im Wasserschutzgebiet.

Symbolbild
Symbolbild Foto: Pixabay

Wesendorf. Das Unternehmen Vermilion will die Erdölförderung im Landkreis Gifhorn weiter steigern. Im Wasserschutzgebiet Schönewörde sollen neue Förderbohrungen abgelenkt und zusätzliche Einpressstellen für die unterirdische Entsorgung von Lagerstättenwasser geschaffen werden. Die Grünen kritisieren die Pläne als unvereinbar mit dem Klimaschutz und fordern einen sofortigen Stopp für Förderausweitungen in Wasserschutzgebieten. Das teilt die Gifhorner Landtagsabgeordnete Imke Byl in einer Pressemitteilung mit.



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Byl erinnert an eine Vereinbarung, die das Landesumweltministerium im März 2021 mit der Förderindustrie und der Wasserwirtschaft unterzeichnete: „SPD-Umweltminister Olaf Lies bezeichnete die Vereinbarung damals als wegweisend, künftig sollte es keine Bohrungen mehr in Trinkwasserschutzgebieten geben. Jetzt zeigt sich in der Praxis, was ich schon damals kritisiert habe: bestehenden Bohrungen garantiert die Landesregierung nicht nur Bestandsschutz, eine weitere Ausförderung der Lagerstätte und das Unterbohren von Wasserschutzgebieten sind durch SPD und CDU weiterhin explizit erlaubt. Genau das hat Vermilion jetzt vor. Die Einigung ist daher offensichtliche Augenwischerei und hilft uns vor Ort kaum weiter. Der klimaschädlichen Förderindustrie wird stattdessen weiterhin der rote Teppich ausgerollt.“

"Echter Stopp" gefordert



Die Grünen fordern einen echten Stopp für alle neuen Bohrungen in Wasserschutzgebieten sowie einen Ausstiegsplan für die Öl- und Gasförderung in Niedersachsen. Byl erklärt: „Wir wollen die Risiken für Umwelt und Gesundheit sowie den Klimaschaden der Ölförderung nicht länger hinnehmen.“

Christian Schroeder, Fraktionssprecher der Grünen im Kreistag, will Investitionen in fossile Infrastrukturen verhindern: „Jetzt noch weiter in die klimaschädliche Ölförderung zu investieren ist völlig aus der Zeit gefallen. Die Förderung von Erdöl und Erdgas muss schrittweise beendet werden, anstatt die Abhängigkeiten von diesen endlichen Rohstoffen zu zementieren. Hier erwarten wir im Zuge der Öffentlichkeitsbeteiligung eine klare Positionerung der betroffenen Gemeinden und des Landkreises. Das Klima-Urteil des Bundesverfassungsgerichts hat mehr Tempo für Energiewende und Klimaschutz eingefordert. Damit müssen wir auch hier in Gifhorn anfangen. Wir stellen uns gegen jede Ausweitung der Ölförderung. Die Zukunft gehört den Erneuerbaren Energien.“


Mehrere Vorhaben geplant


Das Unternehmen Vermilion plant in den nächsten vier Jahren mehrere Vorhaben zur Stärkung der Förderung in den Feldern Vorhop und Vorhop-Knesebeck. Zu den beantragten Maßnahmen wird nun eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt.


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