Therapiehund Alba: Ein Lichtblick auf Gifhorns Palliativstation

Therapiehund Alba brachte Lebensfreude ins Helios Klinikum Gifhorn

Willkommene Abwechslung auf der Palliativstation: Therapiehündin Alba lässt sich gern streicheln.
Willkommene Abwechslung auf der Palliativstation: Therapiehündin Alba lässt sich gern streicheln. | Foto: Helios

Gifhorn. Für viele ist es ein ungewohnter, aber herzerwärmender Anblick: Wenn Gundula Witte gemeinsam mit ihrer vierjährigen Labrador-Hündin Alba durch die Gänge des Helios Klinikums Gifhorn läuft, hellen sich Gesichter auf. Seit kurzem besucht das Duo jeden Mittwoch für eine Stunde die Palliativstation des Hauses – stets mit einem Ziel: Freude schenken und für einen Moment den Alltag vergessen lassen.



Alba ist Mitglied im Therapiehundeteam des DRK Wolfsburg. Um zertifizierter Therapiehund zu werden, haben Gundula Witte und ihr Hund eine 120-stündige Ausbildung in Theorie und Praxis absolviert, die sie im Mai 2025 erfolgreich abgeschlossen haben. Auf der Station trägt Alba ihr typisches „Arbeitsoutfit“ – rotes Halstuch, passendes Halsband – und ist dann ganz in ihrem Element. „Die Grundintention unseres Besuches ist, ein bisschen Freude zu bringen“, sagt Gundula Witte. Dabei achtet sie besonders auf die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten. Mal sitzt die Hündin auf einem Hocker neben dem Bett und lässt sich streicheln, mal zeigt sie kleine Kunststücke – zieht Socken aus oder nimmt Wäsche von einer Leine. Die Wäscheleine hat Gundula Witte immer im Rucksack – und Leckerlis natürlich auch. „Viele sagen: 'Ich habe eine Katze zuhause, aber es ist auch schön, mal wieder einen Hund zu streicheln.' So entstehen ganz locker kleine Gespräche, die guttun“, erzählt Witte, die ehrenamtlich im Einsatz ist.

Eine Station mit Herz und Konzept


Alba ist Gundula Wittes Privathund, erfüllt aber zugleich alle strengen Anforderungen, die an Therapiehunde gestellt werden: ein Mindestalter von zwei Jahren, Grundgehorsam, Eignungstest sowie jährliche tierärztliche Untersuchungen und regelmäßige Entwurmung zum Schutz der Patientinnen und Patienten.

Die Palliativstation im Helios Klinikum Gifhorn wurde vor Kurzem vollständig renoviert und neu möbliert. Seit einigen Monaten leitet Oberarzt Dr. med. Mark Stelzner das interdisziplinäre Team der Station. Er ist Facharzt für Innere Medizin mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin. Neben Ärztinnen und Ärzten kümmern sich Pflegefachkräfte, Sozialdienst, Physiotherapie, Psychologie und Seelsorge gemeinsam um die ganzheitliche Betreuung der Patientinnen und Patienten.

Das Team der Palliativstation im Helios Klinikum Gifhorn.
Das Team der Palliativstation im Helios Klinikum Gifhorn. Foto: Helios


„Für viele ist die Palliativstation vermeintlich die Endstation – aber das ist sie nicht“, betont Dr. med. Mark Stelzner. „Wir bejahen das Leben. 60 bis 70 Prozent unserer Patientinnen und Patienten können nach dem Aufenthalt wieder nach Hause oder in ein Pflegeheim zurückkehren. Oft begleiten wir sie nach einer langen chronischen Erkrankung weiter in eine Strahlentherapie, eine Tumoroperation oder in eine onkologische Klinik.“

Das Konzept der Gifhorner Palliativstation folgt dabei einem klaren Ziel: Lebensqualität bis zuletzt zu fördern. Neben der medizinischen Behandlung stehen Schmerz- und Symptomlinderung, seelische Unterstützung und soziale Begleitung im Vordergrund. Dazu gehört auch, Angehörige aktiv einzubeziehen und eine Atmosphäre zu schaffen, in der Gespräche, Lächeln – und manchmal, wie durch Therapiehund Alba, auch herzliche Momente der Leichtigkeit – möglich sind.

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