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Wegen der Ukraine: Grüne fordern Stopp von Hühnermastanlage in Brome



Wegen der Ukraine: Grüne fordern Stopp von Hühnermastanlage in Brome

"Es gibt viele Gründe, die gegen die Inbetriebnahme einer weiteren Massentierhaltungsanlage sprechen", so Philine De Bock, Sprecherin des Ortsverbands Brome / Boldecker Land und Mitglied im Bromer Gemeinderat.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Pixabay

Brome. Bündnis90/ Die Grünen fordern, dass die geplante Hühnermastanlage bei Brome (regionalHeute.de berichtete) gestoppt wird. Das geht aus einer Pressemitteilung der Grünen hervor. Der Antrag für die geplante Hühnermastanlage in Altendorf (Brome) ist beim Landkreis eingereicht und das Genehmigungsverfahren läuft.



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Sowohl der Bromer Gemeinderat, als auch der Samtgemeinderat haben sich offiziell gegen das Projekt ausgesprochen. Zudem gab es eine Unterschriftensammlung der Bürgerinitiative "Bromer Land gegen Massentierhaltung" sowie eine Klage vom BUND, sofern die Genehmigung erteilt wird. Trotz dieses Widerstands hält der Landwirt an seinem Vorhaben fest.



Nicht nur wegen der Umwelt, sondern auch wegen der Ukraine


Philine De Bock, Sprecherin des Ortsverbands Brome / Boldecker Land und Mitglied im Bromer Gemeinderat äußert sich verständnislos gegenüber dem Festhalten am Projekt in der aktuellen Situation: "Es gibt viele Gründe, die gegen die Inbetriebnahme einer weiteren Massentierhaltungsanlage sprechen: Negative Einflüsse auf die Umwelt und das Klima, Gefährdung der Gesundheit der Bevölkerung durch Antibiotika-Einsatz etc. Durch den Krieg in der Ukraine ist die Versorgungssicherung in Bezug auf Getreide in Gefahr. Die Ukraine ist der fünftgrößte Weizenexporteur der Welt. Experten sagen voraus, dass die Ernte für Jahre ausfallen könnte. Dies wird zu Lieferengpässen und somit zu Lebensmittelknappheit und zu weiteren Hungersnöten führen. Deshalb ist es wichtig, jetzt die heimischen Ackerflächen wieder für die Produktion von Lebensmitteln zu nutzen und nicht noch neue Mastanlagen aufzubauen!“


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"Da ein Großteil von Futtermais, der in der Geflügelmast eingesetzt wird, ebenfalls aus der Ukraine kommt, werden die Preise hier extrem steigen. Ebenso die Preise von Düngemitteln. Landwirte befürchten schon jetzt, dass ihre Ställe leer bleiben müssen, weil sich das Geschäft wirtschaftlich nicht mehr lohnt“, fügt Frank-Markus Warnecke, Sprecher des Ortverbands, hinzu.


Laut Unterlagen: Keine Beeinträchtigung der Umwelt


Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Grünen gegen eine Mastanlage in Brome positionieren. Bereits im Juni 2020 kritisierten sie die geplante Hühnermastanlage. Aus Antragsunterlagen des Genehmigungsverfahrens geht unterdessen hervor, dass keine Beeinträchtigung der Umwelt bestehe.

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Der Bestand werde täglich vom fachkundigen Betriebsleiter kontrolliert und schädliche Emissionen würden durch den Einbau von drei zertifizierten Abluftreinigungsanlagen minimiert. Aus einem immissionstechnischen Bericht geht hervor, dass durch die geplante Hähnchenmastanlage keine unzulässigen, nachhaltigen und erheblichen Beeinträchtigungen der Nachbarschaft und der Umwelt zu erwarten seien.


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