Goslar. Am Bodebruch östlich von Oderbrück steht eine neue Besucherplattform und lädt Gäste des Nationalparks Harz ein, aus erhöhter Position einen Blick auf das Bodemoor zu werfen. Kürzlich kamen Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch, der zuständige Torfhäuser Revierleiter August Bock und die an dem Bauprojekt beteiligten Kolleginnen und Kollegen zur feierlichen Eröffnung des Bauwerks am Bodebruch zusammen.
Die bei Wandernden und Mountainbikern beliebte frühere Aussichtsplattform, die auch als Wetterschutz gern genutzt wurde, war stark sanierungsbedürftig gewesen und musste aus Sicherheitsgründen bereits vor längerer Zeit abgebaut werden. Holzschindeldach und die Holztreppe waren dem Harzer Wetter zu stark ausgesetzt und deshalb nicht mehr standsicher. Als reine Holzkonstruktion gebaut, erreichte sie immerhin eine beachtliche Standdauer von 14 Jahren.
Neue Konstruktion schützt besser vor Regen
Aus ein paar Schwachstellen der alten Konstruktion haben die beteiligten Mitarbeiter*innen der Nationalparkverwaltung um Revierleiter August Bock nützliche Lehren gezogen: Beim neuen Bauwerk wurde die Treppe an das Gebäude angelehnt und ist so nun vom Dachüberstand vor Regennässe geschützt. Die neue Dachkonstruktion wurde als Doppeldach mit anthrazitfarbenen Blechen ausgelegt.
Unterstützung von erfahrenen Kräften
Maßgeblich zum Gelingen des Projekts beigetragen hat auch Bocks Vorgänger als Torfhäuser Revierleiter, Ulrich Schulze, der früher für die Werkstatt der Nationalparkverwaltung in Oderhaus verantwortlich war und unter dessen Leitung die erste Plattform entstanden war. Auch Schulze war bei der Eröffnung anwesend. Der Ruheständler hatte Bock sofort seine Hilfe zugesagt und unterstützte den gesamten Bauverlauf aktiv mit Rat und Tat.
Dafür dankte ihm Bock ebenso wie den beiden externen Facharbeitern Hivzo und Rizo Zahitovic, die zusammen mit dem Team der Nationalparkwerkstatt großen Anteil an diesem erfolgreichen Bauprojekt haben, wie der Revierleiter hervorhob. Auch Nationalparkleiter Pietsch lobte das Team: „Mit den Kräften und Fachleuten, die wir haben, stellen wir richtig was auf die Beine.“ Die Plattform sei ein Beleg für deren Leistungsfähigkeit, sagte er begeistert über das Ergebnis.
Wintereinbruch erschwert die Bauarbeiten
Zusätzlich zu den konstruktiven Herausforderungen bereitete auch das Harzer Wetter Schwierigkeiten bei den Bauarbeiten: Der Baustart am Bodemoor in rund 850 Meter über dem Meer wurde am 11. Mai durch einen ungewöhnlichen Wintereinbruch mit 20 cm Schneehöhe und Tagestemperaturen von 3 bis 5 Grad in der ersten Arbeitswoche erheblich erschwert. Doch von diesem außergewöhnlichen Wintereinbruch im Mai ließ sich Bocks Team nicht abhalten.
Neue Plattform als Rastplatz für Wandernde
Die neue Besucherplattform fügt sich am Randbereich des Moores ansehnlich ins Landschaftsbild ein. Die überdachte Großhütte bildet mit dem Bohlensteg und dem Bodewanderweg für viele Fernwandernde auf dem Weg zum Brocken oder zurück eine schöne Rastmöglichkeit und einen sehr guten Wetterschutz.
Bohlensteg am WaldWandelWeg in mühsamer Handarbeit erneuert
In Bocks Revier wurde noch ein zweites Bauprojekt erfolgreich abgeschlossen: Aus Sicherheitsgründen musste der stark frequentierte Bohlensteg am WaldWandelWeg bei Torfhaus nach zwölf Jahren ebenfalls erneuert werden. Der im Herbst 2025 gesperrte Wegabschnitt am Torfmoorweg konnte vor Kurzem wieder freigegeben werden. Damit ist der beliebte Waldentwicklungs-Rundweg wieder für alle Besucherinnen und Besucher begehbar.
250 Meter Steg vollständig neu gebaut
Die Forstwirte der Försterei Torfhaus haben den schadhaften Bohlensteg in wochenlanger Arbeit mit viel Fachwissen und großem Engagement vollständig zurückgebaut und auf einer Länge von rund 250 Metern neu errichtet. Dabei wurden insgesamt rund 1.200 Lärchenbohlen verbaut.
Handarbeit mit viel Fingerspitzengefühl
„Jede einzelne Bohle wurde mit zwei 130 Millimeter langen Nägeln befestigt – reine, kräftezehrende Handarbeit“, berichtet Bock stolz über die Leistung seines Teams. „Der Rekord lag bei gerade einmal vier Hammerschlägen pro Nagel!“ Besonders anspruchsvoll waren die unterschiedlichen Geländehöhen sowie der geschwungene Verlauf des Steges. Die vielen Stufen und Bogenführungen verlangten den Kolleg*innen einiges ab und wurden mit viel handwerklichem Können umgesetzt, betont der Revierleiter. Auch bei diesen Arbeiten haben Hivzo und Rizo Zahitovic die Nationalparkverwaltung tatkräftig unterstützt.

