Brocken-Brand: Goslars Landrat will neuen Expertenkreis

Goslars Landrat machte deutlich, dass die Brandbekämpfung im Harz und dabei vor allem im Nationalpark breiter gedacht werden müsse.

Die Löscharbeiten im Harz laufen weiterhin auf Hochtouren.
Die Löscharbeiten im Harz laufen weiterhin auf Hochtouren. Foto: Landkreis Goslar

Goslar. Noch immer sind Einsatzkräfte aus der Region dabei, die Brandbekämpfung am Brocken zu unterstützen. Goslars Landrat Dr. Alexander Saipa hat angesichts des Großbrandes am Brocken die Bildung eines Expertenkreises angeregt, der sich mit der Brandbekämpfung in den Harzer Wäldern und dem Nationalpark befasst. Organisatorisch soll die Expertenrunde auf der seit März 2020 bestehenden landkreis- und länderübergreifenden Lenkungsgruppe „Waldbrandbekämpfung Harz“ aufsetzen. Die zuständigen Landesministerien aus Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sollen nach Saipas Vorstellung einen festen und aktiven Part in der Arbeit des neuen Bündnisses übernehmen. So teilt der Landkreis Goslar mit.



Unterstützung erhält der Chef der Goslarer Kreisverwaltung dabei von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies, der sich heute gemeinsam mit Saipa, Braunlages Bürgermeister Wolfgang Langer und Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch ein Bild von den Löscharbeiten machte. Vom Gipfel des Wurmbergs beobachteten sie das Einsatzgeschehen, bei dem neben Hubschraubern auch zwei Löschflugzeuge aus Italien zum Einsatz kommen.

Brandschutz im Harz soll überdacht werden


Goslars Landrat machte deutlich, dass die Brandbekämpfung im Harz und dabei vor allem im Nationalpark breiter gedacht werden muss: „Wir müssen uns dringend über die Befahrbarkeit von Wegen, das Schlagen von Brandschneisen, die Einrichtung von Sicherheitszonen, ausreichende Abstände zur Wohnbebauung sowie die Ausrüstung der Einsatzkräfte austauschen und uns dabei auch von bestehenden Ressentiments und Überzeugungen verabschieden. Und das muss landkreis- und länderübergreifend erfolgen. Einseitige Maximalforderungen - wie sie nun die Runde machen – sind mit Blick auf die aktuelle Gefahren- und Einsatzlage zwar nachvollziehbar letztendlich aber nicht zielführend. Und - ganz wichtig - wir müssen auch zügig über den Status von Absichtserklärungen hinauskommen.“

Expertenkreis Oker-Harlingerode als Vorbild


Der Expertenkreis soll nach Vorstellung von Umweltminister Lies und Landrat Dr. Saipa professionell moderiert werden, um eine fruchtbare Gesprächskultur inklusive einer vernünftigen Ergebnissicherung zu gewährleisten. Als Vorbild diene dabei der von Lies ins Leben gerufene erfolgreiche Expertenkreis Oker-Harlingerode, der sich mit der Luft- und Bodenbelastungen und den Auswirkungen auf die Bevölkerung beschäftigt hat.

„Emotionsgeladene Debatten werden uns nicht weiterführen. Daher dürfen wir nicht in gegenseitigen Schuldzuweisungen verharren, sondern wir müssen Lösungen erarbeiten, die sowohl Ursachenforschung als auch die klimatischen Veränderungen in den Blick nehmen“, so Goslars Landrat abschließend.

Goslars Landrat Dr. Alexander Saipa (2. von rechts) und Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (2. von links) bringen die Bildung eines Expertenkreises zur Waldbrandbekämpfung im Harz an. Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch (1. von rechts) und Wolfgang Langer (Bürgermeister Braunlage) (Bildmitte) unterstützen die Pläne.
Goslars Landrat Dr. Alexander Saipa (2. von rechts) und Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (2. von links) bringen die Bildung eines Expertenkreises zur Waldbrandbekämpfung im Harz an. Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch (1. von rechts) und Wolfgang Langer (Bürgermeister Braunlage) (Bildmitte) unterstützen die Pläne. Foto: Landkreis Goslar


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