Denkmalpflege lehnt transparentes Tor ab

von Alec Pein


Derzeit ist der in der Glockengießer Straße gelegene Eingang zum jüdischen Friedhof mit einem Holztor verschlossen.  Foto: Anke Donner
Derzeit ist der in der Glockengießer Straße gelegene Eingang zum jüdischen Friedhof mit einem Holztor verschlossen. Foto: Anke Donner | Foto: Anke Donner



Goslar. Vorerst wurde die Umsetzung jenes Gedenksteins vorgeschlagen, der sich hinter der Stadtmauer und hinter dem verschlossenen Tor befindet. Auf eine rege Diskussion im Februar folgte ein Besuch des Vorsitzenden des Landesverbandes der jüdischen Gemeinde, der zwei Monate später vor Ort den Wunsch äußerte, den Eingang des jüdischen Friedhofes einsehbarer zu gestalten und geregelte Öffnungszeiten einzuführen. Mit Ideen wie "transparentes Tor" oder einem abgesperrten "Eingangsbereich mit Rundumblick" gibt es aber aufgrund einer vorläufigen Absage von der Denkmalpflege noch Diskussionsbedarf.

Der Ausschuss für Kultur und Stadtgeschichte hat sich am Dienstag erneut mit der Idee beschäftigt, den Denkmalstein vom Judenfriedhof an eine öffentlichere Stelle zu setzen (regionalHeute.de berichtete). Der Antrag wurde bereits im Februar kontrovers diskutiert. Sachverständige Bürger des Ausschusses rieten von der Umsetzung ab, während stimmberechtigte Mitglieder überwiegend für das Vorhaben waren. Günter Piegsa wies die Ausschussmitglieder dabei als Vorsitzender des Geschichtsvereins darauf hin, dass Orte für Denkmäler aus einem bestimmten Grund gewählt werden. Ohne diesen zu können dürfe man nicht über eine Umsetzung entscheiden. Diese Bedenken teilte er, nachdem der Ausschuss die Umsetzung mehrheitlich empfohlen hatte, offenbar auch dem Landesverband der jüdischen Gemeinde mit.

Stadtmauer soll "Wehrhaft" bleiben


Dessen Vorsitzender, Michael Fürst, äußerte bei einem darauf folgenden Ortstermin mit Goslars Oberbürgermeister einen anderen Wunsch, der sich teilweise mit einem schon im Februar geäußerten Vorschlag deckte: Der Friedhof soll innerhalb geregelter Öffnungszeiten zugänglich werden und außerhalb dieser durch ein deutlich transparenteres Tor einsehbar werden. Zusätzlich sollen Infotafeln angebracht werden, die über die Bedeutung des Ortes aufklären. Das Vorhaben, die öffentliche "Wahrnehmung zu Unterstreichen", trifft bei Politik und Verwaltung auf großes Interesse. Eine entsprechende Anfrage bei der Denkmalpflege habe allerdings keine positive Rückmeldung ergeben, erklärte Kultur-Fachdienstleiter Christoph Gutmann am Dienstag. Der "wehrhafte Charakter der Stadtmauer" werde dabei zerstört, habe die Einschätzung der Behörde gelautet. Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk halte dieses Urteil allerdings für "Diskussionsbedürftig" und habe angekündigt, noch einmal Nachhaken zu wollen, so Gutmann.


mehr News aus Goslar


Themen zu diesem Artikel


Bürgermeister Bürgermeister Goslar