Region. Nahezu tagtäglich berichtet regionalHeute.de über schwere Straftaten, die in der Region begangen werden. Darunter nicht selten Morde, versuchte Tötungsdelikte oder schwere Raubüberfälle. Werden die Ermittlungsbehörden der Täter habhaft, so landen diese bestenfalls vor Gericht. In diesem Artikel zeigen wir, welche Prozesse vor den für die Region zuständigen Landgerichten im Mai geführt werden.
Im deutschen Rechtssystem haben verschiedene Gerichte unterschiedliche Zuständigkeiten. Eine wichtige Instanz innerhalb dieses Systems sind die Landgerichte. Doch welche Straftaten werden eigentlich vor dem Landgericht verhandelt?
Die Landgerichte
Die Landgerichte sind in erster Instanz für schwerwiegende Straftaten zuständig, die nicht in die Zuständigkeit der Amtsgerichte fallen. Dazu gehören unter anderem Fälle von schwerer Körperverletzung, (versuchte) Tötungsdelikte wie Mord, Totschlag und fahrlässige Tötung, die eine besondere Schwere aufweisen, Raub und Erpressung in besonders schweren Fällen, schwere Sexualdelikte und Wirtschaftskriminalität.
Wie kommt es zum Prozess?
In Deutschland wird ein Strafprozess nur eröffnet, wenn ein sogenannter hinreichender Tatverdacht besteht – also wenn genügend Beweise vorliegen, dass eine Verurteilung wahrscheinlich ist.
Zunächst führt die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen. Sie arbeitet dabei mit der Polizei zusammen. Wenn sich der Verdacht gegen eine bestimmte Person erhärtet, entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob sie Anklage erhebt oder das Verfahren einstellt.
Wird die Anklage erhoben, prüft das zuständige Gericht – zum Beispiel das Landgericht – ob die Voraussetzungen für einen Prozess vorliegen. Das Gericht eröffnet das Hauptverfahren nur dann, wenn es die Anklage für ausreichend begründet hält. Erst mit dieser Eröffnung des Hauptverfahrens kommt es zu einem Gerichtsprozess. Dort werden die Beweise erneut geprüft, Zeugen und Gutachter angehört und schließlich ein Urteil gefällt.
Die Landgerichte der Region
Für die Region sind zwei Landgerichte zuständig. Das Landgericht Braunschweig für Braunschweig, Wolfsburg, Helmstedt, Wolfenbüttel, Salzgitter und Goslar und das Landgericht Hildesheim für die Landkreise Gifhorn (ohne Samtgemeinden Brome und Boldecker Land, LG Braunschweig) und Peine (ohne Gemeinde Vechelde und Wendeburg, LG Braunschweig). Die Gerichte melden die anstehenden Prozesse für den jeweiligen Monat. Die Straftaten, die im März verhandelt werden, reichen von Kapitalverbrechen wie Raub und gefährlicher Körperverletzung bis zu versuchtem Mord und Totschlag. Für alle Angeklagten gilt bis zum gesetzlichen Beweis ihrer Schuld die Unschuldsvermutung.
Prozesse am Landgericht Braunschweig
Versuchter Mord, schwere Körperverletzung
Beginn: Seit 9. April
Fortsetzungstermine: 16., 17., 21. April, 5., 6., 8. Mai
Tatort: Schladen
Tatzeit: 7. November 2025
Zur Last gelegte Tat:
Die 27-jährige Angeklagte, die derzeit in Untersuchungshaft sitzt, soll versucht haben, ihren damaligen Ehemann mit Ameisensäure zu töten. Der Geschädigte habe zwei Wochen zuvor mitgeteilt, dass er die Scheidung einreichen wolle. Am Tattag habe die Angeklagte ihn in den Keller gelockt und hochkonzentrierte Ameisensäure über Kopf- und Gesichtbereich geschüttet.
Der Geschädigte habe schwere Verätzungen erlitten, sei vollständig erblindet und musste für mehrere Tage ins künstliche Koma versetzt werden.
Bewaffneter Drogenhandel
Beginn: Dienstag, 5. Mai
Fortsetzungstermine: 8. Mai, 13. Mai
Tatort: Braunschweig
Tatzeit: 26. November 2025
Zur Last gelegte Tat:
Dem 43-jährigen Angeklagten, der sich in Untersuchungshaft befindet, wird vorgeworfen, in seiner Wohnung sowie in einem Kellerabteil umfangreiche Mengen verschiedener Betäubungsmittel aufbewahrt zu haben. Dabei soll es sich unter anderem um Kokain, Marihuana, Amphetamin und Haschisch gehandelt haben. Zusätzlich habe der Angeklagte in unmittelbarer Nähe zu den Drogen zahlreiche Waffen gelagert, darunter Messer, Schreckschusspistolen, Schlagringe, Schlagstöcke sowie eine Axt und eine Machete.
Er soll beabsichtigt haben, einen Teil der Betäubungsmittel selbst zu konsumieren und den Rest gewinnbringend zu verkaufen.
Mord an der Ehefrau
Beginn: Montag, 11. Mai
Fortsetzungstermine: 21. Mai, 5. Juni, 9. Juni
Tatort: Braunschweig
Tatzeit: 4. Dezember 2025
Zur Last gelegte Tat:
Dem 79-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, seine Ehefrau heimtückisch getötet zu haben. Er soll sich gemeinsam mit seiner Frau schlafen gelegt haben, in der Nacht aufgewacht sein und den Entschluss gefasst haben, sie zu töten. Bereits zuvor habe er einen Pflasterstein in die Wohnung gebracht. Mit diesem habe er mehrfach auf den Kopf seiner schlafenden Ehefrau eingeschlagen.
Anschließend habe er ein Küchenmesser geholt und ihr eine Schnittwunde am Hals zugefügt, wodurch die Halsschlagader durchtrennt worden sei. Danach habe er seinen Sohn informiert und sich selbst lebensgefährliche Verletzungen zugefügt.
Kokainhandel in großem Stil
Beginn: Dienstag, 12. Mai
Fortsetzungstermine: 27. Mai, 2. Juni, 5. Juni, 24. Juni, 26. Juni
Tatort: Wolfsburg
Tatzeitraum: 20. November bis 16. Dezember 2025
Zur Last gelegte Tat:
Den 28- und 33-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, gemeinsam gewerbsmäßig mit Kokain in nicht geringer Menge gehandelt zu haben. Der 33-jährige Angeklagte soll nach Spanien gereist sein, um Kokain zu beschaffen, und noch während seiner Rückreise eine sogenannte Bunkerwohnung angemietet haben. Der 28-jährige Angeklagte habe sich dort aufgehalten und das Kokain portioniert, verpackt und weitergegeben.
In dem Zeitraum sollen insgesamt 17,5 Kilogramm Kokain in die Wohnung gebracht worden sein. Bei einer Durchsuchung seien noch 11,7 Kilogramm Kokain sichergestellt worden.
Die Angeklagten sollen durch die Taten erhebliche Geldbeträge erlangt haben, deren Einziehung die Staatsanwaltschaft beantragt hat.
Vergewaltigung und schwere Gewalt
Beginn: Freitag, 15. Mai
Fortsetzungstermine: 2. Juni, 10. Juni
Tatort: Helmstedt
Tatzeitraum: 5. bis 6. Dezember 2025
Zur Last gelegte Tat:
Dem 35-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, eine Frau, die er zuvor auf einem Weihnachtsmarkt kennengelernt haben soll, in ihrer Wohnung über Stunden hinweg massiv misshandelt zu haben. Er soll sie geschlagen, getreten, gebissen und gewürgt haben, sodass sie zeitweise das Bewusstsein verloren habe. Anschließend habe er sie in das Badezimmer gezogen und geduscht, um Spuren der Gewalt zu beseitigen.
Darüber hinaus soll er die Frau vergewaltigt haben. Erst am nächsten Morgen habe es der Geschädigten gelungen sein, Hilfe zu holen. Der Angeklagte wurde festgenommen.
Landgericht Hildesheim
Am Landgericht Hildesheim werden im Mai keine die Region betreffenden Prozesse geführt.

