Feuerwehrnachwuchs trotzt dem Wetter im Zeltlager


Der Workshop zum Thema Brandschutzerziehung. Teamer Daniel Schafberg zeigt den Jugendlichen was passiert, wenn man Wasser auf brennendes Fett schüttet. Fotos: Kreis-Jugendfeuerwehr Goslar
Der Workshop zum Thema Brandschutzerziehung. Teamer Daniel Schafberg zeigt den Jugendlichen was passiert, wenn man Wasser auf brennendes Fett schüttet. Fotos: Kreis-Jugendfeuerwehr Goslar

Goslar/Almke. In einem Drei-Jahres-Rhythmus fährt der Feuerwehrnachwuchs aus dem Landkreis Goslar in ein gemeinsames Zeltlager. In den anderen beiden Jahren finden in der Regel Zeltlager auf Stadt- und Landesebene statt. In diesem Jahr stand das Kreiszeltlager an, welches in Almke bei Wolfsburg stattfand.


Bereits am Donnerstag, den 20. Juli machten sich zwölf Helfer auf den Weg nach Almke. Sie hatten bereits über ein Jahr im Vorfeld den Platz besichtigt und die nötige Infrastruktur geplant. Nun ging es darum diese Infrastruktur zu schaffen. Sie bauten verschiedene Gemeinschaftszelte, darunter ein Großzelt der Niedersächsischen Jugendfeuerwehr, auf, legten viele hunderte Meter Lautsprecher- und Stromkabel, Wasser und Abwasserleitungen und richteten ein Büro für die Lagerleitung ein.

Am Samstag, 22. Juli folgten dann rund 150 Lagerteilnehmer mit ihren Schlafzelten. Leider meinte es der Wettergott bereits beim Aufbau nicht gut mit dem 15. Kreiszeltlager. Den gesamten Vormittag regnete es immer wieder, mal weniger, mal mehr. Doch zum Nachmittag hin ließ sich endlich die Sonne blicken. Um 16 Uhr waren alle Schlafzelte aufgebaut, so dass Kreisjugendfeuerwehrwart Michael Müller zusammen mit Kreisbrandmeister Uwe Fricke das 15. Kreiszeltlager der Kreis-Jugendfeuerwehr Goslar eröffnen konnte. „Die schönste Woche im Jahr beginnt! Und es freut mich sehr, dass bereits die ersten Freundschaften zwischen den Jugendfeuerwehren entstanden sind und gemeinsam Spiele gespielt werden. Das ist Zeltlager!“, meinte Kreisjugendfeuerwehrwart Michael Müller bei der Eröffnung.

Im Anschluss nutzten die ersten Jugendfeuerwehren bereits das gute Wetter mit Temperaturen um 26 Grad um das angrenzende Freibad in Almke zu nutzen. Für Zeltplatzgäste ist der Eintritt nämlich frei. Am Sonntag standen dann die ersten Lagerspiele auf dem Programm. Jede der 15 angereisten Jugendfeuerwehren hat für alle anderen jeweils ein Spiel mit Wettbewerbscharakter vorbereitet. Die Spiele wurden über die ganze Woche verteilt. Die freie Zeit nutzten wieder einige Jugendfeuerwehren für einen Besuch im Freibad.

Am Montag regnete es stark


Der Montag brachte dann leider auch in das Zeltlager den angekündigten Dauerregen, der im Landkreis Goslar einen immensen Schaden anrichtete. Da passte es gut, dass für den Nachmittag der Tagesausflug in das Phaeno anstand. Auch am Dienstag regnete es unaufhörlich, im Landkreis Goslar entwickelte sich eine brisante Hochwasserlage, in Almke führte der Rasen das Wasser zum Glück immer noch sehr gut ab. Die meisten Jugendfeuerwehren entschlossen sich dazu den Tag in das Badeland nach Wolfsburg zu verlegen, um so dem Regen im Lager zu entfliehen. Andere trotzten dem dem Wetter mit Spielen in den Zelten oder einem anderen Ausflug. Auch das Abendprogramm wurde kurzerhand umgeändert. Statt dem geplanten Nachtmarsch wurde „Schlag den Jugendwart“ im Großzelt gespielt. Dabei traten die Jugendlichen gegen ihre Jugendwarte und Betreuer an. Nachempfunden sind die 15 Spiele dem TV-Klassiker „Schlag den Raab“. „Das ist Spontanität, wie sie den Feuerwehren tagtäglich abverlangt wird. Wir wollen den Jugendlichen ja auch bei diesem Wetter ein schönes Zeltlager bereiten“, erklärt Kreisjugendfeuerwehrwart Michael Müller. Zu der Spontanität gehörte auch, dass das anwesende DRK Seesen, aufgrund der Hochwasserlage, bis auf eine Helferin aus dem Kreiszeltlager entsandt wurde, um im Landkreis Goslar zu Unterstützen.

Auch Klettern stand auf dem Programm


Am Mittwochmorgen schien wettertechnisch auch noch keine Besserung in Sicht und das obwohl der Tagesausflug in einen Kletterpark anstand. Nach einem Telefonat mit dem Betreiber machten sich die Jugendfeuerwehren etwas später als geplant auf

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Im Kletterpark hilft Tim dem Aufsteigenden in dem er das Sicherungsseil nachführt. Foto:



den Weg zum Kletterpark und dann war sie da, die Sonne. Langsam aber sicher stieg die Temperatur während der Sicherheitseinweisung. So konnten die ersten Gruppen nach und nach in die bis zu 14 Meter hohen Parcours im Allerpark aufsteigen. Ein gemeinsamer Besuch im Kletterpark ist sehr gut für das Teambuilding welches in Feuerwehren tagtäglich benötigt wird. Darauf ist auch ein jedes Zeltlager ausgelegt, so passte der Besuch im Kletterpark sehr gut in das Programm. „Da waren schon wirklich krasse Hindernisse dabei, aber es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Leider ging die Zeit viel zu schnell um“, so beschrieb die 12-jährige Marie aus Ostlutter ihre Erfahrungen im Kletterpark. Den anstrengenden Tag ließen die Jugendfeuerwehren dann mit einem gemeinsamen Grillabend ausklingen.

Am Donnerstag kam die Sonne raus


Strahlender Sonnenschein begrüßte dann am Donnerstag nicht nur die Lagerteilnehmer, sondern auch viele Gäste im Zeltlager. Denn es war Besuchertag. Ein Tag an dem Feuerwehrkameraden und Eltern dazu eingeladen waren sich das Zeltlager aus nächster Nähe anzuschauen und sich nach dem Wohl der Teilnehmer zu erkundigen. Zu den Gästen zählten unter anderem auch der Bezirksjugendfeuerwehrwart Stephan Blume, sowie der Landesjugendfeuerwehrwart André Lang. Den ganzen Tag herrschte reges Treiben auf dem Zeltlagerplatz. An der ein oder anderen Stelle wurde sogar eine Wasserschlacht mit Wasserpistolen, Wasserbomben und Eimern gesichtet. Am Abend starteten wieder Workshops, die über die ganze Woche verteilt stattfanden. Diesen Abend zum Beispiel Brandschutzerziehung mit einem Praxisbeispiel zum Thema „Fettexplosion“, Erste Hilfe und Beauty. Und schon brach der letzte ganze Tag im Zeltlager an. Letzte Lagerwettbewerbe und Workshops fanden statt. Am Abend stand die Siegerehrung für den Lagerwettbewerb auf dem Programm. Dort konnte sich die Jugendfeuerwehr Oker behaupten. Den zweiten Platz erzielte die Jugendfeuerwehr Bodenstein/Nauen, den dritten die Wehr aus Goslar.

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Gemeinschaft wird bei der Jugendfeuerwehr groß geschrieben, so auch im Kletterpark als Tim aus eigener Kraft das Ziel nicht erreichte. Foto:





Den Abschluss des Tages bildete die Lagerdisco im Großzelt. Dort hatte Fachbereichsleiter Veranstaltungen & Wettbewerbe Marius Rademacher- Ungrad seine Technik aufgebaut. Bunte Lichter, laute Musik und eine Fotobox luden zum bunten Abend ein. Gemeinsam wurde zu „Aloha Heja He“ gerudert, Macarena getanzt und dutzende Songs mitgesungen. Highlight des Abends waren dann sicherlich die Karaokeeinlagen verschiedener Jugendfeuerwehrmitglieder und Betreuer. Sie sangen Songs wie „Atemlos Durch Die Nacht“, „Lovefool“ und „Schrei nach Liebe“. Am Samstagmorgen klimpern auf dem Zeltplatz bereits die ersten Zeltstangen, Taschen und Feldbetten werden über den Platz getragen. Die schönste Woche einer Jugendfeuerwehr ging zu Ende. Nach und nach rückten die Logistikfahrzeuge der Feuerwehren an, um Zelte und Gepäck der Jugendfeuerwehren aufzuladen und nach Hause zu bringen. Die Jugendfeuerwehrmitglieder fuhren mit vielen neuen Erinnerungen und neuen Freundschaften nach Hause. „Ich hoffe, dass diese Freundschaften lange halten und die Zusammenarbeit der Jugendfeuerwehren untereinander dadurch noch besser wird“, sagt der stellv. Kreisjugendfeuerwehrwart Martin Butzlaff. „Und ein großes Dankeschön an die Teamerinnen und Teamer, sowie das DRK, die die Durchführung des Zeltlagers überhaupt erst ermöglicht haben. Egal ob an der Essensausgabe, in der Lagerleitung, bei der Durchführung von Programm und Workshops oder dem Errichten der Infrastruktur – Danke!“.


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