Für mehr Bio in Niedersachsen: Goslar ist Öko-Modellregion


Die Anzahl an ökologisch arbeitenden Betrieben soll erhöht werden. Symbolfoto: Alexander Panknin
Die Anzahl an ökologisch arbeitenden Betrieben soll erhöht werden. Symbolfoto: Alexander Panknin | Foto: Alexander Panknin

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Hannover/Goslar. Niedersachsen hat erstmals drei Öko-Modellregionen: Holzminden, Goslar und Uelzen. Sie haben sich mit ihren Konzepten durchgesetzt und können mit Unterstützung des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums (ML) nun die Projekte auf den Weg bringen, die mehr regionale Bio-Lebensmittel fördern sollen. Dies berichtet das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.


Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast: „Ein wichtiger Schritt für uns. Wir fördern mehr Bio in Niedersachsen. Immer mehr Menschen legen Wert auf regionale Bio-Lebensmittel - aber die Nachfrage übersteigt das Angebot. Daher freue ich mich, den drei Projektträgern nun eine Förderung in Aussicht stellen zu können. Auf dem Weg zu einem größeren Bio-Angebot in und aus Niedersachsen brauchen wir innovative Lösungen, wie sie in den Öko-Modellregionen entwickelt werden sollen."

Dieser Aufgabe sehen die erfolgreichen Projektträger entgegen, die nun über drei Jahre hinweg für ihr Projektmanagement mit jeweils bis zu 60.000 Euro pro Jahr vom Land unterstützt werden: Der Landkreis Goslar (gemeinsam mit der LEADER-Region Westharz), die Bezirksstelle Uelzen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (gemeinsam mit der LEADER-Heideregion Uelzen) und der Landkreis Holzminden (gemeinsam mit der LEADER-Region VoglerRegion im Weserbergland). Die eingereichten Konzepte hätten eine Fachjury aus Wissenschaftlern und Vertretern von Verbänden und Fachbehörden überzeugt.

Was ist eine Öko-Modellregion?


Das Grundprinzip einer Öko-Modellregion (ÖMR) sei auf die Erhöhung des regionalen Anteils ökologisch wirtschaftender Betriebe ausgerichtet. Das betreffe zum einen die landwirtschaftliche Produktion, aber auch die Bereiche Verarbeitung, Vermarktung bis hin zur Gemeinschaftsverpflegung in öffentlichen Einrichtungen und Kantinen. Der Fokus liegte dabei auf kommunalen und regionalen Strukturen und Netzwerken. Weil sich für jede ÖMR andere Ausgangslagen und Voraussetzungen ergeben, habe für jede Region ein individuelles Konzept entwickelt werden müssen, das auf die Akteure und Bedürfnisse vor Ort zugeschnitten sei. Beispiele für Tätigkeitsfelder in Öko-Modellregionen seien etwa der Aufbau von bäuerlichen Liefergemeinschaften für den Lebensmitteleinzelhandel oder der Ausbau der Direktvermarktung zum Erhalt der regionalen Nahversorgung auf dem Land.

Konzept für Goslar


16 Ökobetriebe gibt es im Kreis Goslar. Mit rund 1.000 Hektar habe der Landkreis einen Ökoflächenanteil von 3,9 Prozent. Als besondere Stärken zur Entwicklungsfähigkeit des Ökolandbaus werden im vorgelegten Konzept die an der Bioverarbeitung interessierten Mühlen und Handelsorganisationen, das Flächenpotential für Obst- und Gemüseanbau sowie die zentrale Lage in der Metropolregion Hannover-Göttingen-Braunschweig herausgestellt.

Warum braucht Niedersachsen Öko-Modellregionen?


Verbraucherinnen und Verbraucher würden bewusster einkaufen und essen wollen. Dafür müssten sie wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen und wie sie produziert wurden. Viele würden dabei auf Bio-Produkte setzen, doch müssten sie hier oft auf Lebensmittel zurückgreifen, die nicht aus der Region stammen. Dabei bringe der ökologische Landbau viele positive Effekte: Er leiste wichtige Beiträge zum Schutz der biologischen Vielfalt, des Wassers und des Bodens sowie für die Entwicklung des ländlichen Raumes.


Rund 1.400 Unternehmen in Niedersachsen würden in steigendem Umfang Bio-Erzeugnisse erzeugen und schaffen Arbeitsplätze. Auf rund 2.000 landwirtschaftlichen Betrieben werde ökologisch gewirtschaftet und mehr als 107.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche werde für die Bio-Produktion genutzt - Tendenz steigend. Das Marktvolumen steige allerdings, ohne dass diese Wertschöpfungspotentiale von der regionalen Ökolandwirtschaft hier in gleichem Umfang genutzt werden. Dazu Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast: „Wir müssen am Ball bleiben, um bei der Bio-Produktion nicht abgehängt zu werden. Von der Produktion von Futtermitteln angefangen bis hin zum Einsatz von Bioprodukten in der Gemeinschaftsverpflegung haben wir noch sehr viele Möglichkeiten die Marktanteile unserer Niedersächsischen Ökobetriebe auszuweiten, sodass die entsprechende Wertschöpfung unseren niedersächsischen Betrieben auch zugutekommt."

Wie geht es jetzt weiter?


Mit den vorliegenden Konzepten sei der erste Schritt getan. Die jeweilige Ausgangslage sei analysiert worden, die Ziele definiert, Maßnahmen entwickelt und Meilensteile gesteckt. Anfang 2020 werden die Beteiligten ins Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) zu einer Auftaktveranstaltung geladen. Hier werden auch Vertreterinnen und Vertreter aus Verbänden sowie von Unternehmen und Gremien als Ansprechpartner teilnehmen. Die Fachjury des Wettbewerbs, der sogenannte Begleitkreis, stehe den Projektmanagern auch weiterhin beratend zur Seite und werde die Umsetzung evaluieren. Informationen zu den Projektfortschritten, Ansprechpartnern oder Veranstaltungen gibt es auf der Webseite www.ml.niedersachsen.de/oekomodellregionen.