„gemeinsam jüdisch. einst und heute“ : Goslar ist Gastgeber der Jüdischen Kulturtage

Mehr als 60 Veranstaltungen laden vom 17. August bis 20. September zu Begegnungen mit jüdischer Kultur und Geschichte ein.

Symbolfoto
Symbolfoto | Foto: Matthias Kettling

Mehr regionalHeute.de bei Google sehen?

Jetzt als bevorzugte Quelle festlegen

Goslar. Im Rahmen der diesjährigen Jüdischen Kulturtage zwischen Harz und Heide erwartet das Publikum vom 17. August bis 20. September ein vielfältiges Programm zwischen Führungen und Konzerten, Lesungen und Ausstellungen, Workshops und kulinarischen Angeboten. Mehr als 60 Veranstaltungen in Niedersachsen und Sachsen- Anhalt eröffnen facettenreiche Einblicke in jüdisches Leben – einst und heute, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Stadt Goslar und des Israel Jacobson Netzwerks für jüdische Kultur und Geschichte e. V.



Schirmherr der vom Israel Jacobson Netzwerk (IJN) konzipierten Veranstaltungsreihe ist Michael Fürst, Präsident des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen K.d.ö.R.. Unter dem diesjährigen Motto „gemeinsam jüdisch. einst und heute“ werden jüdische Kultur und Gemeinschaften in Vergangenheit und Gegenwart in den Blick genommen. In diesem Jahr ist die Stadt Goslar, deren jüdische Geschichte bis ins Mittelalter zurückreicht, Gastgeberort für die Jüdischen Kulturtage. Jitla bat Chaim, die im 17. Jahrhundert am Wiederaufbau der jüdischen Gemeinde in Goslar beteiligt war, ist hier besonders zu würdigen. Und sie ist die erste historische Frauenfigur, der die Jüdischen Kulturtage einen besonderen Schwerpunkt widmen. „Die Jüdischen Kulturtage schaffen Begegnungen, fördern Austausch und stärken das Verständnis füreinander. Sie setzen ein wichtiges Zeichen für Toleranz, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander“, betont Goslars Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner.

Auftakt in Goslar


Gemeinsam laden die Stadt Goslar und das Israel Jacobson Netzwerk herzlich zur Eröffnung der Jüdischen Kulturtage am Montag, 17. August, 17 Uhr, in den Kulturmarktplatz (KUMA) Goslar, Am Museumsufer 2, 38640 Goslar, ein. Neben Grußworten und einer Einführung in das Jahresthema erwartet die Besucherinnen und Besucher ein moderiertes Gespräch zur Bedeutung jüdischer Gemeinschaften in Vergangenheit und Gegenwart. Zudem wird die Ausstellung „Holocaust-Denkmal – ein Ausstellungs-Projekt der Schule am Harly in Goslar“ eröffnet. Bereits am Nachmittag bietet eine Stadtführung Gelegenheit, die jüdische Geschichte Goslars näher kennenzulernen. Ein besonderer Höhepunkt der diesjährigen Kulturtage ist die Feier zum zehnjährigen Bestehen des Israel Jacobson Netzwerks am 17. September. Alle Veranstaltungen sind unter www.meingoslar.de aufgeführt.

Ein Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte


Seit seiner Gründung im Jahr 2016 engagiert sich das Netzwerk dafür, jüdische Kultur und Geschichte zwischen Harz und Heide sichtbar zu machen, regionale Akteurinnen und Akteure zu vernetzen und neue Impulse für die Vermittlungsarbeit zu setzen. Eine Übersicht aller Veranstaltungen finden Interessierte auch auf der Webseite des Israel Jacobson Netzwerks unter www.ij-n.de. Dort steht auch das Programmheft zum Download bereit. Die Druckversion ist bei den Tourist-Informationen in der Region erhältlich. Weitere Informationen gibt es unter https://ij-n.de/aktivitaeten/juedische-kulturtage-zwischen-harz-und-heide/juedische-kulturtage-zwischen-harz-und-heide-2026/ oder direkt beim Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e.V. c/o Technische Universität Braunschweig, Pockelsstraße 4, 38106 Braunschweig. Die Ansprechpartnerinnen Rebekka Denz, Katrin Keßler und Alissa Römling sind telefonisch über 0178 6723594 oder per E-Mail unter info@ij-n.de zu erreichen.

Ein Zeichen für Sichtbarkeit und Dialog


„Nach dem Pogrom vom 7. Oktober 2023 und im Schatten des anhaltenden Terrors der Hamas gegen Israel wie auch des Terrors gegen Jüdinnen und Juden hier und andernorts ist unser Anliegen dringlicher denn je. Die Jüdischen Kulturtage setzen ein Zeichen für Sichtbarkeit, Dialog und ein respektvolles Miteinander“, erklärt Prof. Dr. Cord-Friedrich Berghahn, Präsident des Israel Jacobson Netzwerks. „Großer Dank gilt allen Partnerinnen und Partnern sowie insbesondere den fördernden Institutionen der diesjährigen Jüdischen Kulturtage: Der Stadt Goslar, der Hildesheimschen Landschaft, dem Fachbereich Kultur und Wissenschaft Stadt Braunschweig, dem Lions Club Goslar Kaiserpfalz, der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz (SBK) und der Stiftung Braunschweiger Land.“

Jüdische Geschichte sichtbar machen


Das Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e. V. (IJN) versteht es als seine Aufgabe, Themen, authentische Orte und Objekte jüdischer Kultur in Geschichte und Gegenwart als Teil der kulturellen Identität in der Region zwischen Harz und Heide und darüber hinaus dauerhaft sichtbar zu machen. Seit seiner Gründung im April 2016 engagieren sich regionale Institutionen, wissenschaftliche und kulturelle Einrichtungen sowie interessierte Privatleute aus den Landkreisen und Städten wie Braunschweig, Wolfsburg, Helmstedt, Seesen, Halberstadt, Peine, Wolfenbüttel u.v.m. für die Erforschung und Vermittlung der in Vergangenheit und Gegenwart reichen jüdischen Kultur und Geschichte in unserer Region.

Jüdische Kulturtage seit 2020


Im Rahmen des Projekts Jüdische Kulturtage zwischen Harz und Heide hat das IJN im September 2020 erstmals Orte jüdischer Kultur der Gegenwart und Vergangenheit mit Veranstaltungen wie Vorträgen, Konzerten und Ausstellungen bespielt. Unter der Schirmherrschaft des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden in Niedersachsen (Vorsitzender: Michael Fürst) werden gemeinsam mit der jüdischen Gemeinschaft von Mitte August bis Mitte September jährlich wechselnde Themen betrachtet. Gemäß des Netzwerkgedankens vernetzt der Verein Akteurinnen und Akteure aus Südostniedersachsen, aus Deutschland und der Welt miteinander, setzt Impulse für zukünftige Ausrichtungen der Kulturtage und bietet eine Plattform für diverse jüdische Stimmen.