Goslar. Der Harz wird zum Suchfeld für Gold und 49 andere Bodenschätze – darunter auch seltene Erden wie beispielsweise Scandium und Yttrium. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Niedersachsen hat der Beak Consultants GmbH mit Sitz in Freiberg in Sachsen das Erlaubnisfeld Oberharz zur großräumigen Aufsuchung von Bodenschätzen zugeteilt. Das Feld umfasst weite Teile des westlichen Harzes. Die Erlaubnis sei auf vier Jahre bis September 2030 befristet. Das erklärt das Landesamt heute in einer Pressemitteilung.
Der Teil des Harzes blickt ja bereits auf eine stolze und lange Bergbautradition zurück. Hier wurden unter anderem Silber, Blei, Kupfer und Zink abgebaut. Was noch alles im Oberharz an Bodenschätzen steckt, das will die Firma aus Freiberg also herausfinden. Diese werde demnach "vorrangig aus wissenschaftlichen Zwecken eine Vielzahl von Bodenschätzen" suchen, heißt es in der Pressemitteilung des Landesbergbauamtes. Hintergrund sei ein Forschungsprojekt, das neue Erkundungs- und Explorationsmethoden für potenzielle Bergbauregionen in Deutschland entwickelt. Dafür greift es auf Erkenntnisse aus dem Erzgebirge und dem Harz zurück.
Das ist das Feld, in dem jetzt nach Gold gesucht wird
Das Erlaubnisfeld Oberharz erstreckt sich dabei vor allem im Landkreis Goslar. Es reicht von Bad Harzburg im Osten bis an die A7 bei Olderode südlich von Seesen im Westen sowie vom Langelsheimer Ortsteil Nauen im Norden bis nach Osterode am Harz im Süden. Es ist knapp 494,6 Quadratkilometer groß. Dabei erstreckt es sich auch auf Gebiete, in denen bereits aus gewerblichen Zwecken nach Rohstoffen gesucht werde. Einen rechtlichen Konflikt gebe es dadurch aber nicht, teilt das Landesamt mit. Das Bundesberggesetz sehe ausdrücklich vor, dass eine Erlaubnis zur Aufsuchung zu gewerblichen Zwecken die Erteilung einer Erlaubnis zur großräumigen Aufsuchung oder zur Aufsuchung zu wissenschaftlichen Zwecken nicht ausschließt.

Das ist das vom Landesamt freigegebene Suchfeld. Foto: Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Niedersachsen
Bevor das LBEG der Beak Consultants GmbH das Erlaubnisfeld Oberharz zugeteilt hat, hatte es die von der Fläche betroffenen Landkreise Goslar, Göttingen und Northeim sowie die Städte Bad Harzburg, Clausthal-Zellerfeld, Goslar, Langelsheim, Osterode am Harz und Seesen und weitere Gemeinden um Stellungnahme gebeten. Die Aufsuchungstätigkeiten werden sich vorerst auf die Untersuchung von Sedimentproben und bereits vorliegenden Bohrkernen konzentrieren. Für tiefergehende technische Tätigkeiten sind bergrechtliche Betriebspläne erforderlich, für deren Zulassung unter anderem ein gesondertes Beteiligungsverfahren nötig ist.

