Goslar, deine Straßen - Der Claustorwall

von Alec Pein


Diese Woche in unserer Straßenserie: Der Claustorwall. Foto : Alec Pein
Diese Woche in unserer Straßenserie: Der Claustorwall. Foto : Alec Pein | Foto: Alec Pein



Goslar. Vom Frankenberger Teich führt der Claustorwall von der Straße Nonnenberg weiter Stadt einwärts. Im Zuge der Erweiterung der Stadt mussten hier die Befestigungsanlagen weichen. Um 1900 war Platz für reiche Bürger, darunter einige zugereiste, um Villen erbauen zu können. Heute ist es ein begehrtes Wohngebiet: Die Häuser sind elegant, haben überwiegend große Gärten und hübsche Balkone.

Der Name leitet sich vom ehemaligen Klaustor ab, das für genannte Stadterweiterung um 1825 abgerissen wurde. Fünf Jahre früher wurden die Wallanlagen abgerissen und es entstanden nahe der Altstadt Grundstücke, die zuerst als Obstgärten und Ziegenwiesen dienten, bis der Häuserbau begann.

Der Name Claustorwall leitet sich vom alten, um 1825 abgerissenen südlichen Stadttor ab. Dieses führte die Bezeichnung Klaustor (mit “K“). Die Straße liegt etwas oberhalb der Altstadt hinter der ehemaligen Stadtmauer, wo sie auf den früheren Wallanlagen erbaut wurde. Nach 1820 wurden die alten Wall- und Befestigungsanlagen für die geplante Stadterweiterung abgerissen und zur Bebauung freigegeben. Zwischen 1850 und Juni 1925 wurde der Claustorwall noch als Klaustor-Promenade geführt. Bei der Aufgabe der Befestigungsanlagen wurde um die Feldmauern ein von Bäumen begrenzter Rundweg angelegt. Die ersten Grundstücke wurden damals vor dem Häuserbau als begrünte Obstgärten und Ziegenwiesen bewirtschaftet.

 Die Hausnummer 23 im Claustorwall.
Die Hausnummer 23 im Claustorwall. Foto: Alec pein



Hier wohnte die letzten vier Jahre seines Lebens der deutsche Maler Professor Hermann Wislicenus. Dieser war Jahrzehnte mit einigen Wandgemälden in der Goslarer Kaiserpfalz beschäftigt. Das als Tryptichon erstellte Bild im Kaisersaal etwa, entstand durch seine Arbeit und gegen den Widerstand aus der Öffentlichkeit: Das Zentralbild sollte nach der ursprünglichen Planung die Kaiserproklamation in Versailles zeigen. Heute ist jedoch eine sinnbildliche Komposition zu sehen, die Wilhelm den I. zu Pferde, umgeben von den ihn unterstützenden Personen aus Gegenwart und Geschichte zeigen.