Goslar. Hinter beziehungsweise unter der Kaiserpfalz endet die Straße Liebfrauenberg als Fortsetzung des Kaiserbleek in einer Sackgasse. Benannt wurde die Straße nach der ehemalig nördlich der Kaiserpfalz gelegenen Liebfrauenkirche.
Die Liebfrauenkirche oder auch "Marienkapelle" bestand aus einem zentralen quadratischen Bau von knapp zehn Metern Seitenlänge und befand sich nördlich der Kaiserpfalz. Das Gebäude war zweigeschossig, wobei das Erdgeschoss mit Zugang auf der Südseite war für das „einfache Personal“ bestimmt war. Mit dem Kaiserhaus verbunden war das Obergeschoss und diente der kaiserlichen Familie. Heute stehen noch die kleinen Häuser am Liebfrauenberg, die weltlichen Bediensteten als Unterkunft dienten.
Die Straße endet in einem Hof, der sich heute in Privatbesitz befindet. Hier sind Reste der um 1200 errichteten Torkapelle St. Martin und des Martinsturms in die später errichteten Fachwerkhäuser mit einbezogen worden. So bildet die Anlage zusammen mit einem hohen noch erhaltenen Teil der Stadtmauer einen dreieckigen Hof. Die Gebäude Nummer 5 und 5a
aus dem 17. Jahrhundert dienten als Waisen- und Spinnhaus sozialen Zwecken.

