Region. Die Spritpreise sind in diesem Jahr durch die Folgen des Angriffs auf den Iran durch Israel und die USA auf neue Höchstwerte gestiegen. Lässt das auch die Bereitschaft steigen, sich den Kraftstoff auf illegale Art und Weise anzueignen? Medienberichte, die sich auf Aussagen des Landeskriminalamtes Niedersachsen berufen, lassen das vermuten. regionalHeute.de wollte wissen, wie es hierzu in unserer Region aussieht.
Mehrere Medien berichteten Anfang der Woche, dass in diesem Jahr die Fälle von Dieseldiebstahl aus geparkten Fahrzeugen und Tankbetrug (das heißt das Nichtbezahlen des Kraftstoffs an der Tankstelle) gestiegen seien. Als Quelle wird ein Bericht des LKA Niedersachsen genannt, der von einem Anstieg der Fälle von Kraftstoffdiebstahl aus Fahrzeugen um 32 Prozent zum Vorjahr spricht. Doch was sagt die für unsere Region zuständige Polizeidirektion Braunschweig?
Keine valide Datenbasis
Polizeisprecher Sascha Repp merkt zunächst an, dass es hierzu keine valide Datenbasis gebe, da eine spezifische Auswertung nach Kraftstoffdiebstahl aus geparkten Fahrzeugen nicht gesondert erfasst werde. Es handele sich somit nicht um Daten der Kriminalstatistik.
Eine Auswertung nach Diebstählen aus Kraftfahrzeugen, worunter auch Kraftstoffdiebstähle fallen, und der damit verbundenen händischen Auswertung nach Kraftstoffdiebstählen zeige aber eine Tendenz. Und diese bestätigt nicht den Bericht des LKA. "Die diesjährige Zahl bewegt sich etwa auf dem durchschnittlichen Niveau der vergangenen Jahre. Stand heute liegt die Zahl für 2026 im unteren dreistelligen Bereich."
Keine regionalen Schwerpunkte
Die Taten würden sich auf die ganze Region verteilen, ohne klare Schwerpunkte erkennen zu lassen. Die meisten Diebstähle entfallen auf (Autobahn-)Parkplätze, die Straße oder Baustellen. Am häufigsten betroffen seien Lastkraftwagen oder Arbeitsfahrzeuge. Am meisten entwendet wurde Diesel.
Zum Vorgehen der Täter schreibt die Polizei: "Grundsätzlich wirken die Täter dabei gewaltsam auf den Tank beziehungsweise den Tankdeckel ein und entwenden im Anschluss den Kraftstoff aus dem Tank."
Aufklärungsquote unbekannt
Da es sich bei den genannten Tendenzen nicht um Zahlen aus der polizeilichen Kriminalstatistik handele, könne keine Aussage zur Aufklärungsquote getroffen werden, so Sascha Repp abschließend.

