Goslar. Mehr Aufenthaltsqualität, neue Möglichkeiten für Aktionen und ein attraktiverer Eingang in die Innenstadt: Auf der als „Sperlingsplatz“ bekannten Fläche ist am oberen Ende der Bäckerstraße zur Marktstraße eine temporäre Gastro- und Aktionsfläche entstanden. Darüber informiert die Stadt Goslar in einer Pressemitteilung.
Das rund zehn Quadratmeter große Areal soll zukünftig in den Sommermonaten zum Verweilen einladen und die Innenstadt auch in ihrer Randlage beleben. Entstanden ist die Maßnahme im Zusammenhang mit dem Projekt „Goslar geht voran“ im Rahmen des Bundesprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ (ZIZ), dessen Maßnahmenpaket der Rat am 15. Februar 2022 beschlossen hat.
Tisch, Bänke Kübel
Die Ausstattung mit einem Tisch, vier Bänken, Blumenkübeln und Mülleimern wird lediglich auf der oben genannten Fläche aufgestellt, Tiefbauarbeiten sind nicht erforderlich. „Über das Projekt „Goslar geht voran“ können wir bestimmte Dinge einfach einmal ausprobieren“, sagt Goslars Innenstadtmanagerin Anna-Sophie Busse-Pietrzynski. „Wir wollen schauen, wie eine solche Fläche angenommen und genutzt wird und welchen Beitrag sie zur Belebung der Innenstadt leisten kann. In vielen Städten gehören vergleichbare Aufenthaltsflächen inzwischen ganz selbstverständlich zum Stadtbild. Nach der diesjährigen zweimonatigen Erprobungsphase wird es eine gemeinschaftliche Evaluierung des Projekts geben.“
Die Leiterin der Stabsstelle Wirtschaftsförderung und strategische Stadtentwicklung, Sandra Bogisch, ergänzt: „Gerade der Eingang zur Marktstraße bietet ein enormes Potenzial, das wir wieder stärker in den Fokus rücken möchten. Mit der Umgestaltung schaffen wir einen attraktiven Anziehungspunkt, der den Zugang zur Altstadt spürbar aufwertet.“ Die Planungs- und Umsetzungskosten für die Maßnahme belaufen sich insgesamt auf rund 22.000 Euro brutto. Die Kosten für die Planung werden im Rahmen des ZIZ-Programms zu 90 Prozent gefördert.
Bis in den Oktober
Für die Nutzung gelten, wie auch schon bisher in diesem vor allem in den Abendstunden gut frequentierten Gebiet, die Bestimmungen der städtischen Sicherheits- und Ordnungssatzung. Insbesondere gilt ab 22 Uhr die Ruhezeit. In diesem Jahr bleibt die Fläche wetterabhängig bis in den Oktober als Außenfläche ausgestattet. Für die Einrichtung der Fläche entfallen vorübergehend drei Parkplätze, zudem wurde in der Bäckerstraße eine temporäre Lieferzone eingerichtet.
Einige ansässige Gewerbetreibende unterstützen die Maßnahme und wollen auch „ein Auge auf die Fläche haben“. Wichtig für das Gelingen der Idee sei, dass der Platz als Chance für eine positive Quartiersentwicklung angenommen wird und von den Personen vor Ort in diesem Sinne genutzt wird. „Wir sehen hier Potenzial für ein hochwertiges Quartierszentrum, das Anwohnerinnen und Anwohnern sowie den ansässigen Gewerbetreibenden eine Gelegenheit zum Verweilen und für Austausch bieten soll – ein ´mobiles Wohnzimmer´ zum Wohlfühlen“, so Bogisch, die über das Projekt auch regelmäßig im Wirtschaftsausschuss berichtet hat. „Besonders erfreulich ist zudem, dass die Möbelelemente von lokalen Betrieben angefertigt wurden.“
Ein kleiner Schanigarten
Auch wenn die Fläche den Charakter eines kleinen „Schanigartens“ hat, wurde in Goslar bewusst auf eine feste Zuordnung zu einem gastronomischen Betrieb in der Umgebung verzichtet. Der aus Bayern bekannte Begriff beschreibt üblicherweise eine bewirtete Fläche im öffentlichen Straßenraum vor einem Lokal. Am Sperlingsplatz gibt es dagegen keine Bedienung und keinen einzelnen Betreiber. Die Fläche steht vielmehr allen Besucherinnen und Besuchern der Innenstadt offen. Damit soll zugleich Raum für unterschiedliche Nutzungen entstehen.
„Uns ist wichtig, dass die Fläche nicht nur mit Möbeln ausgestattet wird, sondern tatsächlich mit Leben gefüllt werden kann“, so die Innenstadtmanagerin. „Die temporäre Gestaltung soll damit auch ein Beispiel sein, wie öffentlicher Raum in der Innenstadt flexibel und zeitweise anders genutzt werden kann – als sichtbarer Baustein der Innenstadtentwicklung.“
