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Kaiserpfalzparkplatz wird zum Stiftsgarten: So wird es aussehen



Kaiserpfalzparkplatz wird zum Stiftsgarten: So wird es aussehen


Prof. Walter Ackers und Sandra Morese vom Büro Ackers Partner Städtebau haben den Wettbewerb betreut. Sie präsentieren gemeinsam mit Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk, Investorin und Bauherrin Anke Tessner-Schreyeck sowie Axel Lohrer, Vorsitzender des Preisgerichtes, das passende Modell zum Entwurf von nsp christoph schonhoff. Foto: Stadt Goslar
Prof. Walter Ackers und Sandra Morese vom Büro Ackers Partner Städtebau haben den Wettbewerb betreut. Sie präsentieren gemeinsam mit Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk, Investorin und Bauherrin Anke Tessner-Schreyeck sowie Axel Lohrer, Vorsitzender des Preisgerichtes, das passende Modell zum Entwurf von nsp christoph schonhoff. Foto: Stadt Goslar

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Goslar. Es ist ein Siegerentwurf für den Stiftsgarten im Kaiserpfalzquartier gefunden. Am Donnerstag tagte das Preisgericht, um einstimmig den Sieger dieses Freiraumwettbewerbs zu küren: nsp christoph schonhoff, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner aus Hannover. Die Stadt Goslar berichtet in einer Pressemitteilung.



Ihr Entwurf konnte die Jury überzeugen. Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk erklärte, was den Juroren wichtig war: „Das Ergebnis muss sich einfügen in Richtung Kaiserpfalz – sie bleibt die Nummer Eins – und eine gute Beziehung zum Architektenentwurf von Nieto Sobejano aufbauen.“ Aus Sicht der Stadt sei der Entwurf dem historischen Ort angemessen, schaffe aber auch einen neuen Raum für Bürgerinnen und Bürger.
In den frühen 1970er Jahren wurde der heutige Kaiserpfalzparkplatz an der Stelle angelegt, wo vor 1050 die Stiftskirche St. Simon und Judas entstand, auch als Goslarer Dom bezeichnet. Wegen Baufälligkeit wurde sie 1820 „auf Abbruch“ verkauft; erhalten blieb nur die nördliche Domvorhalle. Eine besondere Aufgabe für die Landschaftsarchitekten bestand nun darin, die geschichtliche Bedeutung des Platzes zu würdigen und herauszustellen. Auch die herausragende stadt- und kulturgeschichtliche Bedeutung der Kaiserpfalz und der Altstadt Goslar als UNESCO Weltkulturerbe galt es zu berücksichtigen. Laut Aufgabenstellung war die Beziehung zwischen Kaiserpfalz und Stiftsareal herauszuarbeiten, die heute vorherrschende räumliche Trennung durch Bäume und Wege aufzuheben und der Grundriss der Stiftskirche und dessen Kreuzganges zu thematisieren. Tiefbauarbeiten und Baumpflanzungen sind dabei begrenzt, denn im Untergrund befinden sich noch die Grundmauern der Stiftskirche.


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Die Aufsicht auf den Entwurf von nsp christoph schonhoff zeigt im Norden die Domvorhalle und die Rampe, den Kreis mit den nachgezeichneten Fundamenten und den parkähnlichen Bereich im Osten. Grafik: nsp christoph schonhoff / Repro: Stadt Goslar Foto:


Eine Lupe in die vergangene Zeit


Im Mittelpunkt des Siegerentwurfes steht ein Kreis. Er ist laut nsp christoph schonhoff eine „Lupe in die vergangene Zeit“. Er wird eingefasst von einem 50 Zentimeter breiten Ring aus geschliffenem Beton sowie je nach topografischer Lage ein bis zwei Stufen. Darin werden Informationen über die Geschichte des Stiftareals eingelassen und Lichtquellen integriert. Beton in einem warmen Grau zeichnet außerdem bruchstückhaft den Grundriss der Stiftskirche und des Kreuzgangs nach. Gleichzeitig sichert er die historischen Fundamente im Untergrund. Die Zwischenräume werden von Rasen bedeckt. Ein rund 30 Meter hoher Metallstab markiert die Höhe der ehemaligen Stiftskirche. Die Erinnerung an das Vergangene sei wunderschön inszeniert, sagte Axel Lohrer, Vorsitzender des Preisgerichtes.

Ein zeitloser Entwurf


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Eine Metallstange neben der Domvorhalle zeigt, wie hoch die Stiftskirche früher einmal gewesen ist. Grafik: nsp christoph schonhoff / Repro: Stadt Goslar Foto:



Aber die Jury achtete nicht nur auf den historischen Bezug. „Zeitlosigkeit war ein ganz wichtiger Punkt“, erläuterte Axel Lohrer. Was ist auch in 10 oder 20 Jahren noch aktuell? „Wir haben hier einen Entwurf, der vieles von beiden Seiten einbringt.“ Das Areal mit Sitzstufen kann für diverse Veranstaltungen genutzt werden. Der Juryvorsitzende lobte das „subtile Spiel mit der Topografie“, das die drei Meter Verschränkung gekonnt inszeniere und Probleme einfach wegdrücke. Die Sitzstufen und die Zurücknahme der Baumreihe hebe die Trennung zwischen Kaiserpfalz und Stiftsareal auf. Nach Osten werden hingegen neue Bäume als Begrenzung gesetzt, Rosen und Stauden gepflanzt, und hölzerne Bänke laden zum Verweilen ein. Die Wegebeziehungen zum Kaiserpfalzquartier mit Hotel und Veranstaltungshalle waren genauso mitzudenken wie die zum Rammelsberg, in die Wallanlagen und in die Innenstadt. Auch die Barrierefreiheit wurde bedacht: Im Norden soll neben den bestehenden Treppen eine neue barrierefreie Rampe entstehen.

Wie schon beim Hochbauwettbewerb bekommen interessierte Bürgerinnen und Bürger auch beim Stiftsgarten die Gelegenheit, sich mit den Entwürfen genauer auseinanderzusetzen. Dr. Oliver Junk kündigte die Eröffnung einer entsprechenden Ausstellung im Goslarer Museum für den 16. Januar 2020 an.


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