Goslar. Die Sanierung der JL Goslar GmbH sei laut einer Pressemitteilung erfolgreich abgeschlossen. Das Bleiverarbeitungsunternehmen habe gemeinsam mit den Sanierungsberatern einen Insolvenzplan erstellt. In der vergangenen Woche stimmten die Gläubiger im Erörterungs- und Abstimmungstermin einstimmig zu. Der Plan wurde durch das Amtsgericht Goslar bestätigt und ist mittlerweile rechtskräftig. Das Unternehmen kann das Schutzschirmverfahren hinter sich lassen und wieder eigenverantwortlich handeln.
JL-Geschäftsführer Christopher Gremmel hat damit gemeinsam mit dem Verfahrensbevollmächtigten Dr. Jörg Grau von Heublein Grau Rechtsanwälte, der den Insolvenzplan erstellt hat, eine Zukunftslösung erreicht. Auch der Sachwalter Torsten Gutmann von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH, der das Verfahren im Interesse der Gläubiger begleitet, begrüßt das Ergebnis. Christopher Gremmel erklärt: „Die vergangenen drei Monate waren intensiv und haben uns allen viel abverlangt. Umso schöner ist es, dass sich die gemeinsame Arbeit gelohnt hat und unser Traditionsbetrieb das Verfahren so schnell verlassen kann. Dafür möchte ich mich bei allen Beteiligten bedanken.“
Seit mehr als 100 Jahren in Goslar
JL Goslar werde demnach auch künftig das gesamte Produktspektrum anbieten. Das Unternehmen ist seit mehr als 100 Jahren am Produktionsstandort Goslar als Experte für die Verarbeitung von Blei, Zinn und deren Legierungen bekannt. Die Mitarbeiter stellen technologische Spezialprodukte für die internationale Industrie her. JL Goslar fokussiert sich auch in Zukunft auf die Geschäftssegmente Strahlenschutz, Apparatebau und Anoden für die Metallgewinnung.
27 Arbeitsplätze werden abgebaut
Ein wesentlicher Bestandteil der Sanierung sei die Anpassung der Kapazitäten an die Marktgegebenheiten und die künftig erwartete Nachfrage. Daher wurde mit dem Betriebsrat ein Konzept zur personellen Restrukturierung vereinbart. Dieses beinhaltet den Abbau von 27 Arbeitsplätzen im Rahmen eines Interessenausgleichs und Sozialplans. Das Unternehmen musste 8 Mitarbeitern kündigen, 19 Mitarbeiter wechseln in eine Transfergesellschaft, die eine Laufzeit von sechs Monaten hat und Qualifizierungsmaßnahmen vorsieht. Im Unternehmen sind künftig 82 Mitarbeiter angestellt.
Grundstück in Ilsenburg wird verkauft
Der Insolvenzplan sieht zudem eine Verschmelzung der 100-prozentigen Tochtergesellschaft JL Goslar Anoden GmbH mit der Muttergesellschaft zum 31. Dezember 2026 vor. Dadurch werden die Strukturen vereinfacht und Kosten gesenkt. Die bislang ausgelagerten Teile des Anodengeschäfts werden wieder nach Goslar integriert. Durch die Rückverlagerung der Produktion wird das Betriebsgrundstück im 25 Kilometer entfernten Ilsenburg nicht mehr benötigt und kann im Interesse der Gläubiger veräußert werden. Die schlankeren Strukturen und niedrigeren Kosten tragen dazu bei, wieder profitabel zu wirtschaften. Bei der der JL Goslar Anoden GmbH arbeiten 12 Mitarbeiter, die künftig bei der Muttergesellschaft beschäftigt sind; damit erhöht sich die Mitarbeiteranzahl im Jahr 2027 auf 94 Beschäftigte.
Sanierung innerhalb von drei Monaten
Der Verfahrensbevollmächtigte und Generalhandlungsbevollmächtigte Dr. Jörg Grau sagt: „Die Umsetzung der Maßnahmen ist in sehr kurzer Zeit gelungen. Das war nur möglich, weil alle Beteiligten sehr gut zusammengearbeitet haben. Der Abbau von Arbeitsplätzen ist leider unvermeidbar. Wir haben gemeinsam die notwendigen Schritte umgesetzt, sodass das Unternehmen wirtschaftlich gut für die Zukunft aufgestellt ist.“
Die JL Goslar GmbH hatte am 25. Juni 2026 beim Amtsgericht Goslar das Schutzschirmverfahren beantragt. Am 1. September 2026 wurde Verfahren eröffnet und bereits am 25. September 2026 erfolgte der Erörterungs- und Abstimmungstermin. Innerhalb von drei Monaten ist die Sanierung mit der Insolvenzplanlösung also abgeschlossen.

