Schlechte Nachrichten für Fahrgäste: Taxifahrten sollen teurer werden

Bereits in knapp zwei Monaten sollen Fahrgäste im Landkreis Goslar bis zu 58 Prozent mehr zahlen.

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Symbolbild. | Foto: pixabay

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Goslar. Der Landkreis Goslar plant zum 1. September 2026 die Beförderungsentgelte für Taxifahrten zu erhöhen. Der Ausschuss für Ordnung, Rettungswesen, Gesundheit und Verkehr hat in seiner jüngsten Sitzung bereits eine entsprechende Beschlussempfehlung in Richtung des Kreistages gegeben. Dieser wird sich in seiner Sitzung am kommenden Montag, 29. Juni, mit diesem Thema befassen, wie die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung berichtet.



Hintergrund für die geplante Erhöhung seien deutlich gestiegene Personal-, Energie- und Fahrzeugkosten sowie neue gesetzliche Anforderungen, insbesondere höhere Mindestlöhne und technische Sicherheitseinrichtungen in den Taxametern. Ziel sei, die wirtschaftliche Grundlage der Taxiunternehmen zu sichern und das Angebot im gesamten Kreisgebiet zu erhalten.

Bis zu 58 Prozent teurer


Kern der Neuregelung ist ein einheitlicher Mindestfahrpreis von zwölf Euro, der rund um die Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen gilt. Er umfasst künftig eine besetzt gefahrene Wegstrecke von 1.000 Metern. Damit verteuern sich vor allem Kurzstrecken deutlich: Eine Fahrt von einem Kilometer kostet tagsüber künftig zwölf Euro statt bisher 7,60 Euro (plus rund 58 Prozent), bei zwei Kilometern steigt der Preis von 10,70 Euro auf 15,50 Euro (plus etwa 45 Prozent).

Das gilt für längere Fahrten


Auch längere Fahrten werden teurer, mit Zuwächsen von rund 20 bis 30 Prozent; eine Zehn-Kilometer-Fahrt kostet am Tag künftig 40,70 Euro statt 32,70 Euro. In der Nacht sowie an Sonn- und Feiertagen steigen die Entgelte in ähnlicher Größenordnung; auch hier verteuern sich kürzere Fahrten prozentual stärker als längere Strecken. Neben dem Mindestfahrpreis werden weitere Entgeltbestandteile angepasst. Das Anfahrtsentgelt zur bestellenden Person steigt von 1,20 Euro auf 1,50 Euro je gefahrenem Kilometer, sofern Ein- und Aussteigestelle außerhalb der Stadt oder Gemeinde beziehungsweise des Stadt- oder Ortsteils des Betriebssitzes liegen. Das Entgelt für Wartezeiten erhöht sich von 36 auf 48 Euro je Stunde (0,80 Euro pro Minute).

Der Zuschlag für Fahrten mit mehr als vier Fahrgästen bleibt mit zehn Euro unverändert. Für die Fahrleistung gelten künftig tagsüber von 1.001 bis 3.000 Metern 3,50 Euro je Kilometer und ab 3.001 Metern 3,10 Euro je Kilometer; in der Nacht sowie an Sonn- und Feiertagen werden von 1.001 bis 3.000 Metern 4,00 Euro je Kilometer und ab 3.001 Metern 3,20 Euro je Kilometer berechnet.

Hintergrund


Die neuen Tarife gehen auf einen Antrag der Fachvereinigung Taxi und Mietwagen im Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen zurück, der in enger Abstimmung mit den im Landkreis Goslar ansässigen Taxiunternehmen erarbeitet wurde. Wesentliche Grundlage sind die stufenweisen Anhebungen des gesetzlichen Mindestlohns, der seit 2021 mehrfach erhöht wurde und zum 1. Januar 2026 bei 13,90 Euro sowie zum 1. Januar 2028 bei 14,60 Euro liegen soll. Da die Lohnkosten rund 65 Prozent der Gesamtkosten im Taxigewerbe ausmachen, könnten die Unternehmen die gestiegenen Personalkosten ohne Tarifanpassung nicht dauerhaft tragen. Hinzu kämen Mehrkosten durch Dieselpreise, CO₂-Bepreisung, Inflation, höhere Werkstatt- und Fahrzeugkosten sowie Investitionen in manipulationssichere Taxameter.

Das gilt für die Übergangszeit


Der Landkreis Goslar strebe einen einheitlichen Taxitarif im gesamten Kreisgebiet an und habe sich daher eng mit der Stadt Goslar und dem Antragsteller abgestimmt. Auch dort soll ein nahezu identischer Tarif zum 1. September 2026 in Kraft treten. Für Programmierung, Abnahme und Aufspielen der neuen Tarife auf die Taxameter ist eine Vorlaufzeit von bis zu acht Wochen nach Veröffentlichung der Taxentarifordnung nötig; die Fahrpreisanzeiger müssen spätestens sechs Wochen nach Inkrafttreten umgestellt sein. Bis dahin gelten in Fahrzeugen mit noch nicht umgestelltem Taxameter die bisherigen Entgelte. Taxis sind ein wichtiger Bestandteil der Mobilität im Landkreis Goslar und ergänzen den öffentlichen Personennahverkehr insbesondere in den Abend- und Nachtstunden, in ländlichen Bereichen sowie für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen.

Mit der geplanten Tarifanpassung trage der Landkreis der allgemeinen Kostenentwicklung Rechnung und schaffe die Voraussetzungen dafür, dass das Taxigewerbe seinen Beitrag zur Mobilität in der Region auch künftig leisten kann – auch wenn sich für die Fahrgäste je nach Strecke eine spürbare Verteuerung der Fahrpreise zwischen rund 20 und knapp 60 Prozent ergibt.