Stadtillumination: Lichtplaner haben viel vor mit Goslar

Nach den offiziellen Glückwünschen soll nun der Arbeitsprozess starten.

Dr. Christine Bauer (re.), Welterbebeauftragte der Stadt Goslar, und der städtische Fachdienstleiter Matthias Brand besuchen mit Matthias Schiminski und Henrik Nolte (v. li.) den Goslarer Marktplatz.
Dr. Christine Bauer (re.), Welterbebeauftragte der Stadt Goslar, und der städtische Fachdienstleiter Matthias Brand besuchen mit Matthias Schiminski und Henrik Nolte (v. li.) den Goslarer Marktplatz. Foto: Stadt Goslar

Goslar. Gewonnen haben sie den Wettbewerb der Goslarer Stadtillumination schon im Dezember des letzten Jahres. Jetzt haben sich stellvertretend für das Gewinnerbüro Schmitz Schiminski Nolte Mathee Design PartG, Henrik Nolte und Matthias Schiminski den persönlichen Glückwunsch von Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner abgeholt. Dies teilte die Stadt mit.



„Ich freue mich, dass mit Ihrem Hildesheimer Büro ein niedersächsischer Teilnehmer in einem anonymisierten Verfahren den Zuschlag bekommen hat. Mit den im Konzept vorgesehenen Laternen haben Sie auch schon die Aspekte des Denkmalschutzes gut umgesetzt“, freut sich Schwerdtner im Beisein von Dr. Christine Bauer, städtische Welterbebeauftragte, und Matthias Brand, Fachdienstleiter Tiefbau der Stadt Goslar.

Arbeitsprozess kann starten


Der Juryvorsitzende Prof. Dr. Ing Thomas Römschild hatte die freudige Nachricht über den Gewinn im Dezember überbracht, teilten Nolte und Schiminski mit. „Wir waren nicht siegessicher, hatten aber sehr viel Euphorie in das Konzept gesteckt und uns dann über den Sieg sehr gefreut.“

Nun kann die Arbeitsphase starten: Auf den Ideenwettbewerb folgt die Erstellung eines Realisierungsplans. Hier arbeitet das Designbüro eng mit den zuständigen Fachabteilungen der Stadt Goslar, aber auch den Interessenvertretungen zusammen. Zeit und Realisierung sind zudem mit der Finanzierung in Einklang zu bringen. Ein Prozess, der bis zur tatsächlichen Umsetzung noch Geduld erfordert.

Dynamische Weiterführung


Matthias Schiminski hat Produktdesign studiert – zu einer Zeit, als es für Lichtdesign noch kein Studium gab. „Ich habe mich von innen nach außen gearbeitet“, sagt das Gründungsmitglied der Firma. Außenbeleuchtung mit Lichtkonzept – auch für Kommunen – ist ihr Steckenpferd. Nolte ist seit zehn Jahren dabei und jetzt Partner. Ihr großes Ziel für Goslar: Den künftigen Masterplan realisieren und mit Leben füllen. „Dynamische Weiterführung“ lautet eines ihrer Mottos in einem Konzept, das Außenraum- und Objektbeleuchtung kombiniert. Sie besitzen mittlerweile ein Probeabo einer regionalen Zeitung, um ein Gespür für Goslar und seine Einwohner zu bekommen.

Drei Bereiche


Der jetzt zu erstellende Realisierungsplan umfasst drei Bereiche: den Marktplatz, die angrenzende Worthstraße und das Abzuchtviertel. Das Lichtkonzept in diesen Bereichen soll „Appetit machen“. Schlussendlich müssen aber alle an einem Strang ziehen und alle mitgenommen werden, sind sich die Beteiligten sicher: der Rat, die städtischen Fachbereiche, die Naturschutzbehörde des Landkreises, die Interessenvertretungen, das Marketing. Dafür muss ein stimmiges Konzept für Geschäftsleute und Privatpersonen, deren Wunschpalette ebenfalls groß ist, her.

Auch den Denkmal- und Naturschutz müssen alle weiterhin im Auge behalten. Die Gestalter zeigen sich flexibel: Jeder Bereich muss in dem Duktus beleuchtet werden, der sinnvoll ist. Damit kommt beispielhaft für Anwohnerstraßen nur eine leisere und ruhigere Beleuchtung infrage. Unterschiedliche (Licht-)Atmosphären müssen eventuell zeitweilig zunächst erst mal ausprobiert werden. Unter dem Strich steht für die Zukunft ein Qualitätsgewinn. Dafür setzen sie intelligentes Licht mit intelligenter Technik ein, – entwickeln sogar eine Goslar-Leuchte. Und natürlich werden die Arten geschützt, bekräftigen die beteiligten Akteure.

„Wenn eine Leuchte nach oben strahlt, dann nur bis zur Dachkante des Gebäudes und nicht in den Himmel“, erläutern die Lichtarchitekten mit Blick auf die Tierwelt. „Dark sky“ und „blendungsbeschränkt leuchten“ sind die Stichpunkte. Ihr Konzept soll auf größtmögliche Akzeptanz stoßen und nachhaltig wirken.

Bereits gute Erfahrungen


An der alten Goslarer Lichttechnik soll nicht nach dem Motto „irgendwie, irgendwo, irgendwas“ gestückelt gearbeitet werden, sind sich alle mit Blick auf das neue Lichtkonzept einig. Zum Energiekostenfaktor: „Eine intelligente Lichttechnik hat gegenüber veralteten Systemen auch mit mehr Licht Einsparungspotenzial“, grenzt Matthias Schiminski mögliche Befürchtungen schon im Vorfeld ein. Die Gewinner haben sich schon mit weiteren realisierten Projekten im Harz einen Namen gemacht. Dazu gehören das Goslarer Brauhaus, der Marktkirchenplatz in Clausthal-Zellerfeld sowie das Torfhaus Harzresort.


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