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Grüner Dialog zum Öffentlichen Nahverkehr



Wolfenbüttel

Grüner Dialog zum Öffentlichen Nahverkehr


Holger Barkhau, Hendrik Schmidt-Mühlen, Verena Knape-Preuß, Christiane Wagner. Foto: privat
Holger Barkhau, Hendrik Schmidt-Mühlen, Verena Knape-Preuß, Christiane Wagner. Foto: privat

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Sickte. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember des letzten Jahres wurden die Verbindungen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in der Samtgemeinde Sickte neu aufgestellt.



Über die Veränderungen informierten sich beim Grünen Dialog im DGH Burschenhof in Sickte die anwesenden grünen Mitglieder und Gäste. Sie diskutierten mit den beiden Referenten, Verena Knape-Preuß vom Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) und Hendrik Schmidt-Mühlen vom Reisebüro Schmidt. Im Jahr 2016 sei der Nahverkehrsplan neu erarbeitet und aufgestellt worden. Die Referenten lobten, dass im Landkreis Wolfenbüttel mit dem ÖPNV-Lenkungskreis ein hervorragendes Instrument geschaffen wurde, um mit Hilfe von Haushaltsbefragungen und Modellrechnungen Bedarfe festzustellen und die Linien neu aufzustellen. Verena Knape-Preuß stellte die wesentlichen Veränderungen vor:

Die neu geschaffene Linie 740, die die Kreisstadt Wolfenbüttel mit Sickte und Cremlingen verbindet und am Bahnhof Weddel endet, wo sie direkten Anschluss zu den Zügen nach Wolfsburg und Braunschweig hat.


Ein fester Takt und ein fester Bedienungszeitraum für den ÖPNV.

Die Strecke der Linie 740 und die Linie 731 von Sickte nach Schöppenstedt werden im Stundentakt, die 730 von Evessen nach Braunschweig tagsüber im Halbstundentakt bedient.


Die Linie 731 führt über den Bahnhof Dettum und hat dort Anschluss an die Züge von und nach Wolfenbüttel und Braunschweig. Damit ist auch eine Verbindung zwischen Dettum und Dettum Bahnhof sicher gestellt.

Die Weiterfahrt von Dettum Bahnhof nach Weferlingen und Mönchevahlberg wird durch Anruf-Linien-Taxis ohne Aufpreis ermöglicht.

Spätverbindungen der Linie 730 um 23.45 Uhr ab Braunschweig am Wochenende.

Besonders schnelle Expressverbindungen auf der Linie 730.

In der Diskussion wurden die Verbesserungen überwiegend begrüßt. Kritisch wurde angemerkt, dass die ÖPNV-Benutzer in Hötzum nicht von den Expresslinien profitieren und dass in Niedersickte die Haltestelle Backhausweg entfallen sei. Abhilfe könnten neu einzurichtende Bushaltestellen an der Salzdahlumer Straße und an der Landesstraße nach Braunschweig in Höhe Hötzum schaffen. Allerdings müssten dafür zunächst verkehrssichernde Maßnahmen wie Querungshilfen geschaffen werden.

Hendrik Schmidt-Mühlen, dessen Firma das Teilnetz 71 betreibt, berichtete, dass im Bereich der Samtgemeinde Sickte 20 Busse im Einsatz seien, davon 7 Gelenkbusse. Wegen der neuen Linien, verbesserten Taktzeiten und der Modernisierung des Fuhrparks seien zehn neue Linienbusse beschafft worden, die allesamt mit dem Blauen Engel ausgezeichnet seien. Alle Busse seien mit Klimaanlage ausgerüstet. In der Diskussion wurde hinterfragt, inwieweit auch Elektrobusse eingesetzt werden könnten. Hendrik Schmidt-Mühlen erläuterte, dass dies bisher noch wegen des Preises und der beschränkten Anbieter schwierig sei. Auf die Kritik, dass die neuen Fahrpläne gerade für ältere Menschen schwer lesbar seien, wies er darauf hin, dass alle ÖPNV-Verbindungen auch über das Internet abrufbar seien, z.B. unter www.efa.de . Im Bedarfsfall würde das Reisebüro Schmidt bei Bedarf auch ausgedruckte Fahrpläne für eine konkrete Haltestelle zuschicken.

Am Schluss informierte der Diskussionsleiter und Vorsitzende der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Holger Barkhau, dass die Grünen im Landkreis Wolfenbüttel langfristig das Ziel haben, die Nutzung des ÖPNV kostenfrei zu ermöglichen. Dies helfe bei der Erreichung der Klimaschutzziele und trage zur Mobilität gerade älterer und finanzschwacher Menschen bei. Wichtig sei es, die entsprechenden Kosten zu ermitteln und Finanzierungsmodelle zu erarbeiten.


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