Grasleben. Die Samtgemeinde Grasleben fordert von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStB) eine verbindliche Entscheidung über die Zuständigkeit des Winterdienstes auf der Landesstraße 651. Konkret geht es um den Abschnitt am sogenannten Kreuzberg zwischen Grasleben und Mariental, auf dem es laut Verwaltung regelmäßig zu Verkehrsbehinderungen kommt, heißt es in einer Pressemitteilung der Samtgemeinde.
Bisher werde das Teilstück von der Straßenmeisterei Vorsfelde im Zuge der üblichen Touren ohne besondere Priorisierung betreut. Laut Samtgemeindebürgermeister Gero Janze führe dies in der Realität jedoch dazu, dass der Verkehr oft bereits zum Erliegen gekommen ist, bevor die ersten Winterdienstmaßnahmen greifen. Besonders schwere Lastkraftwagen blieben bei Schneefall am Anstieg hängen, was regelmäßig Vollsperrungen nach sich ziehe und erhebliche Auswirkungen auf den Pendler-, Schüler- und Wirtschaftsverkehr habe. "Dieses Ereignis wiederholt sich Jahr für Jahr und wird offenbar „als Kollateralschaden durch den Winter seitens des Landes bewertet“, so Janze.
Gefährliche Strecke
Die Gefährlichkeit der Strecke wurde zuletzt durch eine polizeiliche Sperrung aufgrund extremer Glätte unterstrichen, bei der sich ein Fahrzeug überschlug. In diesem Zusammenhang weist die Samtgemeinde darauf hin, dass sie der Landesbehörde wiederholt angeboten habe, die zusätzlichen Räum- und Streumaßnahmen gegen Kostenerstattung selbst zu übernehmen oder zu veranlassen. Durch die unmittelbare Ortsnähe könne die Samtgemeinde deutlich schneller und vor allem präventiv reagieren, bevor Gefahrensituationen entstehen. Zudem verfügten sowohl der Landkreis Helmstedt als auch die Samtgemeinde über einsatzbereite Geräte, die den betreffenden Abschnitt ohnehin regelmäßig befahren. „Es ist für mich völlig unverständlich, dass die Landesbehörde in Wolfenbüttel über einen so langen Zeitraum nicht in der Lage ist, eine einfache und pragmatische Lösung zu ermöglichen. Es wird zwar gestreut und geräumt, aber ohne Priorität und regelmäßig viel zu spät. Dann sitzen die LKW bereits fest oder stehen die Fahrzeuge quer. Dabei könnten wir als Samtgemeinde deutlich früher reagieren und genau diese Situationen verhindern – mit minimalem Aufwand und geringen Kosten", so Janze.
Bereits einsatzbereite Infrastruktur vorhanden
Sowohl der Winterdienst des Landkreises Helmstedt als auch der Samtgemeinde Grasleben würden den Streckenabschnitt regelmäßig passieren. Räum- und Streugeräte sind vorhanden und einsatzbereit. Vergleichbare Regelungen funktionieren im Landkreis Helmstedt bereits problemlos. „Wenn die Landesbehörde nicht handelt, dann muss im Zweifel das zuständige Ministerium mit einer Weisung eingreifen“, so Janze weiter. „Es geht hier nicht um Zuständigkeitsfragen, sondern um Verkehrssicherheit. Wir dürfen nicht warten, bis der nächste schwere Unfall passiert.“
Der politische Druck wachse, ergänzt Janze. Bereits im vergangenen November hatte die Landtagsabgeordnete Veronika Bode den Niedersächsischen Verkehrsminister Grant Henrik Tonne zu der Problematik angefragt. Ergänzend wurde nach den aktuellen Vorfällen eine Kleine Anfrage an die Landesregierung auf den Weg gebracht. Die Samtgemeinde Grasleben erwarte nun zeitnah eine klare Entscheidung und ein Eingreifen des Landes zur Sicherung des Kreuzbergs auf der L 651.

