Schwerer Brand in Helmstedt: 200 Einsatzkräfte gefordert

In einem Fachwerkhaus war ein Feuer ausgebrochen. Fünf Personen wurden aus dem Gebäude gerettet, vier kamen ins Krankenhaus. Mehrere Katzen konnten nur noch tot geborgen werden.

Das Feuer konnte nur noch von außen bekämpft werden.
Das Feuer konnte nur noch von außen bekämpft werden. | Foto: Feuerwehr Helmstedt

Helmstedt. Am gestrigen Donnerstag, gegen 17:15 Uhr, wurde der Feuerwehr ein Wohnungsbrand mit Menschenleben in Gefahr in der Straße Langer Steinweg gemeldet. Über den folgenden Großeinsatz berichtet die Feuerwehr Helmstedt in einer Pressemitteilung.



Bei Ankunft des Einsatzleiters schlugen ihm bereits aus mehreren Fenstern die Flammen aus dem Gebäude entgegen. Zwei Personen waren zu diesem Zeitpunkt noch mindestens im Gebäude. Bei Eintreffen der ersten Kräfte wurde umgehend mit der Menschenrettung und Brandbekämpfung begonnen. Zwei Personen wurden mittels Drehleiter aus dem völlig verrauchten 2. Obergeschoss gerettet.

Innenangriff nicht mehr möglich


Parallel gingen mehrere Trupps unter Atemschutz zur Brandbekämpfung vor. Es zeigte sich jedoch schnell, dass die massive Brandausweitung auf das gesamte Gebäude übergriffen hatte, so dass ab dem 1. Obergeschoss die Decken bis durch das Dach durchgebrannt waren. Ein Innenangriff war dann nicht mehr möglich. Auch der Einsatz von zwei Drehleitern (Helmstedt, Grasleben) konnte ein Durchzünden des Dachstuhls hin zu einem offenen Dachstuhlbrand nicht verhindern.

Das Dach brannte komplett durch.
Das Dach brannte komplett durch. Foto: Feuerwehr Helmstedt


Aufgrund des Einsatzverlaufes wurden umgehend weitere Einsatzkräfte nachgefordert. Zwischenzeitlich drohte das Feuer auf die benachbarten Gebäude überzugreifen, dies konnte jedoch mit einem massiven Löschangriff erfolgreich verhindert werden. Die Ortsfeuerwehr Königslutter stellte dennoch eine dritte Drehleiter zur Verfügung, um gegebenenfalls sofort reagieren zu können. Die Ortsfeuerwehren aus Wolsdorf, Samtgemeinde Velpke sowie aus Beendorf sammelten sich an der Feuerwehr Helmstedt und stellten weitere Atemschutzgeräteträger zur Verfügung. Durch die Leitstelle Helmstedt-Wolfsburg wurde eine Bevölkerungswarnung über die Warn-Apps geschaltet, aufgrund der starken Rauchentwicklung.

Katzen nur tot geborgen


In Summe wurden fünf Personen aus dem Gebäude gerettet, vier Personen wurden ins Krankenhaus transportiert. Eine Person wurde ambulant vor Ort behandelt. Eine Feuerwehrkraft wurde beim Innenangriff leicht verletzt und ebenfalls vor Ort behandelt. Weitere Infos zu Art und Schwere der Verletzungen liegen nicht vor. Vier Katzen konnten nur noch tot geborgen werden.

Es wurde ein sogenannter Massenanfall von bis zu sieben Verletzten ausgelöst (MANV7). Auf dem benachbarten Hof „Kramers Gut“ wurde sowohl die Betreuung der Betroffenen sichergestellt, als auch die Verpflegung der Einsatzkräfte durch die Verpflegungseinheit der Kreisfeuerwehr Helmstedt und das DRK Kreisverband Helmstedt - SEG Betreuung gestellt. Die Kreisfeuerwehr brachte zudem den Abrollbehälter Atemschutz zur Einsatzstelle, um weitere Atemschutzgeräte vor Ort zu haben.

Auch die Feuerwehr Braunschweig unterstützte.
Auch die Feuerwehr Braunschweig unterstützte. Foto: Feuerwehr Helmstedt


Durch die Ortsfeuerwehr Offleben-Reinsdorf erfolgte die Einsatzhygiene, Reinigen und Aufnahme von kontaminierten Einsatzkleidungen. Die Drohne der Kreisfeuerwehr verschaffte fortlaufend ein Blick von oben mittels Wärmebildkamera. Das THW war ebenfalls vor Ort mit zwei Fachberatern Bau, um die Standsicherheit des Gebäudes zu prüfen. Im weiteren Verlauf wurde zusätzlich das sogenannte ESS (Einsatzstellen-Sicherungssystem) in den Einsatz gebracht. Dieses überprüft mittels Messgeräten permanent Bewegung am Gebäude und warnt die Einsatzkräfte falls dieses einzustürzen droht.

Da nicht alle Glutnester mittels Drehleiter erreicht werden konnten, wurde der Feuerwehrkran der Berufsfeuerwehr Braunschweig nachgefordert. Dieser unterstütze die Nachlöscharbeiten. Abschließend wurde durch das THW das Gebäude gegen unbefugtes Betreten gesichert. Das Brandobjekt ist bis auf weiteres unbewohnbar. Die Bewohner und direkten Nachbarn wurden durch die Stadtverwaltung in einem Hotel sowie bei Freunden untergebracht. Bürgermeister Wittich Schobert und 1. Stadtrat Henning-Konrad Otto waren ebenfalls vor Ort und kümmerten sich persönlich darum.

Zwölf Stunden Einsatz


In Summe waren bis zu 200 Einsatzkräfte vor Ort. Der Einsatz dauerte etwa zwölf Stunden. Der Lange Steinweg ist bis auf weiteres vollständig (Personen und Fahrzeuge) gesperrt. Die Einsatzstelle wurde der Polizei übergeben.

Großer Dank der Feuerwehr geht an das Roxy Kino Helmstedt, welches sowohl die Toiletten bereitstellte als auch für Verpflegung mit Snacks aushalf.