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Hitzige Diskussionen um Baugebiet Feldstraße/Kälberwiese



Braunschweig

Hitzige Diskussionen um Baugebiet Feldstraße/Kälberwiese

von Max Förster


Hitzige Diskussionen bei der Infoveranstaltung zum geplanten Baugebiet Feldstraße/Kälberwiese. Fotos: Max Förster
Hitzige Diskussionen bei der Infoveranstaltung zum geplanten Baugebiet Feldstraße/Kälberwiese. Fotos: Max Förster Foto: Max Förster

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Braunschweig. Um die Bürger frühzeitig am Bebauungsplan zu beteiligen und ihnen die Möglichkeit zu geben, Fragen und Anregungen loszuwerden, lud die Stadt Braunschweig am Donnerstagabend zu einer Informationsveranstaltung zum geplanten Baugebiet Feldstraße/Kälberwiese ein. Hier führten Themen, wie beispielsweise die Befürchtung einer zu hohen Verkehrsbelastung oder einer problematischen Entwässerung, zu hitzigen Diskussionen.

Die Stadt plant, zwischen Autobahn und Stadtring Höhe Feldstraße/Kälberwiese ein aus 500 Wohneinheiten bestehendes Wohngebiet zu errichten. Hier sollen unterschiedliche Wohnformen, vom Einfamilienhaus bis zu viergeschossigen Wohngebäuden und eine zentrale Grünachse entstehen. Zudem sei eine verkehrliche Erschließung über die Feldstraße im Norden und/oder Kreuzstraße im Süden geplant und die Entwässerung soll über ein Regenrückhaltebecken erfolgen, das ein Aufnahmevolumen von 1.850 Kubikmetern besitzen soll. Ein Quartiersplatz mit Wasserbecken soll ebenfalls errichtet werden.

Ärger um Verkehrssituation: "Die Latte ist erreicht"


Zirka 2.300 Kraftfahrzeuge pro Tag werden durch die Erschließung des neuen Baugebietes erwartet, erklärte Lothar Zacharias von Zacharias Verkehrsplanungen. Eine befürchtete Verbindung, die einen lästigen Durchgangsverkehr ermöglicht, soll es nicht geben, stattdessen favorisiere man eine Anbindung sowohl im Norden als auch im Süden, sodass sich der Verkehr auf die umliegenden Straßen (10 Prozent nach Norden/90 Prozent nach Süden) verteilen kann. Die große Sorge der Bürger liegt hier allerdings bei einer zu hohen Verkehrsbelastung. "Wir sind schon an der Höchstgrenze am Madamenweg. 2014 gab es vier schwere Unfälle, die Latte ist erreicht", ärgerte sich ein Bürger.

Die Kapazität ist da




Zacharias erklärte, dass an den umliegenden Straßen und auch an den Knotenpunkten Berechnungen und Verkehrszählungen durchgeführt worden seien. Diese hätten ergeben, dass die rund 2.000 zusätzlichen Kraftfahrzeuge am Tag den Verkehrsfluss nicht großartig einschränken würden. "Ja, es ist viel los in den Straßen", gab er zu "aber die Kapazität ist da", so Zacharias. Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer betonte zudem, dass man davon ausgehe, dass sich der Verkehr auf die Kreuzstraße und dem Madamenweg verteilen werde. Zudem könne auch im Nachhinein noch etwas unternommen werden, wie etwa Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung.

Sorge um Entwässerung


Stadt will Abflusssituation verbessern

Durch die Errichtung eines Regenrückhaltebeckens an der Feldstraße wolle man das Wasser auffangen. Mit einem Volumen von 1.850 Kubikmetern würde Berechnungen zufolge (auch vom schlimmsten Unwetterfall ausgegangen) das Regenwasser zurückgehalten werden können. Zudem könne man sich ein Reserve-Rückhaltebecken im Norden vorstellen, erklärte Eike Thiel. Das Wasser wird dann solange zurückgehalten, bis die Kapazität ein Abfließen in die kleine Mittelriede zulasse. Durch weitere Hochwasser-Rückhaltebecken am Westpark und am Madamenweg wäre die Abflusssituation im Vergleich zum jetzigen Stand deutlich verbessert, so Thiel.

Sorge um falsche Berechnung



Allerdings wollen die Bürger den Berechnungen nicht so ganz Vertrauen schenken. "Man hat keine Möglichkeit der Versicherung", betonte ein Bürger. "Drei Tage Starkregen würde die kleine Mittelriede nicht aushalten", zeigte sich ein weiterer Bürger verärgert. So seien doch die Kapazitäten der Rückhaltebecken sicher zu gering, befürchtete man. Außerdem sei unklar, warum man nicht bereits jetzt mit dem Bau eines der Hochwasser-Rückhaltebecken beginne, um die Auslastung durch Starkregen einschätzen zu können, hieß es aus den Zuschauerreihen. Leuer machte an dieser Stelle jedoch noch einmal deutlich, dass im Vorfeld genaue Berechnungen durchgeführt worden seien. Diese hätten ergeben, dass das Regenwasser mit einem geplanten Versiegelungsgrad von 53 Prozent ausreichend zurückgehalten und in den Becken aufgefangen werden kann.

Weitere Kritikpunkte am Baugebiet


Höhere Anzahl an Wohneinheiten

Ein weiteres Thema war auch die nunmehr hohe Anzahl an Wohneinheiten. So sei die Stadt ursprünglich von rund 200 statt 500 Wohneinheiten ausgegangen. Leuer verdeutlichte hierbei, dass es sich bei der Veranstaltung um eine frühzeitige Bürgerbeteiligung handle und dass es auch weiterhin zu Veränderungen kommen könne. Man stecke noch in der Entwurfsphase und eine solche Bürgerbeteiligung diene dazu, gerade solche Anregungen bei der Planung und Durchführung zu berücksichtigen. Eine Erschließung sei erst ab 2018 geplant, so Leuer.

Sorge um Tiere

Westlich des Wohngebietes befindet sich eine Waldfläche. Direkt an dieser Waldgrenze soll das Regenrückhaltebecken entstehen. Nun befürchtet eine Bürgerin, dass die Tiere unglücklicherweise in dem Becken landen und nicht wieder herauskommen könnten. Die Angst konnte aber genommen werden. So sei eine flache Böschungsneigung der Becken vorgesehen. Um auch die Gefahr für andere Tiere sowie Pflanzen durch die Erschließung des Baugebietes auszuschließen, wolle die Stadt ein Gutachten erstellen.

Kaltluftschneise durch Geschossbau unterbrochen?

Eine weitere Bürgerin befürchtete, dass durch die hohen viergeschossigen Gebäude die für die Innenstadt wichtige Kaltluftschneise unterbrochen wird. Dies sei laut Angaben der Experten jedoch nicht der Fall.


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