IG Metall Hannover fordert Rücknahme der VW-Tarifkündigungen

Die IG Metall hat Volkswagen aufgefordert, die Kündigung von zehn Tarifverträgen bis Ende Oktober zurückzunehmen.

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Volkswagen (Archiv)
Volkswagen (Archiv) | Foto: Über dts Nachrichtenagentur

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Hannover. Die IG Metall hat Volkswagen aufgefordert, die Kündigung von zehn Tarifverträgen bis Ende Oktober zurückzunehmen. Andernfalls müsse das Unternehmen mit einem noch nicht dagewesenen Arbeitskampf rechnen, teilte Jan Mentrup von der IG Metall Bezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mit.


Gleichzeitig verlangt die Gewerkschaft, die erste Runde der Tarifverhandlungen nicht erst im Dezember, sondern bereits im November zu beginnen. Verhandlungsführer Thorsten Gröger und Gesamtbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo äußerten sich in Hannover.

Anlass war das zweite Überprüfungsgespräch nach dem Zukunftstarifvertrag von 2024, das am Vormittag begann. Volkswagen hat am 30. September nahezu das gesamte Tarifwerk gekündigt. Ungekündigt blieben im Wesentlichen Verträge, die das Unternehmen derzeit nicht kündigen kann, etwa der Zukunftstarifvertrag mit der unkündbaren Beschäftigungssicherung sowie die Altersteilzeit.

Welche Forderungen der Vorstand damit verbindet, hat er bis heute nicht gesagt. Die Beschäftigten tragen nach Gewerkschaftsangaben seit der Einigung von 2024 jährlich 1,5 Milliarden Euro zur Senkung der Arbeitskosten bei.

Die letzte Tabellenerhöhung liegt rund zweieinhalb Jahre zurück. Für den Verzicht der Belegschaft hat Volkswagen 2024 jedem der zehn Werke Zusagen gegeben, die in Anlagen des Tarifvertrags und in Standortpapieren mit Unterschrift der Arbeitgeberseite stehen.

Dazu gilt die unkündbare Beschäftigungssicherung bis Ende 2030; betriebsbedingte Kündigungen sind bis dahin ausgeschlossen. Am 31. Dezember endet die Friedenspflicht. Hält Volkswagen an den Kündigungen fest, setzt nach den Worten Grögers eine Maschinerie in Gang, die eine massive Auseinandersetzung mit allen Eskalationsstufen des Arbeitskampfes vorbereitet.

Medienberichten zufolge plant der Vorstand Nullrunden in allen Konzerngesellschaften weltweit bis 2030; betroffen wären rund 660.000 Beschäftigte und 111 Produktionsstandorte. In Deutschland beginnen die Tarifrunden für rund 275.000 Beschäftigte gerade erst.

Nach der Schieds- und Schlichtungsvereinbarung müssen Verhandlungen spätestens am 3. Dezember beginnen, die IG Metall will bereits am 24. November starten. Zuerst soll in Emden verhandelt werden, dann in Hannover und Zwickau.

Hält Volkswagen an den Kündigungen fest, liegt auch der Manteltarifvertrag auf dem Tisch; auf der Agenda stehen zudem die Fortführung der Altersteilzeit und eine Beschäftigungssicherung weit in die 2030er-Jahre. Ein mögliches Verhandlungsergebnis legt die IG Metall ihren Mitgliedern zur Abstimmung vor.