Konflikt mit VW spitzt sich zu: Gewerkschaft droht mit Arbeitskampf

IG Metall fordert, dass der Konzern die Kündigung der Tarifverträge zurücknimmt. Sonst seien "alle Eskalationsstufen des Arbeitskampfes" möglich.

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Symbolfoto. | Foto: Anke Donner

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Wolfsburg/Region. Dass der Volkswagen-Konzern einen Großteil der Tarifverträge gekündigt hatte, sorgte für reichlich Unmut bei den Arbeitnehmervertretern. Der seit Monaten schwelende Konflikt mit der IG Metall könnte sich nun weiter zuspitzen. Die Gewerkschaft droht jetzt mit "einem noch nicht dagewesenen Arbeitskampf". Damit müsse VW rechnen, sollte der Konzern die Vertragskündigungen nicht bis Ende Oktober zurücknehmen.



Anfang Januar könnte es losgehen mit dem Streik. Schließlich endet mit dem 31. Dezember die Friedenspflicht. Gespräche zwischen Konzern und Gewerkschaft finden am heutigen Freitag statt – es ist der zweite Termin, bei dem es um die Überprüfung des Zukunftstarifvertrags 2024 gehen soll. Dessen Ziele geraten durch den offenbar angestrebten Sparkurs mehr und mehr aus dem Fokus. Ein erstes Treffen beider Seiten dazu hatte Ende September stattgefunden – allerdings ohne nennenswerte Ergebnisse. Kurz danach hatte VW eine ganze Reihe an Tarifverträgen gekündigt. Für die IG Metall sei das ein Einschnitt gewesen, für den "es in der Geschichte des Konzerns kein Vorbild gibt", betont Thorsten Gröger, Verhandlungsführer der Gewerkschaft, jetzt in einer Pressemitteilung der IG Metall.

Mitarbeiter haben ihren "Teil geleistet"


Die Gewerkschaft pocht weiter unter anderem auf die zugesicherten Investitionen in alle Werke, auch zur Erschließung neuer Geschäftsfelder. Für alle zehn Werke habe es 2024 von Arbeitgeberseite Zusagen gegeben. Zuletzt stand aber ein großes Fragezeichen hinter dem Fortbestand von vier Werken – darunter etwa denen in Hannover und Emden. Die Belegschaft, so betont die Gewerkschaft, habe ihren "Teil längst geleistet. Seit der Einigung von 2024 tragen sie jährlich 1,5 Milliarden Euro zur Senkung der Arbeitskosten bei", heißt es in der Pressemitteilung.

Sollte Volkswagen an den Kündigungen festhalten, liege das gesamte Tarifwerk auf dem Tisch, auch Verträge, die bislang nicht verhandelbar waren. Die IG Metall werde dazu eigene Forderungen stellen, teilt sie mit. Damit wäre auch der Manteltarifvertrag Teil der künftigen Verhandlungen.

Alle Eskalationsstufen des Arbeitskampfes möglich


Die IG Metall erwarte, dass Volkswagen die Ende September ausgesprochenen Kündigungen der Tarifverträge zurücknimmt, und setzt dafür eine Frist bis Ende Oktober. Am 31. Dezember endet die Friedenspflicht. „Wir erwarten, dass Volkswagen diesen Vertrauensbruch rückgängig macht. Noch bleibt Zeit zur Einsicht“, sagt Gröger. „Hat das gekündigte Paket Bestand, setzt sich eine Maschinerie in Gang, die eine massive Auseinandersetzung mit allen Eskalationsstufen des Arbeitskampfes vorbereitet. Das kann nicht das Ziel des Vorstands sein.“