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Impftermin-Vergabe: Sozialministerin entschuldigt sich für Pannen



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Impftermin-Vergabe: Sozialministerin entschuldigt sich für Pannen

Bei der Impftermin-Vergabe durch das Land gab es einen großen Ansturm auf Hotline und Onlineportal und einige technische Probleme. Das Sozialministerium meldet, dass rund 5.000 Termine bis zum Nachmittag vergeben worden. Außerdem entschuldigt sich Sozialministerin Dr. Carola Reimann für die " technischen Schwierigkeiten".

Am Morgen kamen viele Senioren nicht durch, um sich einen Impftermin geben zu lassen.
Am Morgen kamen viele Senioren nicht durch, um sich einen Impftermin geben zu lassen. Foto: Anke Donner

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Region. Gestern startete das Land Niedersachsen mit der Terminvergabe für die Coronaimpfung älterer Bürger. Vielerorst sorgte der holprige Start für Verwirrung und Unmut. Nicht nur Bürger kritisierten die Abläufe der Hotline und Online-Vergabe. Auch Bürgermeister und Politiker reagierten mit Unmut auf die Abläufe.



Seit den Morgenstunden hatten Niedersachsen, die älter sind als 80 Jahre, gestern die Möglichkeit, unter der Nummer 0800 9988665 oder die Internetseite www.impfportal-niedersachsen.de einen Termin in einem Impfzentrum zu erhalten. Diese Option besteht jedoch nur in Impfzentren, in denen ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, weist das Land ausdrücklich aus. Weiter wird in einer Presseerklärung am Freitag mitgeteilt, dass es beim Start der Terminvergabe "leider - wie schon zu befürchten war" zu einem Ansturm auf die Hotline und die Webseite kam. Allein in der ersten Stunde zwischen 8 und 9 Uhr morgens habe der technische Dienstleister des Landes mehr als 700.000 versuchte Anrufe bei der Hotline und in den ersten eineinhalb Stunden 5,9 Millionen Zugriffe auf das Internetportal registriert.

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Aufgrund eines technischen Fehlers ertönte am Vormittag zunächst bei einigen Anrufen an der Hotline die Ansage, die gewählte Nummer sei nicht vergeben. Der vom Land beauftragte Dienstleister habe auf diese Ansage keinen direkten Einfluss gehabt. Es sei jedoch dafür gesorgt worden, dass der Fehler im Laufe des Vormittags von den beteiligten Telekommunikationsunternehmen behoben wurde. Auch beim Versand der SMS, die für die Terminbuchung im Onlineportal notwendig sind, sei innerhalb kürzester Zeit ein Rückstau entstanden. So seien bis 8.20 Uhr zwar schon 25.000 entsprechende SMS versandt worden, mehr als 70.000 hingen jedoch zunächst in der Warteschleife und wurden erst mit Verspätung versandt, sodass der Online-Buchungs-Vorgang erneut gestartet werden musste.

Reimann bittet um Verständnis


„Ich bedauere die technischen Schwierigkeiten und die dadurch entstandenen Unannehmlichkeiten", erklärt Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann. „Ich bitte jedoch auch um Verständnis, dass bei einem solchen Ansturm auch mit intensiver Vorbereitung nicht verhindert werden kann, dass die Technik überlastet wird."

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Zur Zahl der vergebenen Termine sagt die Ministerin: „Bis 16 Uhr konnten rund 5.000 Termine vergeben werden, weitere kommen bis zum Dienstschluss der Hotline noch hinzu. Gerne würden wir noch deutlich mehr Termine für alle impfberechtigten ermöglichen, aber dafür fehlt uns derzeit leider einfach der Impfstoff. Ich bitte alle Niedersächsinnen und Niedersachsen, die schon impfberechtigt sind, deshalb herzlich um Geduld." Die Hotline ist von Montag bis Samstag von 80 bis 20 Uhr geschaltet.

Fehlender Impfstoff bremst Terminvergabe


Viele der 50 Impfzentren im Land können derzeit noch keine Termine zur Verfügung stellen, weil ihnen dazu der Impfstoff fehlt und oder sie die gesamte vorhandene Menge des zur Verfügung stehenden Impfstoffs benötigen, um alle Bewohner in den Alten- und Pflegeheimen in ihrem Einzugsgebiet zu impfen.

„Wer über die Hotline einen Wartelistenplatz für eines dieser Impfzentren erhält, bekommt automatisch einen Termin zugewiesen, sobald vor Ort Impfstoff zur Verfügung steht", betont Ministerin Reimann. „Grundsätzlich gilt: Alle, die einen Platz auf der Warteliste haben, werden regelmäßig darüber informiert und müssen von sich aus keine weiteren Anläufe unternehmen, um einen Termin zu erhalten." Bis 16 Uhr standen bereits 4.200 Personen auf der Warteliste. In der nächsten Woche soll auch auf dem Onlineportal eine Warteliste angeboten werden.

Alle Impfzentren, die in den nächsten Tagen und Wochen mit Impfstoff beliefert werden und mit den Impfungen der Bewohnern der Alten- und Pflegeheime bereits große Fortschritte gemacht haben, werden immer wieder Termine anbieten. Diese werden sowohl über die Warteliste (zwei Drittel) als auch direkt für die Terminbuchung (ein Drittel) zur Verfügung stellen. „Wir erwarten von den Impfstoffherstellern, dass sie ihre Lieferzusagen verbindlich einhalten und ihre Produktionskapazitäten so schnell wie möglich ausbauen. Dann werden wir in den kommenden Wochen auch in Niedersachsen in der Lage sein, noch deutlich mehr Menschen in den Impfzentren zu impfen", schließt Reimann.


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