Innovatives Bezahlsystem im ÖPNV: Bald auch in der Region?

Mit einer bestimmten Bezahlmethode können Fahrgäste ihre zurückgelegte Strecke im ÖPNV genau abrechnen lassen. Viele Länder nutzen sie bereits – ob Ähnliches auch in der Region geplant ist, weiß regionalHeute.de.

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Symbolbild.
Symbolbild. | Foto: Matthias Kettling

Region. Zahlreiche Menschen in der Region sind täglich mit Bus und Bahn unterwegs. Ob auf dem Weg zur Arbeit oder auch für den Familienbesuch am Wochenende – die öffentlichen Verkehrsmittel sind für viele eine willkommene Alternative zum eigenen Auto. Das Ticket kann bar, mit Karte oder per App bezahlt werden. In einigen europäischen Ländern ist mittlerweile aber auch eine andere Bezahlmethode üblich – das sogenannte Tap in/Tap out-System. regionalHeute.de erklärt, was es damit auf sich hat und ob Ähnliches auch in der Region geplant ist.



Bei dem Tap in/Tap out-System können Fahrgäste beim Einstieg (Tap in) in Bus oder Bahn eine wiederaufladbare Karte oder Kreditkarte scannen – am Ziel angekommen, scannen sie diese erneut (Tap out). So werden die zurückgelegte Strecke beziehungsweise die durchfahrenen Zonen genau erfasst und abgerechnet. Es werden also keine Papiertickets oder Smartphones für die Fahrt benötigt. Kunden müssen allerdings darauf achten, den "Tap out" nicht zu vergessen, da sonst Bußgelder oder höhere Fahrpreise drohen. In einigen Nachbarländern gehört das System bereits zum Alltag, beispielsweise in Dänemark, Schweden und den Niederlanden

Pilotprojekte stoßen an Grenzen


regionalHeute.de hat beim Verkehrsverbund Region Braunschweig (VRB) nachgefragt, ob die Einführung eines solchen Systems auch in der Region geplant ist. Wie der VRB in seiner Antwort schreibt, lassen sich solche Systeme nicht eins zu eins auf Deutschland oder die Region Braunschweig übertragen, da hier mehrere Verkehrsunternehmen mit unterschiedlicher Vertriebstechnik die Netze bedienen. Zwar gebe es deutschlandweit bereits Pilotprojekte zu „Tap in/Tap out-Systemen“, diese würden jedoch regelmäßig an ihre Grenzen stoßen, da eine technische Kompatibilität zwischen den einzelnen Piloträumen fehle. Gerade beim Umsteigen zwischen Verkehrsmitteln würden dadurch Nachteile für Fahrgäste entstehen, weil keine durchgehende Nutzung gewährleistet sei.

Derzeit arbeite der Branchenverband Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) an der Definition einheitlicher Standards für das Vertriebssystem. Sobald diese festgelegt seien, sei die Einführung eines Tap in/Tap out-Systems auch in der Region Braunschweig vorgesehen.

Mit der FAIRTIQ-App bietet der VRB Fahrgästen schon jetzt eine alternative Bezahlmethode.
Mit der FAIRTIQ-App bietet der VRB Fahrgästen schon jetzt eine alternative Bezahlmethode. Foto: VRB



Diese Bezahlmöglichkeit gibt es bereits jetzt


Vor diesem Hintergrund habe sich der VRB bereits in 2023 bewusst für eine praxistaugliche Check-in/Be-out-Lösung entschieden und diese über den Dienstleister FAIRTIQ Anfang 2024 eingeführt: Fahrgäste können im gesamten Verbundgebiet einfach per Smartphone-App FAIRTIQ ein- und auschecken, der passende Fahrpreis wird automatisch berechnet. Niemand müsse sich also mehr mit dem Tarif auseinandersetzen. Damit biete man bereits jetzt ein Ticketing-System an, das den Zugang zum ÖPNV erheblich vereinfache und barrierefrei ausgestaltet sei. Informationen zur FAIRTIQ-App finden Fahrgäste hier.