Junge durch Laufband stranguliert: Autostadt zieht Konsequenzen aus Unglück

Nicht zum ersten Mal ist es auf der Stadtbrücke an der Autostadt zu einem Unfall gekommen. Die Betreiber ziehen nun Konsequenzen aus den Vorfällen.

von Anke Donner


Symbolfoto.
Symbolfoto. Foto: Pixabay

Wolfsburg. Am vergangenen Freitag ist es in Wolfsburg zu einem schlimmen Unglück gekommen, das einem 3-Jährigen beinahe das Leben gekostet hätte. Der Unfall geschah auf der Stadtbrücke an der Autostadt. Diese zieht nun Konsequenzen aus dem Vorfall.



Nach bisherigen Erkenntnissen fuhr ein 3-jähriger Junge in Begleitung seiner Mutter mit seinem Tretroller auf dem Laufband der Stadtbrücke. Aus bisher unbekannten Gründen kam der Junge zu Fall, wobei er im weiteren Verlauf mit seiner nicht abtrennbaren Kapuze in das Ende des Bandes geriet. Dabei wurde der Junge stranguliert und musste von einem Sicherheitsmitarbeiter der Autostadt reanimiert werden. Die Reanimation durch den eintreffenden Notarzt war erfolgreich und der Junge wurde in die Kinderklinik nach Wolfsburg gefahren. Das Kind sei schwer verletzt, weitere Angaben zum derzeitigen Gesundheitszustand will die Polizei nicht machen, so Polizeisprecherin Melanie aus dem Bruch gegenüber regionalHeute.de.

Ähnlicher Vorfall liegt erst wenige Wochen zurück


Die Sprecherin betont, dass man von einem Unglück ausgehe, nach derzeitigem Stand der Ermittlungen habe das Laufband, wie technisch vorgesehen, gestoppt. Weitere Ermittlungen zur Unglücksursache dauerten aber gegenwärtig noch an. So habe sich auch ein Gutachter die Unfallstelle angeschaut, so die Sprecherin.

Nicht zum ersten Mal kam es auf dem Laufband zu einem derartigen Unfall. Erst vor wenigen Wochen war ein zweieinhalbjähriger Junge gestürzt, woraufhin sich ebenfalls die Kapuze seiner Jacke im Band verfing. Die Kapuze konnte von der Mutter abgelöst werden. Der Junge wurde mit dem Rettungswagen ins Klinikum gefahren, berichtet Melanie aus dem Bruch. Auch 2014 soll es einen ähnlichen Fall gegeben haben.

Autostadt zeigt sich betroffen


Die Geschäftsführer der Autostadt GmbH, die das Laufband betreibt, äußern sich betroffen zum Unglück. „Die ganze Autostadt ist erschüttert über den Unfall auf der Stadtbrücke, bei dem ein 3-jähriger Junge schwer verletzt wurde. Die polizeilichen Ermittlungen zum Unfallhergang laufen. Wir werden alles in unserer Kraft stehende tun, um zur Klärung der Unfallursache beizutragen", sagen Armin Maus und Marco Schubert. Beide betonen, dass die Sicherheit und Gesundheit der Gäste und Mitarbeiter stets die höchste Priorität hätten und versichern, dass die Laufbänder in regelmäßigen Abständen – mehrmals jährlich – von einer Fachfirma gewartet und untersucht werden. Zusätzlich finde einmal im Jahr eine Sachverständigen-Prüfung durch die ZÜS/DEKRA statt.

Die letzte SV-Untersuchung habe am 24. Oktober 2022 stattgefunden, bei der keine sicherheitsrelevanten Mängel festgestellt worden sind und die Laufbänder als betriebssicher eingestuft wurden. Alle Laufbänder würden über Sicherheitsmechanismen verfügen, die sie sowohl automatisch, als auch durch manuelle Auslösung sofort zum Stoppen bringen. Auf der Stadtbrücke sind darüber hinaus Verbotsschilder angebracht, die ein unsachgemäßes Nutzen der Laufbänder verbieten.

Bänder werden stillgelegt


"Als zusätzliche Sicherheitsvorkehrung positionieren wir auf der Stadtbrücke einen Sicherheitsmitarbeitenden, der Hilfe leisten kann. Trotz aller getroffenen Sicherheitsvorkehrungen geht bei einer unsachgemäßen Nutzung einer technischen Einrichtung eine gewisse Gefahr aus. Dabei kann es bedauerlicherweise zu Unfällen kommen. Deshalb ergreifen wir Maßnahmen, die über die bereits hohen Sicherheitsstandards hinausgehen. Wir haben uns dazu entschlossen, die Laufbänder nicht wieder in Betrieb zu nehmen. Stattdessen werden wir die Stadtbrücke zeitgemäß und damit auch nachhaltig und ökologisch umgestalten. Sicherheit geht vor Komfort. Wir bitten unsere Gäste um Verständnis", so Maus und Schubert.


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