Karrierecamp auf dem Brocken: Darauf will die Bundeswehr verzichten

Die Nationalparkverwaltung Harz hatte das geplante Bundeswehrcamp scharf kritisiert. Nun scheint es ein erstes Zugeständnis der Bundeswehr zu geben.

Der Brocken mit seinem einzigartigen Klima ist wichtiger Lebensraum besonders geschützter Arten.
Der Brocken mit seinem einzigartigen Klima ist wichtiger Lebensraum besonders geschützter Arten. | Foto: Danilo Hartung

Region. Das geplante Karrierecamp der Bundeswehr auf dem Brocken-Plateau hat für kontroverse Diskussionen gesorgt. Eine Online-Petition gegen die Veranstaltung, in der gefordert wurde, diese wegen der sensiblen Vegetation nicht auf dem Brocken stattfinden zu lassen, wurde von fast 15.000 Menschen unterzeichnet – regionalHeute.de berichtete. Nun gibt es eine neue Wendung in der Angelegenheit.



Wie die Nationalparkverwaltung Harz in einer Pressemitteilung vom heutigen Mittwoch berichtet, habe die Bundeswehr ihr gegenüber zugesagt, im Rahmen des geplanten „Karrierecamps“ auf dem Brocken auf den Einsatz von Luftfahrzeugen vollständig zu verzichten. Darüber sei man sehr erleichtert. Die Brockenkuppe sei Lebensraum, Ruhe- und Reproduktionsstätte seltener und bedrohter Arten, beispielsweise der gesetzlich besonders geschützten Ringdrossel sowie der streng geschützten Nord- und der Zweifarbfledermaus. Die Nationalparkverwaltung habe eine besondere, gesetzlich festgeschriebene Verantwortung für den Schutz und Erhalt solcher Arten, die sehr empfindlich auf Störungen reagieren würden.

Zeit läuft ab


Die Nationalparkverwaltung habe großes Verständnis für die unterschiedliche, teils kontroverse gesellschaftliche, geschichtliche und ethische Einordnung des Camps. Als für das Gebiet zuständige Schutzgebietsverwaltung obliege ihr jedoch ausschließlich die naturschutzrechtliche Bewertung als Entscheidungsgrundlage zu einem Vorhaben. „Hierfür sind vollständige, klar formulierte und verbindliche Informationen zur Planung nötig, die im Rahmen eines formalen Verwaltungsverfahrens eingereicht und geprüft werden müssen. Diese liegen jedoch weiterhin nicht vor“, sagt Dr. Roland Pietsch, Leiter des Nationalparks Harz. Inzwischen laufe die Zeit, eine gesetzeskonforme Prüfung und Entscheidung darüber überhaupt noch vornehmen zu können, jedoch ab.

Nationalpark fordert Nutzung von Alternativen


Grundsätzlich vertrete die Nationalparkverwaltung nach wie vor die Auffassung, dass es wesentlich besser geeignete Orte gibt, auch in der Nationalpark-Region, an denen die Werbung für die Bundeswehr nicht unvermeidlich in Konflikt mit dem Naturschutz tritt. Die Nationalparkverwaltung bitte die Bundeswehr somit abermals, eine der ihr oder dem Landkreis Harz vorgeschlagenen Alternativen zu nutzen.

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