Baumverlust in Braunschweig - Wird nicht genug nachgepflanzt?

SPD, Grüne und CDU bringen das Thema in einem gemeinsamen Antrag auf die Tagesordnung des Umwelt- und Grünflächenausschusses.

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Symbolfoto. | Foto: Anke Donner

Braunschweig. Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Braunschweig ist einem Antrag von SPD und Bündnis 90 / Die Grünen beigetreten, mit dem die Verwaltung beauftragt wird zu prüfen, wie finanzielle Mittel zur Nachpflanzung gefällter Bäume innerhalb des bestehenden Haushalts bereitgestellt werden können. Darauf weist die CDU-Fraktion in einer Pressemitteilung hin.



Hintergrund ist die aktuelle Gesamtbilanz des Fachbereichs Stadtgrün: Im Jahr 2024 mussten 682 Bäume im Stadtgebiet gefällt werden. Im Folgejahr konnten bislang lediglich 424 Bäume nachgepflanzt werden. Damit verbleibt ein Minus von 258 Bäumen. Dieser dauerhafte Substanzverlust ist aus Sicht der CDU-Fraktion nicht hinnehmbar.

"Strukturelles Defizit entsteht"


„Wenn wir Jahr für Jahr mehr Bäume verlieren, als nachgepflanzt werden, entsteht ein strukturelles Defizit, das sich langfristig massiv auf das Stadtklima auswirkt“, erklärt Antoinette von Gronefeld, stellvertretende Vorsitzende des Umwelt- und Grünflächenausschusses. „Bäume sind kein dekoratives Beiwerk, sondern ein zentraler Bestandteil urbaner Lebensqualität. Sie spenden Schatten, kühlen die Luft und leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.“

„Wir stehen für eine nachhaltige Stadtentwicklung“, so von Gronefeld weiter. „Es darf nicht sein, dass der Verlust von Bäumen zur neuen Normalität wird. Wenn finanzielle Engpässe Nachpflanzungen verhindern, müssen wir Prioritäten neu setzen. Jeder nicht ersetzte Baum ist ein Verlust für kommende Generationen.“

Zusätzliche Nachpflanzungen ermöglichen


Mit dem gemeinsamen Antrag soll nun kurzfristig geprüft werden, ob Haushaltsreste oder Umschichtungen innerhalb bestehender Ansätze genutzt werden können, um zusätzliche Nachpflanzungen zu ermöglichen. Ziel ist es, den negativen Trend zu stoppen und den Baumbestand in Braunschweig langfristig zu sichern. Der Umwelt- und Grünflächenausschuss berät heute über den Antrag, die Entscheidung fällt im Verwaltungsausschuss.

Das sagen die Grünen


Leonore Köhler, finanzpolitische Sprecherin der Ratsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen ergänzt in einer eigenen Pressemitteilung: „Oft finden sich im Haushalt freie Mittel, die wir durch Umschichtungen für solche Projekte wie das Nachpflanzen von Bäumen nutzen können. Dazu gehören zum Beispiel Haushaltsreste, also Mittel aus Projekten, die im laufenden Haushalt nicht umgesetzt werden können. Hier können wir ansetzen, um den dringend notwendigen Verlust an Bäumen auszugleichen, ohne den eh schon stark belasteten Haushalt weiter auszuweiten."

„Jeder Baum hilft uns, uns besser auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten", so Gordon Schnepel, für die Grüne Ratsfraktion Mitglied im Umwelt- und Grünflächenausschuss. „Wir sind uns bewusst, dass wir auch mit diesem Antrag längst nicht alle Bäume werden ersetzen können. Gerade bei den Straßenbäumen sind oft aufwendige Umbauarbeiten erforderlich, um die alten und oft viel zu kleinen Baumstandorte zu vergrößern und so den neuen Bäumen gute Standortbedingungen zu bieten. Aber gerade in den dicht bebauten Stadtquartieren brauchen wir dringend mehr Grün. Bäume in den Straßen spenden Schatten, tragen durch die Verdunstung zu einem besseren Mikroklima bei und leisten einen Beitrag zum Artenschutz. Insofern werden wir auch bei den nächsten Haushaltsberatungen darauf drängen, von vornherein ausreichende Mittel zur Verfügung zu stellen.”

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