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Kein Vorankommen ohne Finanzspritze



Goslar

Kein Vorankommen ohne Finanzspritze

von Alec Pein


Die Goslarschen Höfe stecken in einer finanziellen Notlage. Ohne einen Zuschuss zur Tilgung eines Kredits, könne man die Goslarschen Höfe nicht weiterentwickelnt, erklärte Hans-Georg Ruhe am Donnerstag im Ausschuss für Bildung, Familie und Soziales. Foto: Anke Donner
Die Goslarschen Höfe stecken in einer finanziellen Notlage. Ohne einen Zuschuss zur Tilgung eines Kredits, könne man die Goslarschen Höfe nicht weiterentwickelnt, erklärte Hans-Georg Ruhe am Donnerstag im Ausschuss für Bildung, Familie und Soziales. Foto: Anke Donner Foto: Anke Donner

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Goslar. Die Goslarschen Höfe stehen laut Aufsichtratsvorsitzenden Hans-Georg Ruhe "mit dem Rücken an der Wand". Im Ausschuss für Bildung, Familie und Soziales am Donnerstag wurde über einen städtischen Zuschuss von 100.000 Euro beraten, um bei der Tilgung von Krediten zu Unterstützen. Mit der Finanzspritze sollte das "Vorankommen" der Höfe gesichert werden. Mehrheitlich wollten die Ausschussmitglieder allerdings erst einmal genaue Zahlen sehen und sich bei einem Ortstermin näher informieren.

Schon bevor Hans-Georg Ruhe für das Anliegen der Goslarschen Höfe selbst zu Wort kam, wurde bereits fleißig über den CDU-Antrag auf Ortstermin und Vorlage eines Businessplans diskutiert. Fraktionsvorsitzender Frank Schober kritisierte, dass in der Beratungsfolge Ausschüsse fehlen würden. Ein Ortstermin sei notwendig und vor allem dem Projekt "angemessen". Der Bedeutung der Höfe im inklusiven Bereich sind sie die Ausschussmitglieder bewusst. Allerdings könne man, so die mehrheitliche Meinung, ohne Einblick in die aktuelle Finanzlage der Höfe keine Entscheidung treffen. Stattdessen wurde nach einigem Hin und Her ein Ortstermin für den 2. September festgesetzt. SPD und Linke hätten wohl am liebsten gleich entschieden.


Unangenehme Überraschung beim Bau des Kaufhauses



Hans-Georg Ruhe erklärte, ohne finanzielle Unterstützung könne sich das Angebot auf den Höfen kaum weiterentwickeln. Aktuell könne man nur den laufenden Betrieb decken. Außerdem bekräftigte Ruhe, eine finanzielle Unterstützung aus öffentlicher Hand sei bei dem Projekt nie geplant gewesen. Vielmehr habe man ein tragfähiges Konzept entwickeln wollen. Teure Verzögerungen durch unangenehme Überraschungen, wie etwa einer aufwendigen Asbestentsorgung, hätten die Finanzplanung allerdings strapaziert. So musste ein Kredit in Höhe von 250.000 Euro bei der Sparkasse aufgenommen werden. Zu einem hohen Zinssatz, wie Detlef Vollheyde (Bürger für Vienenburg) später feststellte und daraus ein hohes Risiko für die Bank folgerte. Ruhe erklärte, dass die Bitte um städtischen Zuschuss nur Teil der angestrebten Lösung sei. Gleichzeitig soll um Verlängerung der Kreditlaufzeit verhandelt werden. Ohne Unterstützung könnten die Höfe allerdings nicht weiterentwickelt werden, weil die Zinsen mögliche Investitionssummen verschlucken. Auf vier Jahre verteilt sollen die Höfe laut Vorlage deshalb ab 2017 mit 25.000 Euro jährlich unterstützt werden. Die Entscheidung fällt allerdings erst in der nächsten Ratssitzung und nach weiterer Beratung in den Gremien.

60 Arbeitsplätze



Die Goslarschen Höfe bieten mitsamt des Werkhofes laut Vorlage derzeit 60 Arbeitsplätze. Die neuen Projekte der Goslarschen Höfe, also im Kaufhaus, Café und dem Lebensmittelgeschäft Krumme Gurke, sind es aktuell 12 Arbeitsplätze. Und zwar sozialversicherungspflichtig, so dass den Menschen die Finanzierung ihres eigenen Lebensunterhaltes ermöglicht wird. Für den Erhalt dieser inklusiven Arbeitsplätze setzen sich etwa 60 Ehrenamtliche tatkräftig mit Arbeiten auf den Höfen ein.


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